„Kinder sicher und stark machen!“ – Fachkräftefortbildung des SICHER‑STARK‑TEAM erfolgreich in Kamp‑Lintfort abgeschlossen

Kamp‑Lintfort, 20. April 2026 – Mitarbeitende der Inklusiven Kindertagesstätte Alte Schule Hoerstgen e.V. in Kamp‑Lintfort haben erfolgreich an der Fachkräftefortbildung des SICHER‑STARK‑TEAM teilgenommen. Unter dem Titel „Kinder sicher und stark machen! Prävention von Gewalt, Mobbing und sexuellem Missbrauch“ wurden Fachkräfte umfassend für den sensiblen und verantwortungsvollen Umgang mit dem Thema sexuelle Gewalt geschult.

Ziel der Fortbildung war es, die Teilnehmenden zu sensibilisieren, ihre Handlungssicherheit zu stärken und praxistaugliche Strategien für den Kita‑Alltag zu vermitteln. Die Fortbildung richtete sich an Erzieherinnen und Erzieher sowie pädagogische Fachkräfte der Inklusiven Kindertagesstätte Alte Schule Hoerstgen e.V. (Molkereistr. 22, 47475 Kamp‑Lintfort) und schloss mit einer Teilnahmebestätigung ab.

Inhalte und Schwerpunkte

  • Täterstrategien: Die Teilnehmenden erhielten fundierte Einblicke in typische Vorgehensweisen und Manipulationstechniken von Täterinnen und Tätern, um Übergriffe frühzeitig erkennen und verhindern zu können.
  • Erkennen von Anzeichen: Praktische Hinweise zur Beobachtung und Interpretation von Verhaltensänderungen bei Kindern wurden vermittelt, inklusive Unterscheidung zwischen altersgemäßen Verhaltensweisen und möglichen Hinweisen auf Gewalterfahrungen.
  • Gesprächsführung: Es wurden altersgerechte und kindzentrierte Gesprächsstrategien eingeübt, die es Fachkräften ermöglichen, sensibel auf Kinder einzugehen, die mögliche Übergriffe ansprechen oder Anzeichen zeigen.
  • Rechtliche Grundlagen: Die Fortbildung behandelte die relevanten rechtlichen Aspekte, Meldepflichten und Dokumentationsanforderungen, damit Fachkräfte ihre Verantwortung rechtssicher wahrnehmen können.
  • Möglichkeiten und Grenzen der Intervention: Teilnehmende lernten, wann und wie interveniert werden kann, welche professionellen Netzwerke und Unterstützungsangebote einzubinden sind und wo rechtliche/ethische Grenzen liegen.
  • Präventive Maßnahmen im Kita‑Alltag: Konkrete Präventionskonzepte und Maßnahmen zur Stärkung von Schutzfaktoren für Kinder wurden vorgestellt und auf die Alltagspraxis in der Kita übertragen.

Die Fachkräfteweiterbildung verzichtete auf reine Theorievermittlung und setzte auf praxisnahe, interaktive Methoden: Fallbeispiele, Rollenspiele, Gruppenarbeit sowie Reflexionsphasen ermöglichten die direkte Anwendung des Gelernten. So konnten die Teilnehmenden konkrete Handlungsanleitungen für verschiedene Alltagssituationen entwickeln und erproben.
Die Fortbildung wurde geleitet von Seminarleiter Ralf Schmitz. Die Kitaleitung, Frau von Baal, unterstützte die Veranstaltung organisatorisch und betonte die Bedeutung kontinuierlicher Fortbildung im Bereich Gewaltschutz und Prävention.

Bedeutung für die Kita und die Region. Die erfolgreiche Teilnahme stärkt die Schutzkompetenz der Inklusiven Kindertagesstätte Alte Schule Hoerstgen e.V. und trägt direkt zur Sicherheit und zum Wohlbefinden der betreuten Kinder bei. Durch die Vermittlung von präventiven Maßnahmen und rechtssicheren Handlungsanweisungen wird ein wichtiger Beitrag zur Schaffung eines sicheren Umfelds geleistet. Die Fortbildung ist Teil der fortlaufenden Qualitätsentwicklung in der Kita und setzt ein klares Zeichen für Prävention und Schutz in der Region Kamp‑Lintfort.

Frau von Baal, Leitung der Inklusiven Kindertagesstätte Alte Schule Hoerstgen e.V.: „Die Fortbildung war für unser Team ein wichtiger Schritt, um Kinder noch besser zu schützen. Die praxisnahen Inhalte und Übungen geben uns konkrete Werkzeuge an die Hand, um im Kita‑Alltag sicher und verantwortungsvoll zu handeln.“

Ralf Schmitz, Seminarleiter vom Sicher-Stark-Team: „Prävention beginnt im Alltag. Es ist entscheidend, dass Fachkräfte nicht nur theoretisches Wissen besitzen, sondern auch praktische Gesprächsführung und Handlungsschritte sicher anwenden können. Genau das haben wir in diesem Seminar trainiert.

Die Kita plant, das Thema Schutzkonzepte und Prävention regelmäßig in Teamfortbildungen zu verankern und die Zusammenarbeit mit lokalen Beratungsstellen und Fachstellen weiter auszubauen. Weitere Schulungen für unterschiedliche Mitarbeitendengruppen sind vorgesehen, um die Nachhaltigkeit der Maßnahmen zu gewährleisten.

Die Sicher-Stark-Initiative zählt bundesweit zu den wichtigsten Anlaufstellen, wenn es um den Schutz und die Stärkung von Kindern geht. Seit fast 30 Jahren engagiert sich ein fachübergreifendes Team aus der Pädagogik, der Psychologie und der IT zusammen mit ehemaligen Polizeikräften für die Sicherheit von Kindern. In ganz Deutschland bietet die Initiative praxisnahe Schulungen, Fachkräfte-Weiterbildungen, Elterntrainings und Webinare an. Mit dem Ziel, Kinder frühzeitig zu stärken und ihnen ein sicheres, selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. In der analogen wie in der digitalen Welt.
Mehr Informationen finden Sie unter: www.sicher-stark-team.de.

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Kinder stärken und schützen

Gewaltpräventionskurse in der Städtischen Kindertagesstätte Rubenstraße in Duisburg

Am 5. Mai 2026 finden in der Städtischen Kindertagesstätte Rubenstraße in Duisburg zwei Schnuppertageskurse zur Gewaltprävention statt. Die Kurse werden vom Sicher-Stark-Team durchgeführt und richten sich sowohl an Kinder als auch an deren Eltern.
In enger Zusammenarbeit mit der Kitaleitung, Violetta Seifert, werden an den beiden Tagen insgesamt zwei Kurseinheiten angeboten. Pro Kurs nehmen rund 20 Kinder teil, parallel dazu sind jeweils etwa 40 Eltern eingebunden. Ziel ist es, Kinder frühzeitig zu stärken und ihnen altersgerechte Strategien im Umgang mit Konflikten und herausfordernden Situationen zu vermitteln.

Im Mittelpunkt der Kurse stehen praxisnahe Methoden, die gezielt auf die Bedürfnisse von Kindern im Kitaalter abgestimmt sind. Spielerische Übungen und alltagsnahe Situationen helfen dabei, das Selbstbewusstsein der Kinder zu fördern und ihnen Sicherheit im eigenen Verhalten zu geben. Dabei lernen sie unter anderem, ihre eigenen Grenzen wahrzunehmen und klar zu kommunizieren.
Ein wichtiger Bestandteil der Veranstaltung ist auch die Einbindung der Eltern. Sie erhalten Einblicke in die Inhalte der Kurse und erfahren, wie sie ihre Kinder im Alltag weiter stärken und begleiten können. Ziel ist es, Kinder nicht nur punktuell zu fördern, sondern ihnen langfristig Sicherheit und Handlungskompetenz mitzugeben.
Mit den Schnuppertageskursen setzt die Städtische Kindertagesstätte Rubenstraße gemeinsam mit dem Sicher-Stark-Team ein klares Zeichen für frühzeitige Prävention. Denn Kinder, die gestärkt werden, entwickeln mehr Selbstvertrauen und sind besser in der Lage, mit schwierigen Situationen umzugehen.

