Wenn Kinder andere Kinder töten

Was Gewalttaten unter Kindern über Risiken, Verantwortung und Prävention offenbaren

Wenn in Deutschland über schwere Gewalt oder sogar Tötungsdelikte unter Kindern und Jugendlichen berichtet wird, ist die gesellschaftliche Betroffenheit besonders groß. Solche Fälle erschüttern nicht nur wegen ihres Ausmaßes, sondern auch, weil sie das verbreitete Bild von Kindheit als geschütztem Raum infrage stellen. Zwar machen Kinder und Jugendliche insgesamt nur einen kleinen Anteil der registrierten Gewaltkriminalität aus, doch die Entwicklung gibt Anlass zur Sorge: Laut Bundeskriminalamt stieg 2024 die Zahl junger Tatverdächtiger bei Gewaltdelikten, darunter auch Mord und Totschlag. Der Anteil lag bei Kindern bei knapp sieben Prozent und bei Jugendlichen bei fast 16 Prozent.

Gewalt unter Kindern ist zwar real, aber selten monokausal. Täterinnen und Täter sind keine „Monster“, sondern junge Menschen, deren Handeln oft in komplexen biografischen, sozialen und psychischen Belastungen wurzelt. Manchmal eskalieren Konflikte spontan, häufiger entwickeln sie sich aber aus anhaltender Frustration, Ausgrenzung oder dem Gefühl von Ohnmacht. Warum ein Kind extrem gewalttätig handelt und ein anderes nicht, lässt sich nicht pauschal erklären. Gerade weil die Ursachen vielschichtig sind, muss Prävention frühzeitig und auf mehreren Ebenen ansetzen.

Die Ursachen liegen häufig sowohl in persönlichen Belastungen als auch in sozialen Rahmenbedingungen. Kinder wachsen heute in einer Welt auf, die sich rasant verändert hat: brüchigere Beziehungen, hohe Alltagsbelastung und eine permanente digitale Präsenz, in der auch Gewalt allgegenwärtig ist. Das erklärt zwar noch keine Tat, beeinflusst aber, wie junge Menschen Konflikte wahrnehmen, Gefühle verarbeiten und auf Spannungen reagieren.
Ein weiterer Punkt ist die zunehmende Belastung durch psychische Probleme bei Kindern und Jugendlichen. Fachleute berichten, dass psychische Erkrankungen und Probleme mit der Impulskontrolle bei jungen Menschen zugenommen haben. Solche inneren Spannungen können in Verbindung mit anderen Stressoren dazu beitragen, dass Gewalt zur einzigen Handlungsoption wird – nicht weil Kinder von Natur aus gewalttätig sind, sondern weil ihnen die Kompetenzen fehlen, Konflikte anders zu lösen oder belastende Emotionen zu regulieren.

Bei Fällen extremer Gewalt, ausgeübt durch Kinder, wird häufig über härtere strafrechtliche Konsequenzen diskutiert. In Deutschland gilt aktuell die Strafmündigkeit ab 14 Jahren. Die wiederkehrende Debatte darüber, ob dieses Alter herabgesetzt werden sollte, zeigt zwar das gesellschaftliche Bedürfnis nach Antworten, jedoch dürfen dabei nicht die tieferliegenden Ursachen aus dem Blick verloren werden.

Für Eltern, Pädagog*innen und alle, die sich für präventive Sicherheit einsetzen, ist genau das ein entscheidender Punkt: Gewaltvermeidung beginnt nicht erst im Moment der Tat, sondern weit früher im Alltag. Kinder und Jugendliche entwickeln Gewaltbereitschaft schließlich nicht im luftleeren Raum, sondern dort, wo sie Gefühle wie Ohnmacht, Frustration, Ungerechtigkeit, Ausgrenzung oder fehlende Kommunikationskompetenzen nicht anders ausdrücken können. Wenn diese Gefühle nicht gesehen, nicht verstanden und begleitet werden, steigt das Risiko, dass sich langfristig problematische Verhaltensweisen entwickeln.

Das heißt konkret: Prävention ist ein Thema der Beziehung. Kinder brauchen eine Umgebung, in der sie lernen, Konflikte verbal, konstruktiv und mit Perspektiven anderer zu lösen. Sie brauchen Erwachsene, die ihnen helfen, Stimmungen wie Wut, Angst oder Traurigkeit zu verstehen und auszudrücken, bevor sie sich in körperliche Auseinandersetzungen verwandeln. Sie brauchen soziale Räume, in denen sie verbindliche Regeln lernen, aber auch Unterstützung erfahren, wenn sie diese nicht einhalten. Das stärkt nicht nur individuelles Verhalten, sondern fördert kollektive Normen des Respekts und des sozialen Miteinanders.

Der Ansatz von Sicher & Stark richtet sich genau auf diese Felder: Es geht nicht nur um Schutz im Sinne von äußerer Sicherheit, sondern um die Stärkung innerer Kompetenzen wie Selbstwert, Konfliktfähigkeit, Selbstbehauptung und Empathie. Lernt ein Kind früh, dass es gehört wird, seine Gefühle ernst genommen werden und es konstruktive Wege gibt, Spannungen zu bewältigen, verringert sich die Wahrscheinlichkeit, dass es Gewalt als Lösung einsetzt.

Dabei muss nicht jede Form von kindlicher Impulsivität oder Aggression gleich pathologisiert werden. Vielmehr geht es darum, Kontext zu schaffen: stabile Bindungen, funktionierende soziale Netzwerke sowie Räume für Beteiligung und Mitbestimmung. All das sind Faktoren, die zur Resilienz beitragen und so Gewalt entgegenwirken können.