Die Sicher-Stark-Initiative zählt bundesweit zu den wichtigsten Anlaufstellen, wenn es um den Schutz und die Stärkung von Kindern geht. Seit fast 30 Jahren engagiert sich ein interdisziplinäres Team aus Pädagog:innen, Psycholog:innen, IT-Expert:innen und ehemaligen Polizeibeamt:innen für die Sicherheit von Kindern. In ganz Deutschland bietet die Initiative praxisnahe Schulungen, Elterntrainings und Webinare an – mit dem Ziel, Kinder frühzeitig zu stärken und ihnen ein sicheres, selbstbestimmtes Leben in analogen wie digitalen Lebenswelten zu ermöglichen.
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Fünf Sätze, die Kinder stark für die Schule machen

Wie Sprache Selbstvertrauen, Resilienz und Sicherheit im Alltag prägt

Der Schulalltag stellt Kinder täglich vor neue Herausforderungen. Leistungsdruck, soziale Dynamiken, Konflikte auf dem Pausenhof oder Unsicherheiten im Unterricht gehören für viele zum Alltag. Während Erwachsene solche Situationen oft gut einordnen können, fehlen Kindern häufig noch die Strategien, mit diesen Anforderungen umzugehen.
Was dabei oft unterschätzt wird: Die Worte, die Kinder von ihren Bezugspersonen hören, prägen ihr Selbstbild nachhaltig. Sprache wirkt wie ein innerer Kompass. Sie beeinflusst, wie Kinder sich selbst sehen, wie sie mit Fehlern umgehen und ob sie sich Herausforderungen zutrauen. Gerade im Schulkontext kann dieser innere Dialog entscheidend sein. Kinder, die sich verstanden und unterstützt fühlen, gehen anders mit Druck und Konflikten um als Kinder, die vor allem Kritik oder Unsicherheit erleben.

Warum Worte mehr bewirken als Regeln

Eltern versuchen oft, ihre Kinder durch Regeln, Erklärungen oder gut gemeinte Ratschläge zu unterstützen. Doch in stressigen Situationen greifen Kinder selten auf komplexe Erklärungen zurück. Was jedoch bleibt, sind einfache, klare Botschaften – Sätze, die sich einprägen und innerlich abrufbar sind. Diese Sätze wirken wie mentale Anker. Sie geben Orientierung, wenn ein Kind unsicher ist, sich überfordert fühlt oder Angst hat, zu scheitern. Gleichzeitig vermitteln sie ein grundlegendes Gefühl von Sicherheit: „Ich bin nicht allein. Ich kann das schaffen.“
Für die Präventionsarbeit ist genau das zentral. Kinder, die ein stabiles inneres Gefühl von Selbstwirksamkeit entwickeln, sind weniger anfällig für Überforderung, Rückzug oder problematische Verhaltensmuster.

Fünf Sätze, die Kinder im Schulalltag stärken

Es braucht keine langen Gespräche, um Kinder zu stärken. Oft sind es wenige, klare Botschaften, die langfristig wirken. Entscheidend ist, dass sie authentisch sind und regelmäßig im Alltag vorkommen.

  1. „Du darfst Fehler machen, denn daraus lernst du.“
    Fehler gehören zum Lernen dazu. Kinder, die das verinnerlichen, haben weniger Angst vor dem Scheitern und trauen sich eher, neue Dinge auszuprobieren.
  2. „Ich bin da, egal was passiert.
    Dieser Satz vermittelt Sicherheit und Verlässlichkeit. Kinder wissen: Auch wenn etwas schiefläuft, verlieren sie nicht die Unterstützung ihrer Bezugspersonen.
  3. „Du kannst das schaffen.“
    Zutrauen stärkt Selbstvertrauen. Wenn Kinder erleben, dass ihnen etwas zugetraut wird, entwickeln sie eher den Mut, Herausforderungen anzunehmen.
  4. „Was brauchst du gerade?“
    Diese Frage lenkt den Blick auf die eigenen Bedürfnisse. Kinder lernen, ihre Gefühle wahrzunehmen und Unterstützung aktiv einzufordern.
  5. „Wir finden gemeinsam eine Lösung.“
    Probleme werden nicht allein gelassen, sondern gemeinsam bewältigt. Das stärkt nicht nur das Vertrauen, sondern auch die Fähigkeit, konstruktiv mit Schwierigkeiten umzugehen.

Was diese Sätze im Inneren bewirken

Solche Aussagen sind mehr als bloße Worte. Sie formen den inneren Dialog eines Kindes. Aus äußeren Botschaften werden mit der Zeit innere Überzeugungen.
Ein Kind, das immer wieder hört, dass Fehler erlaubt sind, entwickelt eine andere Haltung zum Lernen. Es wird weniger von Angst gesteuert und ist offener für neue Erfahrungen. Ein Kind, das Verlässlichkeit erlebt, fühlt sich auch in herausfordernden Situationen sicherer. Diese innere Stabilität ist eine wichtige Grundlage für Resilienz. Sie hilft Kindern, Rückschläge zu verarbeiten, Konflikte zu bewältigen und sich nicht von äußeren Einflüssen verunsichern zu lassen.

Zwischen Leistungsdruck und Selbstwert

Schule ist heute für viele Kinder nicht nur ein Ort des Lernens, sondern auch ein Raum, in dem sie sich ständig vergleichen. Noten, Bewertungen und soziale Dynamiken können Druck erzeugen. In diesem Umfeld wird die Rolle der Eltern noch wichtiger. Sie sind ein Gegenpol zu äußeren Erwartungen. Während Schule Leistung bewertet, können Eltern den Fokus auf Entwicklung, Anstrengung und Persönlichkeit legen. Das bedeutet nicht, Anforderungen zu senken oder Probleme zu ignorieren. Es bedeutet vielmehr, Kinder nicht auf ihre Leistung zu reduzieren. Ein Kind ist mehr als seine Note und genau diese Botschaft braucht es, um ein stabiles Selbstwertgefühl zu entwickeln.

Prävention beginnt mit Beziehung

Für die Arbeit von Sicher-Stark zeigt sich darin ein zentraler Grundsatz: Schutz und Prävention beginnen nicht erst bei konkreten Gefahren, sondern in der Beziehung zwischen Erwachsenen und Kindern. Kinder, die sich gesehen und ernst genommen fühlen, entwickeln mehr Selbstvertrauen und ein besseres Gespür für sich selbst. Sie lernen, Grenzen wahrzunehmen, Bedürfnisse zu äußern und sich in schwierigen Situationen Hilfe zu holen. Diese Fähigkeiten sind entscheidend – nicht nur im Schulalltag, sondern auch im Umgang mit Konflikten, Gruppendruck oder unsicheren Situationen.
Kinder stark machen – durch Sprache.

Die Sicher-Stark-Initiative zählt bundesweit zu den wichtigsten Anlaufstellen, wenn es um den Schutz und die Stärkung von Kindern geht. Seit fast 30 Jahren engagiert sich ein fachübergreifendes Team aus der Pädagogik, der Psychologie und der IT zusammen mit ehemaligen Polizeikräften für die Sicherheit von Kindern. In ganz Deutschland bietet die Initiative praxisnahe Schulungen, Fachkräfte-Weiterbildungen, Elterntrainings und Webinare an. Mit dem Ziel, Kinder frühzeitig zu stärken und ihnen ein sicheres, selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. In der analogen wie in der digitalen Welt.
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Quelle: https://www.eltern.de/schulkind/saskia-niechzial–diese-3-saetze-machen-dein-kind-stark-fuer-die-schule-14070856.html

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Autorin: Daniela Schönwald

10 Minuten, die den Unterschied machen Warum „Sorgenzeit“ am Abend Kinder emotional stärkt

Es ist ein Moment, den viele Eltern kennen: Das Licht ist gedimmt, der Tag eigentlich vorbei und plötzlich kommen sie: Fragen, Gedanken und Unsicherheiten.
„Was ist, wenn ich morgen etwas falsch mache?“ „Warum war meine Freundin heute so komisch?“
Gerade abends melden sich Sorgen bei Kindern oft besonders hartnäckig. Wenn der Trubel des Tages nachlässt, wird es im Inneren lauter. Für Kinder kann das überfordernd sein, weil ihnen häufig noch die Strategien fehlen, mit solchen Gedanken umzugehen. Genau hier setzt ein Ansatz an, der in der psychologischen Praxis schon länger genutzt wird und sich überraschend einfach in den Familienalltag integrieren lässt: die sogenannte „Sorgenzeit“. Eine kurze, bewusste Gesprächsphase am Abend, in der Kinder ihre Gedanken aussprechen dürfen.

Warum Sorgen gerade abends auftauchen

Kinder verarbeiten ihren Tag nicht unbedingt in dem Moment, in dem etwas passiert. Während Schule, Freizeit und Medien den Alltag bestimmen, bleibt wenig Raum für Reflexion. Erst wenn Ruhe einkehrt, beginnt das Gehirn, Erlebnisse zu sortieren.Genau dann entstehen Fragen, Unsicherheiten und manchmal auch Ängste. Psychologisch ist das ein völlig normaler Prozess. Gedanken, die tagsüber „weggeschoben“ wurden, drängen sich abends wieder nach vorn. Für Kinder bedeutet das: Sie sind plötzlich allein mit Gefühlen, die sie noch nicht einordnen können. Ohne Unterstützung kann daraus Grübeln entstehen – ein Zustand, der nicht nur das Einschlafen erschwert, sondern auch das emotionale Wohlbefinden belastet.

Die Idee hinter den „Sorgenminuten“

Die sogenannte Sorgenzeit stammt ursprünglich aus der kognitiven Verhaltenstherapie. Dort wird Menschen empfohlen, belastenden Gedanken bewusst einen festen Platz im Tagesablauf zu geben, statt sie ständig zu verdrängen.
Übertragen auf den Familienalltag bedeutet das: Kinder bekommen einen geschützten Rahmen, in dem alles ausgesprochen werden darf, was sie beschäftigt. Sorgen werden nicht unterdrückt, sondern bewusst wahrgenommen und anschließend losgelassen.
Der Effekt ist erstaunlich: Gedanken verlieren an Intensität, wenn sie benannt werden. Gleichzeitig lernt das Gehirn, dass nicht jede Sorge sofort Aufmerksamkeit braucht.

Was Kinder dabei wirklich lernen

Auf den ersten Blick wirken zehn Minuten Gespräch am Abend unscheinbar. Tatsächlich passiert in dieser Zeit aber etwas Entscheidendes.
Kinder erleben, dass ihre Gefühle ernst genommen werden. Sie merken, dass Unsicherheit, Angst oder Wut nichts ist, was „weg muss“, sondern etwas, das verstanden werden darf. Gleichzeitig entwickeln sie die Fähigkeit, Gedanken zu ordnen, statt von ihnen überwältigt zu werden.
Langfristig entsteht daraus eine zentrale Kompetenz: Die emotionale Selbstregulation. Also die Fähigkeit, mit inneren Spannungen umzugehen, ohne dass sie sich aufstauen oder in impulsives Verhalten umschlagen. Für die Präventionsarbeit ist genau das ein Schlüssel. Kinder, die ihre Gefühle einordnen können, reagieren weniger impulsiv, geraten seltener in eskalierende Konflikte und sind insgesamt stabiler im Umgang mit Stress.

Warum Zuhören wichtiger ist als Lösungen

Viele Eltern reagieren auf Sorgen reflexartig mit Lösungen. Sie trösten, erklären, relativieren oder versuchen, Probleme sofort zu beheben. Das ist verständlich, jedoch nicht immer hilfreich. Kinder brauchen in solchen Momenten vor allem eines: das Gefühl, verstanden zu werden. Wenn Erwachsene zu schnell Lösungen anbieten, kann das ungewollt vermitteln, dass die Gefühle des Kindes „kein echtes Problem“ sind. Zuhören hingegen signalisiert: Deine Gedanken haben Platz. Du bist nicht allein damit. Erst wenn ein Kind sich gehört fühlt, ist es überhaupt bereit, neue Perspektiven anzunehmen. Genau deshalb ist die Haltung der Eltern entscheidender als die perfekte Antwort.

Ein kleines Ritual mit großer Wirkung

Damit Sorgenzeit im Alltag funktioniert, braucht es keine komplizierten Methoden. Entscheidend ist die Regelmäßigkeit und die Atmosphäre. Ein kurzer, ruhiger Moment am Abend reicht oft aus, um Kindern Sicherheit zu geben. Typischerweise entsteht dieses Ritual rund um das Zubettgehen, wie z. B. nach dem Vorlesen oder kurz vor dem Einschlafen. Wichtig ist, dass es ein verlässlicher Zeitpunkt ist, an dem das Kind weiß: Jetzt ist Raum für meine Gedanken.
Hilfreich ist dabei eine klare, offene Einladung. Eine einfache Frage wie „Gibt es heute etwas, das dich beschäftigt hat?“ kann Türen öffnen, die im hektischen Alltag verschlossen bleiben. Manche Familien entwickeln zusätzlich kleine Rituale, um den Tag bewusst abzuschließen. Sorgen werden aufgeschrieben, symbolisch „weggelegt“ oder gemeinsam verabschiedet. Solche Handlungen wirken oft stärker als lange Gespräche, weil sie Kindern helfen, innerlich loszulassen.

Worauf Eltern achten sollten

Damit die Sorgenzeit ihre Wirkung entfalten kann, kommt es weniger auf Technik als auf Haltung an. Entscheidend ist, dass Kinder sich sicher fühlen und nicht bewertet werden.
Dabei helfen vor allem drei Grundprinzipien:

  • Zuhören, ohne sofort zu korrigieren oder zu relativieren
  • Gefühle benennen und ernst nehmen, statt sie kleinzureden
  • Gedanken gemeinsam einordnen, ohne Druck oder Bewertung

Diese Haltung stärkt nicht nur das Vertrauen, sondern auch die Fähigkeit des Kindes, sich selbst besser zu verstehen.

Mehr als ein Abendritual

Die „Sorgenminuten“ sind weit mehr als ein kurzer Austausch vor dem Schlafengehen. Sie sind ein Signal: Deine Gedanken sind wichtig. Deine Gefühle haben Platz. Gerade in einer Zeit, in der Kinder vielen Eindrücken ausgesetzt sind, wie Schule, soziale Erwartungen, digitale Medien etc., wird diese Form der Zuwendung immer bedeutender. Sie schafft einen Gegenpol zur ständigen Reizüberflutung und gibt Kindern Orientierung.

Die Sicher-Stark-Initiative zählt bundesweit zu den wichtigsten Anlaufstellen, wenn es um den Schutz und die Stärkung von Kindern geht. Seit fast 30 Jahren engagiert sich ein fachübergreifendes Team aus der Pädagogik, der Psychologie und der IT zusammen mit ehemaligen Polizeikräften für die Sicherheit von Kindern. In ganz Deutschland bietet die Initiative praxisnahe Schulungen, Fachkräfte-Weiterbildungen, Elterntrainings und Webinare an. Mit dem Ziel, Kinder frühzeitig zu stärken und ihnen ein sicheres, selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. In der analogen wie in der digitalen Welt.
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Quelle: https://www.focus.de/familie/erziehung/simple-routine-vor-dem-schlafengehen-mit-10-sorgenminuten-am-abend-staerken-eltern-ihre-kinder_ce3359da-bafe-46b7-984a-0146447f65ef.html

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Autorin: Daniela Schönwald

Wenn Kinder andere Kinder töten

Was Gewalttaten unter Kindern über Risiken, Verantwortung und Prävention offenbaren

Wenn in Deutschland über schwere Gewalt oder sogar Tötungsdelikte unter Kindern und Jugendlichen berichtet wird, ist die gesellschaftliche Betroffenheit besonders groß. Solche Fälle erschüttern nicht nur wegen ihres Ausmaßes, sondern auch, weil sie das verbreitete Bild von Kindheit als geschütztem Raum infrage stellen. Zwar machen Kinder und Jugendliche insgesamt nur einen kleinen Anteil der registrierten Gewaltkriminalität aus, doch die Entwicklung gibt Anlass zur Sorge: Laut Bundeskriminalamt stieg 2024 die Zahl junger Tatverdächtiger bei Gewaltdelikten, darunter auch Mord und Totschlag. Der Anteil lag bei Kindern bei knapp sieben Prozent und bei Jugendlichen bei fast 16 Prozent.

Gewalt unter Kindern ist zwar real, aber selten monokausal. Täterinnen und Täter sind keine „Monster“, sondern junge Menschen, deren Handeln oft in komplexen biografischen, sozialen und psychischen Belastungen wurzelt. Manchmal eskalieren Konflikte spontan, häufiger entwickeln sie sich aber aus anhaltender Frustration, Ausgrenzung oder dem Gefühl von Ohnmacht. Warum ein Kind extrem gewalttätig handelt und ein anderes nicht, lässt sich nicht pauschal erklären. Gerade weil die Ursachen vielschichtig sind, muss Prävention frühzeitig und auf mehreren Ebenen ansetzen.