Die nüchterne, aber hoffnungsvolle Perspektive lautet: Kinder, die sich wahrgenommen fühlen, lernen, Konflikte anders zu lösen als mit Gewalt und entwickeln soziale Kompetenzen, sind weniger anfällig für extreme Gewalttaten. Prävention beginnt früh, lange vor dem Moment der Eskalation, und sie ist eine gemeinsame Aufgabe von Familien, Pädagog*innen und Gesellschaft. Kein einfacher Weg, aber einer, der Kinder, Familien und die Gesellschaft sicherer und stärker macht.

Quellen: https://www.bka.de/DE/AktuelleInformationen/StatistikenLagebilder/PolizeilicheKriminalstatistik/PKS2024/Polizeiliche_Kriminalstatistik_2024/Polizeiliche_Kriminalstatistik_2024_node.html?

https://www.wa.de/deutschland/psychiater-holtmann-kinder-die-toeten-sind-keine-monster-94181872.html?

https://www.welt.de/regionales/baden-wuerttemberg/article6993da52f1c55d28ade6a861/wenn-kinder-zu-gewalttaetern-werden.html?

Die Sicher-Stark-Initiative zählt bundesweit zu den wichtigsten Anlaufstellen, wenn es um den Schutz und die Stärkung von Kindern geht. Seit fast 30 Jahren engagiert sich ein fachübergreifendes Team aus der Pädagogik, der Psychologie und der IT zusammen mit ehemaligen Polizeikräften für die Sicherheit von Kindern. In ganz Deutschland bietet die Initiative praxisnahe Schulungen, Fachkräfte-Weiterbildungen, Elterntrainings und Webinare an. Mit dem Ziel, Kinder frühzeitig zu stärken und ihnen ein sicheres, selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. In der analogen wie in der digitalen Welt.
Mehr Informationen finden Sie unter: www.sicher-stark-team.de.

Für Rückfragen:
BUNDESPRESSESTELLE SICHER-STARK
Hofpfad 11
D – 53879 Euskirchen
Service -Tel. 0180 – 5550133-2*
Service -Fax: 0180 – 5550133-0*
(* 0,14 Euro pro Minute aus dem deutschen Festnetz; maximal 42 Cent pro Minute aus dem Mobilfunknetz.)
Internet:www.sicher-stark-team.de
E-Mail: presse@sicher-stark.de

Autorin: Daniela Schönwald

„Ich weiß, wo eure Kinder sind“

Was Social Media über Kinder verrät und warum Eltern genauer hinschauen sollten

„Ich weiß, wo eure Kinder sind.“

Mit diesem Satz beginnt der IT-Experte und Hacker Sascha Bolmer häufig seine Vorträge vor Eltern und Schulklassen. Für einen Moment wird es still im Raum. Der Satz klingt wie eine Drohung, ist aber eine Demonstration. Bolmer zeigt, wie leicht sich über öffentlich zugängliche Informationen im Internet Details über Kinder und ihre Familien herausfinden lassen. Ein Foto auf Instagram, eine Standortmarkierung bei TikTok oder ein Kommentar unter einem Video – einzeln wirken solche Beiträge harmlos. Zusammengenommen können sie jedoch ein erstaunlich genaues Bild vom Alltag eines Kindes ergeben. Wer genau hinsieht, kann aus scheinbar nebensächlichen Informationen ein digitales Profil erstellen. Diese Demonstrationen sollen nicht verunsichern, sondern sensibilisieren. Denn viele Kinder bewegen sich heute selbstverständlich in sozialen Netzwerken, ohne sich bewusst zu sein, welche Spuren sie dort hinterlassen. Gleichzeitig teilen auch Eltern häufig Fotos oder Informationen über ihre Kinder im Internet. Aus Sicht von IT-Sicherheitsexperten entsteht so schnell ein umfangreiches digitales Profil, das für weit mehr Menschen sichtbar ist, als ursprünglich gedacht.

Wenn der Alltag zum digitalen Puzzle wird

Das Risiko entsteht selten durch einen einzelnen Beitrag. Problematisch wird es erst, wenn viele kleine Informationen zusammenkommen. Ein Foto vor der Schule, ein Hinweis auf das Fußballtraining oder ein Video vom Heimweg können gemeinsam ein erstaunlich genaues Bild des Alltags ergeben.
Experten sprechen hier von einem digitalen Puzzle: Einzelne Details wirken unbedeutend, ergeben zusammen jedoch ein vollständiges Profil. Aufenthaltsorte, Gewohnheiten oder soziale Kontakte lassen sich daraus oft relativ leicht ableiten. Dafür braucht es häufig nicht einmal aufwendige Hackerangriffe. Viele Informationen sind öffentlich zugänglich, weil Profile nicht ausreichend geschützt sind oder Nutzer sehr offen posten. In solchen Fällen reicht oft schon eine einfache Recherche im Netz, um überraschend viele Details über eine Person zu erfahren. Gerade bei Kindern kann das jedoch problematisch werden.

Warum Kinder im Netz besonders verletzlich sind

Kinder und Jugendliche wachsen in einer digitalen Welt auf, in der Kommunikation, Selbstdarstellung und soziale Beziehungen eng mit Online-Plattformen verbunden sind. Likes und Kommentare schaffen Aufmerksamkeit und Anerkennung, was ein starker Anreiz ist, Inhalte zu teilen.
Doch mit jedem Beitrag entstehen digitale Spuren. Bilder, Videos und Kommentare können dauerhaft gespeichert, kopiert oder weiterverbreitet werden. Oft enthalten Fotos zudem mehr Informationen, als auf den ersten Blick erkennbar ist. Gebäude, Straßenschilder oder Vereinslogos im Hintergrund können Hinweise auf Orte liefern.
Hinzu kommt ein weiteres Phänomen: Viele Eltern posten stolz Bilder ihrer Kinder im Internet. Dieses Verhalten wird inzwischen häufig als „Sharenting“ bezeichnet. Dadurch entstehen digitale Profile von Kindern, noch bevor sie selbst entscheiden können, welche Informationen sie preisgeben möchten.