Die Ursachen liegen häufig sowohl in persönlichen Belastungen als auch in sozialen Rahmenbedingungen. Kinder wachsen heute in einer Welt auf, die sich rasant verändert hat: brüchigere Beziehungen, hohe Alltagsbelastung und eine permanente digitale Präsenz, in der auch Gewalt allgegenwärtig ist. Das erklärt zwar noch keine Tat, beeinflusst aber, wie junge Menschen Konflikte wahrnehmen, Gefühle verarbeiten und auf Spannungen reagieren.
Ein weiterer Punkt ist die zunehmende Belastung durch psychische Probleme bei Kindern und Jugendlichen. Fachleute berichten, dass psychische Erkrankungen und Probleme mit der Impulskontrolle bei jungen Menschen zugenommen haben. Solche inneren Spannungen können in Verbindung mit anderen Stressoren dazu beitragen, dass Gewalt zur einzigen Handlungsoption wird – nicht weil Kinder von Natur aus gewalttätig sind, sondern weil ihnen die Kompetenzen fehlen, Konflikte anders zu lösen oder belastende Emotionen zu regulieren.

Bei Fällen extremer Gewalt, ausgeübt durch Kinder, wird häufig über härtere strafrechtliche Konsequenzen diskutiert. In Deutschland gilt aktuell die Strafmündigkeit ab 14 Jahren. Die wiederkehrende Debatte darüber, ob dieses Alter herabgesetzt werden sollte, zeigt zwar das gesellschaftliche Bedürfnis nach Antworten, jedoch dürfen dabei nicht die tieferliegenden Ursachen aus dem Blick verloren werden.

Für Eltern, Pädagog*innen und alle, die sich für präventive Sicherheit einsetzen, ist genau das ein entscheidender Punkt: Gewaltvermeidung beginnt nicht erst im Moment der Tat, sondern weit früher im Alltag. Kinder und Jugendliche entwickeln Gewaltbereitschaft schließlich nicht im luftleeren Raum, sondern dort, wo sie Gefühle wie Ohnmacht, Frustration, Ungerechtigkeit, Ausgrenzung oder fehlende Kommunikationskompetenzen nicht anders ausdrücken können. Wenn diese Gefühle nicht gesehen, nicht verstanden und begleitet werden, steigt das Risiko, dass sich langfristig problematische Verhaltensweisen entwickeln.

Das heißt konkret: Prävention ist ein Thema der Beziehung. Kinder brauchen eine Umgebung, in der sie lernen, Konflikte verbal, konstruktiv und mit Perspektiven anderer zu lösen. Sie brauchen Erwachsene, die ihnen helfen, Stimmungen wie Wut, Angst oder Traurigkeit zu verstehen und auszudrücken, bevor sie sich in körperliche Auseinandersetzungen verwandeln. Sie brauchen soziale Räume, in denen sie verbindliche Regeln lernen, aber auch Unterstützung erfahren, wenn sie diese nicht einhalten. Das stärkt nicht nur individuelles Verhalten, sondern fördert kollektive Normen des Respekts und des sozialen Miteinanders.

Der Ansatz von Sicher & Stark richtet sich genau auf diese Felder: Es geht nicht nur um Schutz im Sinne von äußerer Sicherheit, sondern um die Stärkung innerer Kompetenzen wie Selbstwert, Konfliktfähigkeit, Selbstbehauptung und Empathie. Lernt ein Kind früh, dass es gehört wird, seine Gefühle ernst genommen werden und es konstruktive Wege gibt, Spannungen zu bewältigen, verringert sich die Wahrscheinlichkeit, dass es Gewalt als Lösung einsetzt.

Dabei muss nicht jede Form von kindlicher Impulsivität oder Aggression gleich pathologisiert werden. Vielmehr geht es darum, Kontext zu schaffen: stabile Bindungen, funktionierende soziale Netzwerke sowie Räume für Beteiligung und Mitbestimmung. All das sind Faktoren, die zur Resilienz beitragen und so Gewalt entgegenwirken können.

Die nüchterne, aber hoffnungsvolle Perspektive lautet: Kinder, die sich wahrgenommen fühlen, lernen, Konflikte anders zu lösen als mit Gewalt und entwickeln soziale Kompetenzen, sind weniger anfällig für extreme Gewalttaten. Prävention beginnt früh, lange vor dem Moment der Eskalation, und sie ist eine gemeinsame Aufgabe von Familien, Pädagog*innen und Gesellschaft. Kein einfacher Weg, aber einer, der Kinder, Familien und die Gesellschaft sicherer und stärker macht.

Quellen: https://www.bka.de/DE/AktuelleInformationen/StatistikenLagebilder/PolizeilicheKriminalstatistik/PKS2024/Polizeiliche_Kriminalstatistik_2024/Polizeiliche_Kriminalstatistik_2024_node.html?

https://www.wa.de/deutschland/psychiater-holtmann-kinder-die-toeten-sind-keine-monster-94181872.html?

https://www.welt.de/regionales/baden-wuerttemberg/article6993da52f1c55d28ade6a861/wenn-kinder-zu-gewalttaetern-werden.html?

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Autorin: Daniela Schönwald

„Ich weiß, wo eure Kinder sind“

Was Social Media über Kinder verrät und warum Eltern genauer hinschauen sollten

„Ich weiß, wo eure Kinder sind.“

Mit diesem Satz beginnt der IT-Experte und Hacker Sascha Bolmer häufig seine Vorträge vor Eltern und Schulklassen. Für einen Moment wird es still im Raum. Der Satz klingt wie eine Drohung, ist aber eine Demonstration. Bolmer zeigt, wie leicht sich über öffentlich zugängliche Informationen im Internet Details über Kinder und ihre Familien herausfinden lassen. Ein Foto auf Instagram, eine Standortmarkierung bei TikTok oder ein Kommentar unter einem Video – einzeln wirken solche Beiträge harmlos. Zusammengenommen können sie jedoch ein erstaunlich genaues Bild vom Alltag eines Kindes ergeben. Wer genau hinsieht, kann aus scheinbar nebensächlichen Informationen ein digitales Profil erstellen. Diese Demonstrationen sollen nicht verunsichern, sondern sensibilisieren. Denn viele Kinder bewegen sich heute selbstverständlich in sozialen Netzwerken, ohne sich bewusst zu sein, welche Spuren sie dort hinterlassen. Gleichzeitig teilen auch Eltern häufig Fotos oder Informationen über ihre Kinder im Internet. Aus Sicht von IT-Sicherheitsexperten entsteht so schnell ein umfangreiches digitales Profil, das für weit mehr Menschen sichtbar ist, als ursprünglich gedacht.

Wenn der Alltag zum digitalen Puzzle wird

Das Risiko entsteht selten durch einen einzelnen Beitrag. Problematisch wird es erst, wenn viele kleine Informationen zusammenkommen. Ein Foto vor der Schule, ein Hinweis auf das Fußballtraining oder ein Video vom Heimweg können gemeinsam ein erstaunlich genaues Bild des Alltags ergeben.
Experten sprechen hier von einem digitalen Puzzle: Einzelne Details wirken unbedeutend, ergeben zusammen jedoch ein vollständiges Profil. Aufenthaltsorte, Gewohnheiten oder soziale Kontakte lassen sich daraus oft relativ leicht ableiten. Dafür braucht es häufig nicht einmal aufwendige Hackerangriffe. Viele Informationen sind öffentlich zugänglich, weil Profile nicht ausreichend geschützt sind oder Nutzer sehr offen posten. In solchen Fällen reicht oft schon eine einfache Recherche im Netz, um überraschend viele Details über eine Person zu erfahren. Gerade bei Kindern kann das jedoch problematisch werden.

Warum Kinder im Netz besonders verletzlich sind

Kinder und Jugendliche wachsen in einer digitalen Welt auf, in der Kommunikation, Selbstdarstellung und soziale Beziehungen eng mit Online-Plattformen verbunden sind. Likes und Kommentare schaffen Aufmerksamkeit und Anerkennung, was ein starker Anreiz ist, Inhalte zu teilen.
Doch mit jedem Beitrag entstehen digitale Spuren. Bilder, Videos und Kommentare können dauerhaft gespeichert, kopiert oder weiterverbreitet werden. Oft enthalten Fotos zudem mehr Informationen, als auf den ersten Blick erkennbar ist. Gebäude, Straßenschilder oder Vereinslogos im Hintergrund können Hinweise auf Orte liefern.
Hinzu kommt ein weiteres Phänomen: Viele Eltern posten stolz Bilder ihrer Kinder im Internet. Dieses Verhalten wird inzwischen häufig als „Sharenting“ bezeichnet. Dadurch entstehen digitale Profile von Kindern, noch bevor sie selbst entscheiden können, welche Informationen sie preisgeben möchten.

Digitale Sicherheit beginnt mit Medienkompetenz

Für Prävention bedeutet das: Digitale Sicherheit gehört heute selbstverständlich zur Erziehung. Kinder müssen lernen, persönliche Daten genauso zu schützen wie ihre körperlichen Grenzen.
Dabei geht es nicht darum, soziale Medien grundsätzlich zu verbieten. Sie sind längst Teil des Alltags junger Menschen. Entscheidend ist vielmehr, dass Kinder verstehen, welche Informationen sensibel sind und welche Folgen unbedachtes Teilen haben kann.

Besonders vorsichtig sollte man mit folgenden Angaben umgehen:

  • vollständiger Name, Adresse oder Telefonnummer
  • Schulnamen, tägliche Wege oder regelmäßige Aufenthaltsorte
  • Fotos, die Rückschlüsse auf Wohnort oder Freizeitorte zulassen

Solche Informationen können in falschen Händen missbraucht werden, wie etwa für Betrugsversuche, Identitätsdiebstahl oder unerwünschte Kontaktaufnahmen.

Kinder im digitalen Alltag begleiten

Kinder brauchen deshalb nicht nur technische Fähigkeiten, sondern auch Orientierung. Medienkompetenz bedeutet, Risiken zu erkennen, Informationen kritisch zu hinterfragen und bewusst zu entscheiden, was öffentlich sein soll.
Eltern spielen dabei eine entscheidende Rolle. Offene Gespräche über Social Media sind oft wirksamer als strenge Verbote. Wenn Kinder über ihre Online-Erfahrungen sprechen können, entsteht Vertrauen und gleichzeitig die Möglichkeit, Risiken gemeinsam zu besprechen.
Ebenso hilfreich ist es, gemeinsam Regeln für den Umgang mit digitalen Medien zu entwickeln. Dazu gehört etwa, Privatsphäre-Einstellungen zu prüfen, Kontakte bewusst auszuwählen und regelmäßig darüber zu sprechen, welche Inhalte online geteilt werden.

Kinder stark machen – auch online

Der Satz „Ich weiß, wo eure Kinder sind“ wirkt zunächst erschreckend. Tatsächlich zeigt er vor allem, wie transparent unser Alltag im Internet geworden ist.
Die gute Nachricht ist: Digitale Sicherheit lässt sich lernen. Wenn Kinder früh verstehen, welche Informationen sensibel sind und wie sie ihre Privatsphäre schützen können, entwickeln sie ein gesundes Bewusstsein für den Umgang mit sozialen Medien.
Denn Sicherheit endet längst nicht mehr an der Haustür oder auf dem Schulweg, sondern geht weiter im Netz.
Quelle: https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/osnabrueck_emsland/ich-weiss-wo-eure-kinder-sind-hacker-klaert-ueber-social-media-auf,hacker-226.html

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Autorin: Daniela Schönwald

Wenn Aufmerksamkeit zum Schutz wird: Wie Eltern Anzeichen von Gefährdung bei Kindern erkennen

Kinder sollen in ihrer Kindheit lernen, spielen und Vertrauen in sich selbst entwickeln. Doch manchmal geraten sie in Situationen, in denen ihre Sicherheit, ihr Wohlbefinden oder ihre Entwicklung gefährdet sind, wie etwa durch Vernachlässigung, Gewalt oder sexuellen Missbrauch. Solche Gefährdungen bleiben oft über lange Zeit unentdeckt, weil die Anzeichen subtil sind oder Erwachsene sie nicht erkennen – oder wegsehen. Darum ist es eine der wichtigsten Aufgaben von Eltern, Bezugspersonen und auch der Gesellschaft, Frühwarnzeichen für Risiken zu erkennen und sensibel darauf zu reagieren.

Warum Warnsignale wichtig sind und warum sie oft übersehen werden

Gefährdungen des Kindeswohls sind keine seltenen Einzelfälle. Jugendämter verzeichnen jährlich Tausende Einschätzungen, bei denen von akuter oder latenter Gefährdung ausgegangen wird. In einem Drittel der Fälle zeigt sich eine Form von Misshandlung, sei es Vernachlässigung, körperliche oder psychische Gewalt oder sexuelle Gewalt.
Ein zentrales Problem ist dabei: Kinder sagen selten direkt, wenn ihnen etwas Schlimmes passiert. Scham, Angst, Loyalität gegenüber der Täterperson oder fehlende Worte können dazu führen, dass betroffene Kinder stumm bleiben. Deshalb sind das Verhalten und körperliche, emotionale sowie soziale Veränderungen oft die einzigen Hinweise darauf, dass etwas nicht stimmt.

Frühwarnzeichen erkennen: Körperliche und emotionale Signale

Die Anzeichen für Kindesmissbrauch oder Vernachlässigung sind vielfältig und wirken oft unspezifisch, können jedoch in ihrer Kombination auf eine Gefährdung hindeuten. Dabei gilt: Ein einzelnes Signal beweist noch nichts, doch mehrere Symptome zusammen sollten aufmerksam machen und nicht ignoriert werden.

Körperliche Hinweise
Erlebt ein Kind körperliche Gewalt, können sich dafür sichtbare Hinweise zeigen, zum Beispiel:
· ungeklärte Verletzungen wie blaue Flecken, Brandmale, Striemen oder wiederkehrende Wunden
· Verletzungen in verschiedenen Heilungsphasen
· Schmerzen ohne klare Ursache oder wiederkehrende Beschwerden
· häufige Arztbesuche ohne schlüssige Erklärung
· Anzeichen körperlicher Vernachlässigung wie ungeeignete Kleidung oder dauerhafte schlechte Hygiene

Emotionale und verhaltensbezogene Warnsignale
Das Verhalten eines Kindes verändert sich oft lange, bevor ein Erwachsener Verdacht schöpft. Dazu gehören:
· plötzlicher sozialer Rückzug, Isolation oder Rückzug aus früheren Aktivitäten
· starke Angst oder Furcht vor bestimmten Menschen oder Situationen
· auffällige Stimmungsschwankungen, Übererregbarkeit oder starke Aggressivität
· Gefühle von Niedergeschlagenheit, Verdruss, Stimmungstiefs oder Traurigkeit
· Schwierigkeiten in der Schule, Leistungsabfall oder häufige Fehlzeiten
· Regression in frühere Verhaltensweisen (z. B. Bettnässen, Daumenlutschen)

Sexuelle Gewalt-spezifische Hinweise
Sexueller Missbrauch kann besonders schwer zu erkennen sein, weil er oft im Verborgenen stattfindet. Dennoch gibt es Verhaltensmuster, auf die Erwachsene achten sollten:
· plötzliches Unwohlsein beim Duschen, Umkleiden oder in bestimmten Situationen
· vermeidendes Verhalten in Bezug auf bestimmte Personen, Orte oder Aktivitäten
· altersunangemessene Kenntnisse über Sexualität
· neue auffällige sexuelle Sprache oder Verhalten
· Angst, allein gelassen zu werden, oder übertriebene Bindung an bestimmte Erwachsene oder Kinder

Warum Kinder nicht darüber sprechen –und wie Erwachsene reagieren sollten

Kinder, die Gewalt oder Missbrauch erleben, schämen sich häufig oder fühlen sich schuldig. Sie haben Angst vor den Reaktionen der Erwachsenen oder davor, dass sie selbst bestraft werden. Sie glauben oft, dass sie nicht gehört oder nicht ernst genommen werden. Ein offener, sicherer Gesprächskontext, in dem Kinder spüren, dass ihre Worte ohne Verurteilung angenommen werden, ist deshalb entscheidend.
Wenn ein Kind Anzeichen zeigt, ist es wichtig, genau zuzuhören, die Worte ernst zu nehmen und ein ruhiges, einladendes Gespräch anzubieten:
· „Du wirkst in letzter Zeit oft traurig. Möchtest du darüber sprechen?“
· „Mir ist aufgefallen, dass du nachts schlechter schläfst. Woran könnte das liegen?“
Wichtig ist dabei: Nicht nach Täterpersonen fragen, sondern auf Gefühle und Erlebnisse fokussieren. Kinder brauchen Sicherheit und Respekt und keine Suggestivfragen.