Digitale Sicherheit beginnt mit Medienkompetenz

Für Prävention bedeutet das: Digitale Sicherheit gehört heute selbstverständlich zur Erziehung. Kinder müssen lernen, persönliche Daten genauso zu schützen wie ihre körperlichen Grenzen.
Dabei geht es nicht darum, soziale Medien grundsätzlich zu verbieten. Sie sind längst Teil des Alltags junger Menschen. Entscheidend ist vielmehr, dass Kinder verstehen, welche Informationen sensibel sind und welche Folgen unbedachtes Teilen haben kann.

Besonders vorsichtig sollte man mit folgenden Angaben umgehen:

  • vollständiger Name, Adresse oder Telefonnummer
  • Schulnamen, tägliche Wege oder regelmäßige Aufenthaltsorte
  • Fotos, die Rückschlüsse auf Wohnort oder Freizeitorte zulassen

Solche Informationen können in falschen Händen missbraucht werden, wie etwa für Betrugsversuche, Identitätsdiebstahl oder unerwünschte Kontaktaufnahmen.

Kinder im digitalen Alltag begleiten

Kinder brauchen deshalb nicht nur technische Fähigkeiten, sondern auch Orientierung. Medienkompetenz bedeutet, Risiken zu erkennen, Informationen kritisch zu hinterfragen und bewusst zu entscheiden, was öffentlich sein soll.
Eltern spielen dabei eine entscheidende Rolle. Offene Gespräche über Social Media sind oft wirksamer als strenge Verbote. Wenn Kinder über ihre Online-Erfahrungen sprechen können, entsteht Vertrauen und gleichzeitig die Möglichkeit, Risiken gemeinsam zu besprechen.
Ebenso hilfreich ist es, gemeinsam Regeln für den Umgang mit digitalen Medien zu entwickeln. Dazu gehört etwa, Privatsphäre-Einstellungen zu prüfen, Kontakte bewusst auszuwählen und regelmäßig darüber zu sprechen, welche Inhalte online geteilt werden.

Kinder stark machen – auch online

Der Satz „Ich weiß, wo eure Kinder sind“ wirkt zunächst erschreckend. Tatsächlich zeigt er vor allem, wie transparent unser Alltag im Internet geworden ist.
Die gute Nachricht ist: Digitale Sicherheit lässt sich lernen. Wenn Kinder früh verstehen, welche Informationen sensibel sind und wie sie ihre Privatsphäre schützen können, entwickeln sie ein gesundes Bewusstsein für den Umgang mit sozialen Medien.
Denn Sicherheit endet längst nicht mehr an der Haustür oder auf dem Schulweg, sondern geht weiter im Netz.
Quelle: https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/osnabrueck_emsland/ich-weiss-wo-eure-kinder-sind-hacker-klaert-ueber-social-media-auf,hacker-226.html

Die Sicher-Stark-Initiative zählt bundesweit zu den wichtigsten Anlaufstellen, wenn es um den Schutz und die Stärkung von Kindern geht. Seit fast 30 Jahren engagiert sich ein fachübergreifendes Team aus der Pädagogik, der Psychologie und der IT zusammen mit ehemaligen Polizeikräften für die Sicherheit von Kindern. In ganz Deutschland bietet die Initiative praxisnahe Schulungen, Fachkräfte-Weiterbildungen, Elterntrainings und Webinare an. Mit dem Ziel, Kinder frühzeitig zu stärken und ihnen ein sicheres, selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. In der analogen wie in der digitalen Welt.
Mehr Informationen finden Sie unter: www.sicher-stark-team.de.

Für Rückfragen:
BUNDESPRESSESTELLE SICHER-STARK
Hofpfad 11
D – 53879 Euskirchen
Service -Tel. 0180 – 5550133-2*
Service -Fax: 0180 – 5550133-0*
(* 0,14 Euro pro Minute aus dem deutschen Festnetz; maximal 42 Cent pro Minute aus dem Mobilfunknetz.)
Internet:www.sicher-stark-team.de
E-Mail: presse@sicher-stark.de

Autorin: Daniela Schönwald

Wenn Aufmerksamkeit zum Schutz wird: Wie Eltern Anzeichen von Gefährdung bei Kindern erkennen

Kinder sollen in ihrer Kindheit lernen, spielen und Vertrauen in sich selbst entwickeln. Doch manchmal geraten sie in Situationen, in denen ihre Sicherheit, ihr Wohlbefinden oder ihre Entwicklung gefährdet sind, wie etwa durch Vernachlässigung, Gewalt oder sexuellen Missbrauch. Solche Gefährdungen bleiben oft über lange Zeit unentdeckt, weil die Anzeichen subtil sind oder Erwachsene sie nicht erkennen – oder wegsehen. Darum ist es eine der wichtigsten Aufgaben von Eltern, Bezugspersonen und auch der Gesellschaft, Frühwarnzeichen für Risiken zu erkennen und sensibel darauf zu reagieren.

Warum Warnsignale wichtig sind und warum sie oft übersehen werden

Gefährdungen des Kindeswohls sind keine seltenen Einzelfälle. Jugendämter verzeichnen jährlich Tausende Einschätzungen, bei denen von akuter oder latenter Gefährdung ausgegangen wird. In einem Drittel der Fälle zeigt sich eine Form von Misshandlung, sei es Vernachlässigung, körperliche oder psychische Gewalt oder sexuelle Gewalt.
Ein zentrales Problem ist dabei: Kinder sagen selten direkt, wenn ihnen etwas Schlimmes passiert. Scham, Angst, Loyalität gegenüber der Täterperson oder fehlende Worte können dazu führen, dass betroffene Kinder stumm bleiben. Deshalb sind das Verhalten und körperliche, emotionale sowie soziale Veränderungen oft die einzigen Hinweise darauf, dass etwas nicht stimmt.