Die Rolle von Eltern und Bezugspersonen

Eltern sind nicht allein verantwortlich, aber sie sind oft die ersten, die Anzeichen bemerken. Genaues Beobachten, Empathie und eine klare Haltung sind Teil dieser Verantwortung. Ergänzend gilt: Niemand sollte mit dem Verdacht allein bleiben. In Deutschland gibt es niedrigschwellige Unterstützungsstrukturen:
· Jugendämter sind die offiziellen Anlaufstellen für Kindeswohlgefährdung.
· Kinder- und Jugendhilfe kann prüfen und begleiten.
· Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM) veröffentlicht Monitoringberichte und Konzepte zur Prävention sexualisierter Gewalt (z. B. für Schulen).
· Sicher-Stark-Organisation bietet Präventionskurse für Kinder im Alter von 5 bis
10 Jahren an, die diese stärken, sowie auch Elterntrainings und
Fachkräfteweiterbildung.
Anzeichen sollten nicht ignoriert, sondern abgeklärt werden – auch wenn sich später herausstellt, dass sie einen anderen Grund hatten. Ein Gespräch mit Fachpersonen kann helfen, Situationen besser einzuordnen.

Schutzfaktoren kennen: Prävention beginnt im Alltag

Vorbeugen ist so wichtig wie Erkennen. Familien und Gemeinschaften können Schutzräume schaffen, in denen Kinder sich sicher fühlen, stark sind und lernen, über unangenehme Situationen zu sprechen. Zu Schutzfaktoren gehören:
1. Offene Kommunikation: Kinder wissen, dass sie jederzeit gehört werden.
2. Klare Grenzen und Respekt: Kinder erleben, dass ihre Körpergrenzen wichtig sind und immer respektiert werden müssen.
3. Bildung über Risiken: Kinder lernen altersgerecht, was gute und schlechte Berührungen sind, und dass sie jederzeit „Stopp“ sagen dürfen.
4. Vertraute Bezugspersonen: Kinder haben mehrere Erwachsene, denen sie vertrauen können.
Vermitteln Eltern solche Grundlagen, stärken sie nicht nur die körperliche, sondern auch die psychische Gesundheit ihrer Kinder. Kinder, die sich sicher fühlen, zeigen oft eher Signale, bevor schwerwiegende Situationen entstehen.

Was tun, wenn Warnsignale auffällig werden?

1. Beobachten und dokumentieren: Was wurde beobachtet? Seit wann? Wie häufig?
2. Respektvoll nachfragen: In einer sicheren Situation, ohne Vorwurf.
3. Professionelle Hilfe einbeziehen: Jugendamt, Familienhilfe oder spezialisierte Beratungsstellen.
4. Nicht schweigen: Schon kleine Hinweise können ein Anfang sein, um einem Kind Schutz zu geben.
Wichtig ist: Es ist besser, eine mögliche Gefahr zu melden und sich zu irren, als schweigend zuzusehen. Erwachsene haben eine gesetzliche und moralische Pflicht, Kinder zu schützen.

Bei Verdachtsfällen von sexuellem Missbrauch berät das Hilfe-Telefon unter der Nummer 0800 22 55 530 montags, mittwochs und freitags von 9:00 bis 14:00 Uhr sowie dienstags und donnerstags von 15:00 bis 20:00 Uhr – kostenfrei und anonym.

Quellen: https://www.publikationen-bundesregierung.de/pp-de/publikationssuche/praevention-missbrauch-2336262?utm_source
https://www.hilfe-portal-missbrauch.de/hilfe-telefon

Die Sicher-Stark-Initiative zählt bundesweit zu den wichtigsten Anlaufstellen, wenn es um den Schutz und die Stärkung von Kindern geht. Seit fast 30 Jahren engagiert sich ein fachübergreifendes Team aus der Pädagogik, der Psychologie und der IT zusammen mit ehemaligen Polizeikräften für die Sicherheit von Kindern. In ganz Deutschland bietet die Initiative praxisnahe Schulungen, Fachkräfte-Weiterbildungen, Elterntrainings und Webinare an. Mit dem Ziel, Kinder frühzeitig zu stärken und ihnen ein sicheres, selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. In der analogen wie in der digitalen Welt. Mehr Informationen finden Sie unter: www.sicher-stark-team.de.

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Autorin: Daniela Schönwald

Doomscrolling bei Kindern: Wenn der Kopf überfordert ist

Rasantes Reden, viele Informationen, schnelle Geschwindigkeit, Dopaminrausch und nach 30 Sekunden ist alles vorbei und geht mit dem nächsten Video von vorne los.

Die Welt der Kurzvideos spricht viele Reize gleichzeitig an und kann ähnliche Hirnareale ansprechen, wie es Drogen, Zucker oder Extremsportarten tun.

Beim Scrollen auf TikTok oder Instagram wird vor allem das Belohnungssystem aktiviert, insbesondere das dopaminerge Netzwerk.

Dopamin ist ein Motivations- und Erwartungsbotenstoff. Besonders stark wird er bei Unvorhersehbarkeit ausgeschüttet und genau das ist die Krux.

Auch viele Erwachsene berichten, dass sie zum exzessiven Scrollen neigen, insbesondere in Momenten des Aufschiebens oder der Überforderung. Es fällt ihnen schwer, das Smartphone beiseitezulegen, obwohl sie wissen, dass ein übermäßiger Konsum ihnen nicht guttut. Erwachsene verfügen in der Regel über Strategien zur Selbstregulation, etwa durch bewusste Medienpausen oder die Nutzung von Bildschirmzeit Einstellungen. Kinder hingegen haben diese Weitsicht und Selbstkontrolle häufig noch nicht entwickelt und können die langfristigen Auswirkungen intensiven Medienkonsums nur schwer einschätzen.

Wie kann man Kindern dieses Thema nahebringen?

1. Kindgerechte Aufklärung statt Verbote

Kinder und können komplexe Zusammenhänge verstehen, wenn man sie in einer Sprache erklärt, die zu ihrer Lebenswelt passen.Statt Verbote ohne weitere Erklärung auszusprechen, hilft es, Kindern zu erklären, was in ihrem Kopf passiert, wenn sie lange durch Videos scrollen.Man könnte es Kindern zum Beispiel so erklären:
„TikTok ist wie eine riesige Kiste mit Überraschungen. Dein Gehirn freut sich über jede neue Sache. Aber wenn man zu viele Überraschungen hintereinander bekommt, wird der Kopf irgendwann müde und durcheinander, auch wenn es sich erst noch spannend anfühlt.“

Wichtig ist dabei, keine Schuld zuzuweisen:
„Das liegt nicht daran, dass du etwas falsch machst. Die App ist extra so gebaut, dass man immer weiterschaut.“

So verstehen Kinder, dass nicht sie das Problem sind, sondern dass Apps bewusst so funktionieren.Kinder sollten immer hören:
„Es geht nicht darum, dass du das nicht darfst. Es geht darum, dass dein Kopf auch Pausen braucht, damit er sich gut anfühlt.“So wird aus einem Verbot Verständnis, aus Kontrolle Begleitung und aus Schuld Selbstwahrnehmung.

Wie können Fake News überprüft werden?

2. Gefühle und Auswirkungen gemeinsam wahrnehmen

Kinder verstehen oft besser, was etwas mit ihnen macht, als warum es theoretisch problematisch ist. Deshalb ist es hilfreich, den Fokus nicht auf Regeln zu legen, sondern auf das eigene Erleben.Statt zu sagen, dass Doomscrolling schädlich ist, können Erwachsene Kinder dabei begleiten, ihre eigenen Gefühle und Körpersignale wahrzunehmen.Durch diese Fragen könnte man Kinder begleiten:

– Wie fühlt sich dein Kopf an, nachdem du Videos geschaut hast?
– Ist er eher wach oder müde?
– Fühlt er sich voll oder leer an?Erklären, was in der Zeit nicht passiert

„Während du Videos geschaut hast, bekommt dein Hirn ganz viele Bilder und Geräusche. Es kann aber in dieser Zeit nicht kreativ werden oder sich selbst etwas ausdenken.“

Das Gehirn als Team erklären

„Dein Gehirn besteht aus vielen Teilen, die zusammenarbeiten. Beim Scrollen arbeitet fast immer derselbe Teil, der für schnelle Bilder zuständig ist. Andere Teile, zum Beispiel fürs Nachdenken, Erfinden oder Planen, haben dabei Pause. Wenn immer nur ein Teil arbeitet, wird der schnell müde.“

Wenn vorhanden, eigene Erfahrungen teilen

Ein besonders wertvoller Zugang ist, wenn Erwachsene von sich selbst erzählen, ohne zu dramatisieren.„Mir passiert das auch. Wenn ich lange am Handy bin, fühle ich mich danach oft ausgelaugt oder unruhig. Die Dinge, die ich eigentlich erledigen wollte, sind dann immer noch da, und das frustriert mich.“

Kinder lernen hier, Gefühle zu benennen, Zusammenhänge zu erkennen, dass Erwachsene auch betroffen sind und dass es kein persönliches Versagen ist
So entsteht Verständnis statt Widerstand und genau darauf baut ein gesunder Umgang mit Medien auf.

3. Begleiten statt kontrollieren

Natürlich müssen Eltern auch konsequent sein, denn sie tragen Verantwortung für ihre Kinder. Konsequent zu sein bedeutet jedoch nicht, pauschale Verbote auszusprechen, und schon gar nicht ohne Erklärung.Was naheliegend ist, aber oft übersehen wird, ist die eigene Vorbildfunktion. Kinder schauen sich unglaublich viel von ihren Eltern ab. Wenn Erwachsene beim Essen ständig zum Handy greifen oder alle paar Minuten darauf schauen, wird es schwer, Kindern glaubhaft zu vermitteln, dass genau dieses Verhalten nicht gut für sie ist. Denn Kinder merken sehr genau, was gesagt wird und was tatsächlich gelebt wird.Wenn Regeln notwendig sind, sollten sie deshalb möglichst gemeinsam mit den Kindern erarbeitet werden. So können Kinder mitdenken, mitentscheiden und verstehen, warum es diese Regeln gibt. Werden Regeln einfach vorgegeben, ohne Beteiligung oder Erklärung, entsteht schnell Widerstand. Nicht, weil Kinder „schwierig“ sind, sondern weil sie sich übergangen fühlen.

Reine Bildschirmverbote halten meist nur kurz, da sie das eigentliche Problem nicht lösen. Sie setzen am Symptom an, nicht an der Ursache. Genau hier greifen die vorherigen Punkte. Statt reiner Kontrolle braucht es Gespräche und Mitgestaltung. Langfristig brauchen Kinder keine Kontrolle von außen, sondern Orientierung und Begleitung von innen.

4. Alternativen anbieten, nicht aufzwingen

Wenn das Gehirn durch Doomscrolling bereits reizüberflutet ist, gibt es einige Dinge, die ihm helfen können, wieder zur Ruhe zu kommen. Dazu zählen zum Beispiel

• Rausgehen ohne Ziel, spazieren, schaukeln oder im Sand buddeln
• Malen oder kneten, frei, ohne Vorgaben oder Bewertung
• Bauen und sortieren, etwa mit Lego, Bausteinen oder Puzzles
• Vorlesen oder gemeinsam Bilder anschauen, ruhig und ohne Bildschirm
• Körperkontakt, kuscheln, eine Handmassage oder eine feste Umarmung
• Rituale, zum Beispiel nach dem Handy immer dieselbe ruhige Aktivität

Besonders hilfreich ist es, Kindern dabei eine kleine Auswahl anzubieten. So können sie selbst mitentscheiden, fühlen sich ernst genommen und die Motivation steigt ganz von allein.

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Autorin: Jana Schliek

Safer Internet Day 2026: Stärke und Schutz für Kinder im digitalen Alltag

Der Safer Internet Day am 10. Februar 2026 nimmt die Chancen und Risiken des digitalen Lebens in den Blick und rückt die Förderung von Medienkompetenz in den Fokus. Kinder wachsen heute in einer Welt auf, in der digitale und reale Erfahrungen eng miteinander verbunden sind. Eltern und pädagogische Fachkräfte begleiten sie dabei und bieten zugleich einen verlässlichen Schutzraum. Für sicher und stark ist dieser Tag ein Anlass, Familien und Fachkräfte mit konkreten, alltagstauglichen Impulsen zu unterstützen –, denn Kinder brauchen im digitalen Raum nicht nur technische Hinweise, sondern vor allem Vertrauen, Orientierung und klare Begleitung.

Digitale Kompetenzen als Basis für selbstbewusste und geschützte Kinder

Medienkompetenz zu erlangen bedeutet nicht nur „wissen, wie ein Gerät funktioniert“, sondern sie bedeutet, dass Kinder lernen:

  • Informationen kritisch einzuordnen,
  • eigene Grenzen zu setzen,
  • Risiken zu erkennen und
  • sich sicher und selbstbewusst im Netz zu bewegen.

1) Dialog statt Kontrolle: Gespräche über digitale Welt kultivieren

Ein häufiger Wunsch vieler Eltern ist es, Kinder vor Gefahren zu bewahren. Gleichzeitig kann reine Kontrolle jedoch dazu führen, dass Kinder digitale Räume eher verstecken, als sie gemeinsam zu gestalten. Offene und regelmäßige Gespräche sind hier der Schlüssel, um Vertrauen zu wachsen zu lassen.
Konkrete Idee: Macht wöchentliche Mediengesprächen zu eurem kleinen Ritual: zehn Minuten, um gemeinsam über alles zu sprechen, was online passiert ist.

  • Was fand dein Kind online interessant oder lustig?
  • Gab es etwas, das seltsam oder beunruhigend wirkte?
  • Welche Fragen tauchen auf, und wie kann man gemeinsam Antworten finden?

So entsteht Medienkompetenz im Dialog und nicht als eine von oben diktierte Vorschrift.

2) Gemeinsames Erkunden: Medien nicht nur als Risiko, sondern als Lernraum sehen

Das Internet kann ein Ort zum Lernen, Ausprobieren und kreativ werden sein. Kinder sollten daher nicht nur vor Gefahren gewarnt werden, sondern begleitet entdecken, wie digitale Angebote funktionieren.
Praxis-Tipp: Sitzt gemeinsam mit älteren Kindern an einem Rechner oder Tablet und schaut euch eine neue App, ein Spiel oder einen Video-Kanal an. Stellt Fragen wie:

  • Was gefällt dir an dieser Seite?
  • Welche Informationen sind dort ernst gemeint, und was ist nur Unterhaltung?
  • Wie erkennst du, ob eine Quelle glaubwürdig ist

Durch gemeinsames Erkunden lernen Kinder immer besser, Inhalte selbst einzuschätzen.

Wie können Fake News überprüft werden?

3) Technische Schutz- und Hilfsmittel sinnvoll nutzen

Technische Tools wie Kindersicherungen, Jugendschutz-Einstellungen oder Bildschirmzeit-Limits können den Alltag erleichtern — sie ersetzen aber nicht den dialogischen Blick.
Umsetzungstipps:

  • Legt gemeinsam mit euren Kindern Bildschirmzeit-Regeln fest, die sowohl ihre Bedürfnisse als auch Eltern-Sorgen berücksichtigen.
  • Nutzt Geräte- und App-Einstellungen sinnvoll: z. B. Privatsphäre-Einstellungen, Suchfilter oder Familiensicherungen.
  • Erklärt, warum diese Einstellungen da sind — so wird der Schutz nicht als „Verbot“, sondern als Verantwortungs-Tool verstanden.

Technik kann unterstützen, wenn sie gemeinsam ausgewählt und erklärt wird, statt nur als einseitige Barriere zu fungieren.

4) Regeln gemeinsam aufstellen: Beteiligung stärkt Selbstverantwortung

Kinder und Jugendliche nehmen Regeln besser an, wenn sie an deren Formulierung beteiligt werden. Setzt euch zusammen und entwickelt einen „Familien-Medienkodex“:
Beispiele für solche Regeln:

  • „Wir posten nichts, was jemand anderen verletzen könnte.“
  • „Private Daten gehören nicht in öffentliche Chats.“
  • „Wenn etwas online komisch oder schwer zu verstehen ist, fragen wir und wenden uns an die Eltern.“

Das gemeinsame Festlegen von Regeln fördert Verantwortungsgefühl und stärkt die Fähigkeit, eigene Entscheidungen zu treffen.

5) Diese Themen sollten Kinder im digitalen Alltag kennen

a) Fake News und Täuschung
Erklärt euren Kindern, wie Bilder und Nachrichten manipuliert sein können. Zeigt Beispiele und fragt: „Was wirkt echt? Worauf muss man achten?“
b) Umgang mit KI-Bots und Chats
Sprecht darüber, was KI leisten kann und wo Vorsicht nötig ist, besonders bei emotional wirkenden Antworten und beim Teilen persönlicher Informationen.
c) Cybermobbing erkennen und intervenieren
Kinder sollten wissen, wie sie Anzeichen von Mobbing online erkennen und wie sie sich und andere unterstützen können (z. B. durch Ermutigung, Screenshots machen und Hilfe holen).