Frühwarnzeichen erkennen: Körperliche und emotionale Signale

Die Anzeichen für Kindesmissbrauch oder Vernachlässigung sind vielfältig und wirken oft unspezifisch, können jedoch in ihrer Kombination auf eine Gefährdung hindeuten. Dabei gilt: Ein einzelnes Signal beweist noch nichts, doch mehrere Symptome zusammen sollten aufmerksam machen und nicht ignoriert werden.

Körperliche Hinweise
Erlebt ein Kind körperliche Gewalt, können sich dafür sichtbare Hinweise zeigen, zum Beispiel:
· ungeklärte Verletzungen wie blaue Flecken, Brandmale, Striemen oder wiederkehrende Wunden
· Verletzungen in verschiedenen Heilungsphasen
· Schmerzen ohne klare Ursache oder wiederkehrende Beschwerden
· häufige Arztbesuche ohne schlüssige Erklärung
· Anzeichen körperlicher Vernachlässigung wie ungeeignete Kleidung oder dauerhafte schlechte Hygiene

Emotionale und verhaltensbezogene Warnsignale
Das Verhalten eines Kindes verändert sich oft lange, bevor ein Erwachsener Verdacht schöpft. Dazu gehören:
· plötzlicher sozialer Rückzug, Isolation oder Rückzug aus früheren Aktivitäten
· starke Angst oder Furcht vor bestimmten Menschen oder Situationen
· auffällige Stimmungsschwankungen, Übererregbarkeit oder starke Aggressivität
· Gefühle von Niedergeschlagenheit, Verdruss, Stimmungstiefs oder Traurigkeit
· Schwierigkeiten in der Schule, Leistungsabfall oder häufige Fehlzeiten
· Regression in frühere Verhaltensweisen (z. B. Bettnässen, Daumenlutschen)

Sexuelle Gewalt-spezifische Hinweise
Sexueller Missbrauch kann besonders schwer zu erkennen sein, weil er oft im Verborgenen stattfindet. Dennoch gibt es Verhaltensmuster, auf die Erwachsene achten sollten:
· plötzliches Unwohlsein beim Duschen, Umkleiden oder in bestimmten Situationen
· vermeidendes Verhalten in Bezug auf bestimmte Personen, Orte oder Aktivitäten
· altersunangemessene Kenntnisse über Sexualität
· neue auffällige sexuelle Sprache oder Verhalten
· Angst, allein gelassen zu werden, oder übertriebene Bindung an bestimmte Erwachsene oder Kinder

Warum Kinder nicht darüber sprechen –und wie Erwachsene reagieren sollten

Kinder, die Gewalt oder Missbrauch erleben, schämen sich häufig oder fühlen sich schuldig. Sie haben Angst vor den Reaktionen der Erwachsenen oder davor, dass sie selbst bestraft werden. Sie glauben oft, dass sie nicht gehört oder nicht ernst genommen werden. Ein offener, sicherer Gesprächskontext, in dem Kinder spüren, dass ihre Worte ohne Verurteilung angenommen werden, ist deshalb entscheidend.
Wenn ein Kind Anzeichen zeigt, ist es wichtig, genau zuzuhören, die Worte ernst zu nehmen und ein ruhiges, einladendes Gespräch anzubieten:
· „Du wirkst in letzter Zeit oft traurig. Möchtest du darüber sprechen?“
· „Mir ist aufgefallen, dass du nachts schlechter schläfst. Woran könnte das liegen?“
Wichtig ist dabei: Nicht nach Täterpersonen fragen, sondern auf Gefühle und Erlebnisse fokussieren. Kinder brauchen Sicherheit und Respekt und keine Suggestivfragen.

Die Rolle von Eltern und Bezugspersonen

Eltern sind nicht allein verantwortlich, aber sie sind oft die ersten, die Anzeichen bemerken. Genaues Beobachten, Empathie und eine klare Haltung sind Teil dieser Verantwortung. Ergänzend gilt: Niemand sollte mit dem Verdacht allein bleiben. In Deutschland gibt es niedrigschwellige Unterstützungsstrukturen:
· Jugendämter sind die offiziellen Anlaufstellen für Kindeswohlgefährdung.
· Kinder- und Jugendhilfe kann prüfen und begleiten.
· Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM) veröffentlicht Monitoringberichte und Konzepte zur Prävention sexualisierter Gewalt (z. B. für Schulen).
· Sicher-Stark-Organisation bietet Präventionskurse für Kinder im Alter von 5 bis
10 Jahren an, die diese stärken, sowie auch Elterntrainings und
Fachkräfteweiterbildung.
Anzeichen sollten nicht ignoriert, sondern abgeklärt werden – auch wenn sich später herausstellt, dass sie einen anderen Grund hatten. Ein Gespräch mit Fachpersonen kann helfen, Situationen besser einzuordnen.

Schutzfaktoren kennen: Prävention beginnt im Alltag

Vorbeugen ist so wichtig wie Erkennen. Familien und Gemeinschaften können Schutzräume schaffen, in denen Kinder sich sicher fühlen, stark sind und lernen, über unangenehme Situationen zu sprechen. Zu Schutzfaktoren gehören:
1. Offene Kommunikation: Kinder wissen, dass sie jederzeit gehört werden.
2. Klare Grenzen und Respekt: Kinder erleben, dass ihre Körpergrenzen wichtig sind und immer respektiert werden müssen.
3. Bildung über Risiken: Kinder lernen altersgerecht, was gute und schlechte Berührungen sind, und dass sie jederzeit „Stopp“ sagen dürfen.
4. Vertraute Bezugspersonen: Kinder haben mehrere Erwachsene, denen sie vertrauen können.
Vermitteln Eltern solche Grundlagen, stärken sie nicht nur die körperliche, sondern auch die psychische Gesundheit ihrer Kinder. Kinder, die sich sicher fühlen, zeigen oft eher Signale, bevor schwerwiegende Situationen entstehen.

Was tun, wenn Warnsignale auffällig werden?

1. Beobachten und dokumentieren: Was wurde beobachtet? Seit wann? Wie häufig?
2. Respektvoll nachfragen: In einer sicheren Situation, ohne Vorwurf.
3. Professionelle Hilfe einbeziehen: Jugendamt, Familienhilfe oder spezialisierte Beratungsstellen.
4. Nicht schweigen: Schon kleine Hinweise können ein Anfang sein, um einem Kind Schutz zu geben.
Wichtig ist: Es ist besser, eine mögliche Gefahr zu melden und sich zu irren, als schweigend zuzusehen. Erwachsene haben eine gesetzliche und moralische Pflicht, Kinder zu schützen.

Bei Verdachtsfällen von sexuellem Missbrauch berät das Hilfe-Telefon unter der Nummer 0800 22 55 530 montags, mittwochs und freitags von 9:00 bis 14:00 Uhr sowie dienstags und donnerstags von 15:00 bis 20:00 Uhr – kostenfrei und anonym.

Quellen: https://www.publikationen-bundesregierung.de/pp-de/publikationssuche/praevention-missbrauch-2336262?utm_source
https://www.hilfe-portal-missbrauch.de/hilfe-telefon

Die Sicher-Stark-Initiative zählt bundesweit zu den wichtigsten Anlaufstellen, wenn es um den Schutz und die Stärkung von Kindern geht. Seit fast 30 Jahren engagiert sich ein fachübergreifendes Team aus der Pädagogik, der Psychologie und der IT zusammen mit ehemaligen Polizeikräften für die Sicherheit von Kindern. In ganz Deutschland bietet die Initiative praxisnahe Schulungen, Fachkräfte-Weiterbildungen, Elterntrainings und Webinare an. Mit dem Ziel, Kinder frühzeitig zu stärken und ihnen ein sicheres, selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. In der analogen wie in der digitalen Welt. Mehr Informationen finden Sie unter: www.sicher-stark-team.de.

Für Rückfragen:
BUNDESPRESSESTELLE SICHER-STARK
Hofpfad 11
D – 53879 Euskirchen
Service -Tel. 0180 – 5550133-2*
Service -Fax: 0180 – 5550133-0*
(* 0,14 Euro pro Minute aus dem deutschen Festnetz; maximal 42 Cent pro Minute aus dem Mobilfunknetz.)
Internet:www.sicher-stark-team.de
E-Mail: presse@sicher-stark.de

Autorin: Daniela Schönwald

Doomscrolling bei Kindern: Wenn der Kopf überfordert ist

Rasantes Reden, viele Informationen, schnelle Geschwindigkeit, Dopaminrausch und nach 30 Sekunden ist alles vorbei und geht mit dem nächsten Video von vorne los.

Die Welt der Kurzvideos spricht viele Reize gleichzeitig an und kann ähnliche Hirnareale ansprechen, wie es Drogen, Zucker oder Extremsportarten tun.

Beim Scrollen auf TikTok oder Instagram wird vor allem das Belohnungssystem aktiviert, insbesondere das dopaminerge Netzwerk.

Dopamin ist ein Motivations- und Erwartungsbotenstoff. Besonders stark wird er bei Unvorhersehbarkeit ausgeschüttet und genau das ist die Krux.

Auch viele Erwachsene berichten, dass sie zum exzessiven Scrollen neigen, insbesondere in Momenten des Aufschiebens oder der Überforderung. Es fällt ihnen schwer, das Smartphone beiseitezulegen, obwohl sie wissen, dass ein übermäßiger Konsum ihnen nicht guttut. Erwachsene verfügen in der Regel über Strategien zur Selbstregulation, etwa durch bewusste Medienpausen oder die Nutzung von Bildschirmzeit Einstellungen. Kinder hingegen haben diese Weitsicht und Selbstkontrolle häufig noch nicht entwickelt und können die langfristigen Auswirkungen intensiven Medienkonsums nur schwer einschätzen.

Wie kann man Kindern dieses Thema nahebringen?

1. Kindgerechte Aufklärung statt Verbote

Kinder und können komplexe Zusammenhänge verstehen, wenn man sie in einer Sprache erklärt, die zu ihrer Lebenswelt passen.Statt Verbote ohne weitere Erklärung auszusprechen, hilft es, Kindern zu erklären, was in ihrem Kopf passiert, wenn sie lange durch Videos scrollen.Man könnte es Kindern zum Beispiel so erklären:
„TikTok ist wie eine riesige Kiste mit Überraschungen. Dein Gehirn freut sich über jede neue Sache. Aber wenn man zu viele Überraschungen hintereinander bekommt, wird der Kopf irgendwann müde und durcheinander, auch wenn es sich erst noch spannend anfühlt.“

Wichtig ist dabei, keine Schuld zuzuweisen:
„Das liegt nicht daran, dass du etwas falsch machst. Die App ist extra so gebaut, dass man immer weiterschaut.“

So verstehen Kinder, dass nicht sie das Problem sind, sondern dass Apps bewusst so funktionieren.Kinder sollten immer hören:
„Es geht nicht darum, dass du das nicht darfst. Es geht darum, dass dein Kopf auch Pausen braucht, damit er sich gut anfühlt.“So wird aus einem Verbot Verständnis, aus Kontrolle Begleitung und aus Schuld Selbstwahrnehmung.