6) Positive Mediennutzung fördern, anstatt nur Risiken benennen

Medienkompetenz heißt auch, Kinder zu befähigen, Medien bewusst und sinnvoll zu nutzen:
Kreative Projekte: Kinder können z. B. ein eigenes kurzes Video drehen, einen Blog schreiben oder ein digitales Storytelling gestalten. Recherchieren lernen: Gemeinsam sucht ihr Informationen zu einem Thema, vergleicht Quellen und bewertet deren Qualität.
So wird Medienkompetenz zum Werkzeug für Gestaltung und nicht nur für Vermeidung.

Die Sicher-Stark-Initiative zählt bundesweit zu den wichtigsten Anlaufstellen, wenn es um den Schutz und die Stärkung von Kindern geht. Seit fast 30 Jahren engagiert sich ein interdisziplinäres Team aus Pädagog:innen, Psycholog:innen, IT-Expert:innen und ehemaligen Polizeibeamt:innen für die Sicherheit von Kindern. In ganz Deutschland bietet die Initiative praxisnahe Schulungen, Elterntrainings und Webinare an – mit dem Ziel, Kinder frühzeitig zu stärken und ihnen ein sicheres, selbstbestimmtes Leben in analogen wie digitalen Lebenswelten zu ermöglichen.
Mehr Infomationen: https://www.sicher-stark-team.de/

Quellen: https://www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/gefahren-im-internet/medienkompetenz/?utm_source

https://www.familienportal.nrw/de/10-bis-16-jahre/gesundheit-kind/sicher-surfen?utm_source

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Autorin: Daniela Schönwald

Warum moderne Erziehung mehr bedeutet als Regeln oder grenzenlose Freiheit

Eltern stehen heute vor einer Herausforderung: Einerseits möchten sie ihre Kinder liebevoll begleiten, sensibel auf Bedürfnisse eingehen und starke Beziehungen aufbauen. Andererseits sollen Grenzen gesetzt, Regeln vermittelt und soziale Normen eingeübt werden. Viele nutzen den Begriff „bedürfnisorientierte Erziehung“. Doch was bedeutet das wirklich? Und wie lässt sich dieser Ansatz mit dem Bedürfnis nach Sicherheit, Orientierung und klarer Struktur verbinden, ohne in Beliebigkeit zu verfallen?
Bedürfnisorientierte Erziehung wird oft missverstanden als „Kinder dürfen alles“ oder „alles wird akzeptiert, Hauptsache das Kind fühlt sich gut“. Doch genau das ist damit nicht gemeint und genau hier liegt die Gefahr, die Eltern oft verunsichert. Bedürfnisorientierung bedeutet nicht grenzenlose Freiheit, sondern achtsame Führung: verstanden als ein Erziehungsstil, der Bedürfnisse wahrnimmt, kommuniziert und mit klaren, altersgerechten Strukturen ergänzt.

Was bedeutet „bedürfnisorientiert“ wirklich?

Der Kern dieses Ansatzes ist einfach, aber tief: Kinder haben Gefühle, Wünsche, Unsicherheiten und diese haben Bedeutung. Bedürfnisorientierte Erziehung besagt, dass Eltern diese Gefühle nicht ignorieren, belächeln oder sofort bestrafen, sondern sie wahrnehmen, benennen und mit dem Kind gemeinsam betrachten.
Das bedeutet etwa:
· Zuhören statt sofort reagieren
· Wahrnehmen statt abwerten
· Erklären statt bestrafen
Das Ziel ist nicht, Kinder in das Chaos zu entlassen, sondern ihnen zu helfen, ihre innere Welt zu verstehen und in äußere Regeln einzuordnen.
Der renommierte Erziehungswissenschaftler Jesper Juul beschreibt das treffend: In einer bedürfnisorientierten Beziehung gehe es darum, Beziehungsqualität herzustellen, nicht um reine Bedürfnisbefriedigung.

Bedürfnisorientiert heißt nicht: „Kinder dürfen alles.“

Ein zentraler Irrtum ist die Annahme, dass Bedürfnisorientierung bedeutet, Kindern alles zu erlauben. Ganz ohne Grenzen, Regeln oder Konsequenzen. Diese Sicht greift jedoch zu kurz. Bedürfnisse sind ein Ausgangspunkt, nicht aber das Ende der Erziehung.
Grenzen sind nicht per se „unerfüllte Bedürfnisse“. Sie sind vielmehr ein notwendiger Bestandteil von Sicherheit und Entwicklung, den Kinder für ihre Orientierung brauchen.
Kinder brauchen:
· Struktur und Verlässlichkeit
· Konsistente Regeln
· Klare Grenzen, die erklären statt verbieten
· Konsequente, aber liebevolle Begleitung
Kinder ohne klare Grenzen werden nicht „freier“ oder „stärker“. Sie erleben vielmehr Unsicherheit: Was ist erlaubt? Was nicht? Was passiert, wenn ich das nicht einhalte?
Bedürfnisorientierung bedeutet daher: Ich nehme die Gefühle und Wahrnehmungen meines Kindes ernst, aber ich begleite es gleichzeitig mit klaren Regeln und einer sicheren Struktur.

Wie setze ich Grenzen, ohne die Bedürfnisse zu ignorieren?

1. Grundbedürfnisse zuerst verstehen
Kinder haben grundlegende Bedürfnisse nach Nähe, Stabilität, Anerkennung und Sicherheit. Wenn ein Kind wütend reagiert, ist nicht primär das Verhalten das Problem, sondern das unerfüllte Gefühl dahinter. Eltern können versuchen, zuerst zu verstehen, bevor sie reagieren.
Beispiel: „Es sieht so aus, als wärst du enttäuscht, weil … Magst du mir erzählen, was du fühlst?“

2. Regeln erklären statt „durchzusetzen“
Kinder verstehen besser, wenn sie den Sinn hinter Regeln erkennen. Ein schlichtes „Du darfst das nicht!“ hilft wenig. Ein „Du darfst das nicht, weil …“ schafft Einsicht.
Beispiel: „Wir gehen gleich essen, deshalb kannst du jetzt nicht weiterspielen.“
So entsteht kein Machtkampf, sondern Verständnis.

3. Konsequenzen sind kein Widerspruch zu Nähe
Konsequenzen können logisch und liebevoll sein. Kinder müssen lernen, dass Handlungen Folgen haben, denn das ist ein Grundprinzip von realer Sicherheit und sozialem Miteinander.
Beispiel: Ein Kind räumt sein Spielzeug nicht weg → Konsequenz: Es wird erst wieder nach dem Aufräumen gespielt. Das ist kein Bestrafen, sondern ein klares, nachvollziehbares Ergebnis.

Bedürfnisorientierte Erziehung und Sicherheit gehen Hand in Hand

Sicher und Stark steht für ganzheitliche Kindersicherheit, nicht nur physisch (z. B. Schulweg, Gefahrenvermeidung), sondern auch psychisch. Bedürfnisorientierte Erziehung ist ein Baustein dieser psychischen Sicherheit.
Kinder, die spüren:

  • „Meine Eltern hören mir zu“,
  • „Ich werde ernst genommen“,
  • „Meine Gefühle zählen“,

… entwickeln ein starkes Selbstwertgefühl. Und genau dieses Selbstwertgefühl macht Kinder robuster gegenüber Mobbing, Gruppendruck, Unsicherheit oder schwierigen Lebensphasen.
Bedürfnisorientierung bedeutet also nicht „Alles ist erlaubt!“, sondern vielmehr: Ich achte dich, aber ich begleite dich mit klaren Leitplanken.

Die Sicher-Stark-Initiative zählt bundesweit zu den wichtigsten Anlaufstellen, wenn es um den Schutz und die Stärkung von Kindern geht. Seit fast 30 Jahren engagiert sich ein interdisziplinäres Team aus Pädagog:innen, Psycholog:innen, IT-Expert:innen und ehemaligen Polizeibeamt:innen für die Sicherheit von Kindern. In ganz Deutschland bietet die Initiative praxisnahe Schulungen, Elterntrainings und Webinare an – mit dem Ziel, Kinder frühzeitig zu stärken und ihnen ein sicheres, selbstbestimmtes Leben in analogen wie digitalen Lebenswelten zu ermöglichen.
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