Wie können Fake News überprüft werden?

2. Gefühle und Auswirkungen gemeinsam wahrnehmen

Kinder verstehen oft besser, was etwas mit ihnen macht, als warum es theoretisch problematisch ist. Deshalb ist es hilfreich, den Fokus nicht auf Regeln zu legen, sondern auf das eigene Erleben.Statt zu sagen, dass Doomscrolling schädlich ist, können Erwachsene Kinder dabei begleiten, ihre eigenen Gefühle und Körpersignale wahrzunehmen.Durch diese Fragen könnte man Kinder begleiten:

– Wie fühlt sich dein Kopf an, nachdem du Videos geschaut hast?
– Ist er eher wach oder müde?
– Fühlt er sich voll oder leer an?Erklären, was in der Zeit nicht passiert

„Während du Videos geschaut hast, bekommt dein Hirn ganz viele Bilder und Geräusche. Es kann aber in dieser Zeit nicht kreativ werden oder sich selbst etwas ausdenken.“

Das Gehirn als Team erklären

„Dein Gehirn besteht aus vielen Teilen, die zusammenarbeiten. Beim Scrollen arbeitet fast immer derselbe Teil, der für schnelle Bilder zuständig ist. Andere Teile, zum Beispiel fürs Nachdenken, Erfinden oder Planen, haben dabei Pause. Wenn immer nur ein Teil arbeitet, wird der schnell müde.“

Wenn vorhanden, eigene Erfahrungen teilen

Ein besonders wertvoller Zugang ist, wenn Erwachsene von sich selbst erzählen, ohne zu dramatisieren.„Mir passiert das auch. Wenn ich lange am Handy bin, fühle ich mich danach oft ausgelaugt oder unruhig. Die Dinge, die ich eigentlich erledigen wollte, sind dann immer noch da, und das frustriert mich.“

Kinder lernen hier, Gefühle zu benennen, Zusammenhänge zu erkennen, dass Erwachsene auch betroffen sind und dass es kein persönliches Versagen ist
So entsteht Verständnis statt Widerstand und genau darauf baut ein gesunder Umgang mit Medien auf.

3. Begleiten statt kontrollieren

Natürlich müssen Eltern auch konsequent sein, denn sie tragen Verantwortung für ihre Kinder. Konsequent zu sein bedeutet jedoch nicht, pauschale Verbote auszusprechen, und schon gar nicht ohne Erklärung.Was naheliegend ist, aber oft übersehen wird, ist die eigene Vorbildfunktion. Kinder schauen sich unglaublich viel von ihren Eltern ab. Wenn Erwachsene beim Essen ständig zum Handy greifen oder alle paar Minuten darauf schauen, wird es schwer, Kindern glaubhaft zu vermitteln, dass genau dieses Verhalten nicht gut für sie ist. Denn Kinder merken sehr genau, was gesagt wird und was tatsächlich gelebt wird.Wenn Regeln notwendig sind, sollten sie deshalb möglichst gemeinsam mit den Kindern erarbeitet werden. So können Kinder mitdenken, mitentscheiden und verstehen, warum es diese Regeln gibt. Werden Regeln einfach vorgegeben, ohne Beteiligung oder Erklärung, entsteht schnell Widerstand. Nicht, weil Kinder „schwierig“ sind, sondern weil sie sich übergangen fühlen.

Reine Bildschirmverbote halten meist nur kurz, da sie das eigentliche Problem nicht lösen. Sie setzen am Symptom an, nicht an der Ursache. Genau hier greifen die vorherigen Punkte. Statt reiner Kontrolle braucht es Gespräche und Mitgestaltung. Langfristig brauchen Kinder keine Kontrolle von außen, sondern Orientierung und Begleitung von innen.

4. Alternativen anbieten, nicht aufzwingen

Wenn das Gehirn durch Doomscrolling bereits reizüberflutet ist, gibt es einige Dinge, die ihm helfen können, wieder zur Ruhe zu kommen. Dazu zählen zum Beispiel

• Rausgehen ohne Ziel, spazieren, schaukeln oder im Sand buddeln
• Malen oder kneten, frei, ohne Vorgaben oder Bewertung
• Bauen und sortieren, etwa mit Lego, Bausteinen oder Puzzles
• Vorlesen oder gemeinsam Bilder anschauen, ruhig und ohne Bildschirm
• Körperkontakt, kuscheln, eine Handmassage oder eine feste Umarmung
• Rituale, zum Beispiel nach dem Handy immer dieselbe ruhige Aktivität

Besonders hilfreich ist es, Kindern dabei eine kleine Auswahl anzubieten. So können sie selbst mitentscheiden, fühlen sich ernst genommen und die Motivation steigt ganz von allein.

Die Sicher-Stark-Initiative zählt bundesweit zu den wichtigsten Anlaufstellen, wenn es um den Schutz und die Stärkung von Kindern geht. Seit fast 30 Jahren engagiert sich ein fachübergreifendes Team aus der Pädagogik, der Psychologie und der IT zusammen mit ehemaligen Polizeikräften für die Sicherheit von Kindern. In ganz Deutschland bietet die Initiative praxisnahe Schulungen, Fachkräfte-Weiterbildungen, Elterntrainings und Webinare an. Mit dem Ziel, Kinder frühzeitig zu stärken und ihnen ein sicheres, selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. In der analogen wie in der digitalen Welt. Mehr Informationen finden Sie unter: www.sicher-stark-team.de.

Für Rückfragen:
BUNDESPRESSESTELLE SICHER-STARK
Hofpfad 11
D – 53879 Euskirchen
Service -Tel. 0180 – 5550133-2*
Service -Fax: 0180 – 5550133-0*
(* 0,14 Euro pro Minute aus dem deutschen Festnetz; maximal 42 Cent pro Minute aus dem Mobilfunknetz.)
Internet:www.sicher-stark-team.de
E-Mail: presse@sicher-stark.de

Autorin: Jana Schliek

Safer Internet Day 2026: Stärke und Schutz für Kinder im digitalen Alltag

Der Safer Internet Day am 10. Februar 2026 nimmt die Chancen und Risiken des digitalen Lebens in den Blick und rückt die Förderung von Medienkompetenz in den Fokus. Kinder wachsen heute in einer Welt auf, in der digitale und reale Erfahrungen eng miteinander verbunden sind. Eltern und pädagogische Fachkräfte begleiten sie dabei und bieten zugleich einen verlässlichen Schutzraum. Für sicher und stark ist dieser Tag ein Anlass, Familien und Fachkräfte mit konkreten, alltagstauglichen Impulsen zu unterstützen –, denn Kinder brauchen im digitalen Raum nicht nur technische Hinweise, sondern vor allem Vertrauen, Orientierung und klare Begleitung.

Digitale Kompetenzen als Basis für selbstbewusste und geschützte Kinder

Medienkompetenz zu erlangen bedeutet nicht nur „wissen, wie ein Gerät funktioniert“, sondern sie bedeutet, dass Kinder lernen:

  • Informationen kritisch einzuordnen,
  • eigene Grenzen zu setzen,
  • Risiken zu erkennen und
  • sich sicher und selbstbewusst im Netz zu bewegen.

1) Dialog statt Kontrolle: Gespräche über digitale Welt kultivieren

Ein häufiger Wunsch vieler Eltern ist es, Kinder vor Gefahren zu bewahren. Gleichzeitig kann reine Kontrolle jedoch dazu führen, dass Kinder digitale Räume eher verstecken, als sie gemeinsam zu gestalten. Offene und regelmäßige Gespräche sind hier der Schlüssel, um Vertrauen zu wachsen zu lassen.
Konkrete Idee: Macht wöchentliche Mediengesprächen zu eurem kleinen Ritual: zehn Minuten, um gemeinsam über alles zu sprechen, was online passiert ist.

  • Was fand dein Kind online interessant oder lustig?
  • Gab es etwas, das seltsam oder beunruhigend wirkte?
  • Welche Fragen tauchen auf, und wie kann man gemeinsam Antworten finden?

So entsteht Medienkompetenz im Dialog und nicht als eine von oben diktierte Vorschrift.

2) Gemeinsames Erkunden: Medien nicht nur als Risiko, sondern als Lernraum sehen

Das Internet kann ein Ort zum Lernen, Ausprobieren und kreativ werden sein. Kinder sollten daher nicht nur vor Gefahren gewarnt werden, sondern begleitet entdecken, wie digitale Angebote funktionieren.
Praxis-Tipp: Sitzt gemeinsam mit älteren Kindern an einem Rechner oder Tablet und schaut euch eine neue App, ein Spiel oder einen Video-Kanal an. Stellt Fragen wie:

  • Was gefällt dir an dieser Seite?
  • Welche Informationen sind dort ernst gemeint, und was ist nur Unterhaltung?
  • Wie erkennst du, ob eine Quelle glaubwürdig ist

Durch gemeinsames Erkunden lernen Kinder immer besser, Inhalte selbst einzuschätzen.

Wie können Fake News überprüft werden?

3) Technische Schutz- und Hilfsmittel sinnvoll nutzen

Technische Tools wie Kindersicherungen, Jugendschutz-Einstellungen oder Bildschirmzeit-Limits können den Alltag erleichtern — sie ersetzen aber nicht den dialogischen Blick.
Umsetzungstipps:

  • Legt gemeinsam mit euren Kindern Bildschirmzeit-Regeln fest, die sowohl ihre Bedürfnisse als auch Eltern-Sorgen berücksichtigen.
  • Nutzt Geräte- und App-Einstellungen sinnvoll: z. B. Privatsphäre-Einstellungen, Suchfilter oder Familiensicherungen.
  • Erklärt, warum diese Einstellungen da sind — so wird der Schutz nicht als „Verbot“, sondern als Verantwortungs-Tool verstanden.

Technik kann unterstützen, wenn sie gemeinsam ausgewählt und erklärt wird, statt nur als einseitige Barriere zu fungieren.

4) Regeln gemeinsam aufstellen: Beteiligung stärkt Selbstverantwortung

Kinder und Jugendliche nehmen Regeln besser an, wenn sie an deren Formulierung beteiligt werden. Setzt euch zusammen und entwickelt einen „Familien-Medienkodex“:
Beispiele für solche Regeln:

  • „Wir posten nichts, was jemand anderen verletzen könnte.“
  • „Private Daten gehören nicht in öffentliche Chats.“
  • „Wenn etwas online komisch oder schwer zu verstehen ist, fragen wir und wenden uns an die Eltern.“

Das gemeinsame Festlegen von Regeln fördert Verantwortungsgefühl und stärkt die Fähigkeit, eigene Entscheidungen zu treffen.

5) Diese Themen sollten Kinder im digitalen Alltag kennen

a) Fake News und Täuschung
Erklärt euren Kindern, wie Bilder und Nachrichten manipuliert sein können. Zeigt Beispiele und fragt: „Was wirkt echt? Worauf muss man achten?“
b) Umgang mit KI-Bots und Chats
Sprecht darüber, was KI leisten kann und wo Vorsicht nötig ist, besonders bei emotional wirkenden Antworten und beim Teilen persönlicher Informationen.
c) Cybermobbing erkennen und intervenieren
Kinder sollten wissen, wie sie Anzeichen von Mobbing online erkennen und wie sie sich und andere unterstützen können (z. B. durch Ermutigung, Screenshots machen und Hilfe holen).

6) Positive Mediennutzung fördern, anstatt nur Risiken benennen

Medienkompetenz heißt auch, Kinder zu befähigen, Medien bewusst und sinnvoll zu nutzen:
Kreative Projekte: Kinder können z. B. ein eigenes kurzes Video drehen, einen Blog schreiben oder ein digitales Storytelling gestalten. Recherchieren lernen: Gemeinsam sucht ihr Informationen zu einem Thema, vergleicht Quellen und bewertet deren Qualität.
So wird Medienkompetenz zum Werkzeug für Gestaltung und nicht nur für Vermeidung.

Die Sicher-Stark-Initiative zählt bundesweit zu den wichtigsten Anlaufstellen, wenn es um den Schutz und die Stärkung von Kindern geht. Seit fast 30 Jahren engagiert sich ein interdisziplinäres Team aus Pädagog:innen, Psycholog:innen, IT-Expert:innen und ehemaligen Polizeibeamt:innen für die Sicherheit von Kindern. In ganz Deutschland bietet die Initiative praxisnahe Schulungen, Elterntrainings und Webinare an – mit dem Ziel, Kinder frühzeitig zu stärken und ihnen ein sicheres, selbstbestimmtes Leben in analogen wie digitalen Lebenswelten zu ermöglichen.
Mehr Infomationen: https://www.sicher-stark-team.de/

Quellen: https://www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/gefahren-im-internet/medienkompetenz/?utm_source

https://www.familienportal.nrw/de/10-bis-16-jahre/gesundheit-kind/sicher-surfen?utm_source

Für Rückfragen:
BUNDESPRESSESTELLE SICHER-STARK
Hofpfad 11
D – 53879 Euskirchen
Service -Tel. 0180 – 5550133-2*
Service -Fax: 0180 – 5550133-0*
(* 0,14 Euro pro Minute aus dem deutschen Festnetz; maximal 42 Cent pro Minute aus dem Mobilfunknetz.)
Internet:www.sicher-stark-team.de
E-Mail: presse@sicher-stark.de

Autorin: Daniela Schönwald

Warum moderne Erziehung mehr bedeutet als Regeln oder grenzenlose Freiheit

Eltern stehen heute vor einer Herausforderung: Einerseits möchten sie ihre Kinder liebevoll begleiten, sensibel auf Bedürfnisse eingehen und starke Beziehungen aufbauen. Andererseits sollen Grenzen gesetzt, Regeln vermittelt und soziale Normen eingeübt werden. Viele nutzen den Begriff „bedürfnisorientierte Erziehung“. Doch was bedeutet das wirklich? Und wie lässt sich dieser Ansatz mit dem Bedürfnis nach Sicherheit, Orientierung und klarer Struktur verbinden, ohne in Beliebigkeit zu verfallen?
Bedürfnisorientierte Erziehung wird oft missverstanden als „Kinder dürfen alles“ oder „alles wird akzeptiert, Hauptsache das Kind fühlt sich gut“. Doch genau das ist damit nicht gemeint und genau hier liegt die Gefahr, die Eltern oft verunsichert. Bedürfnisorientierung bedeutet nicht grenzenlose Freiheit, sondern achtsame Führung: verstanden als ein Erziehungsstil, der Bedürfnisse wahrnimmt, kommuniziert und mit klaren, altersgerechten Strukturen ergänzt.

Was bedeutet „bedürfnisorientiert“ wirklich?

Der Kern dieses Ansatzes ist einfach, aber tief: Kinder haben Gefühle, Wünsche, Unsicherheiten und diese haben Bedeutung. Bedürfnisorientierte Erziehung besagt, dass Eltern diese Gefühle nicht ignorieren, belächeln oder sofort bestrafen, sondern sie wahrnehmen, benennen und mit dem Kind gemeinsam betrachten.
Das bedeutet etwa:
· Zuhören statt sofort reagieren
· Wahrnehmen statt abwerten
· Erklären statt bestrafen
Das Ziel ist nicht, Kinder in das Chaos zu entlassen, sondern ihnen zu helfen, ihre innere Welt zu verstehen und in äußere Regeln einzuordnen.
Der renommierte Erziehungswissenschaftler Jesper Juul beschreibt das treffend: In einer bedürfnisorientierten Beziehung gehe es darum, Beziehungsqualität herzustellen, nicht um reine Bedürfnisbefriedigung.

Bedürfnisorientiert heißt nicht: „Kinder dürfen alles.“

Ein zentraler Irrtum ist die Annahme, dass Bedürfnisorientierung bedeutet, Kindern alles zu erlauben. Ganz ohne Grenzen, Regeln oder Konsequenzen. Diese Sicht greift jedoch zu kurz. Bedürfnisse sind ein Ausgangspunkt, nicht aber das Ende der Erziehung.
Grenzen sind nicht per se „unerfüllte Bedürfnisse“. Sie sind vielmehr ein notwendiger Bestandteil von Sicherheit und Entwicklung, den Kinder für ihre Orientierung brauchen.
Kinder brauchen:
· Struktur und Verlässlichkeit
· Konsistente Regeln
· Klare Grenzen, die erklären statt verbieten
· Konsequente, aber liebevolle Begleitung
Kinder ohne klare Grenzen werden nicht „freier“ oder „stärker“. Sie erleben vielmehr Unsicherheit: Was ist erlaubt? Was nicht? Was passiert, wenn ich das nicht einhalte?
Bedürfnisorientierung bedeutet daher: Ich nehme die Gefühle und Wahrnehmungen meines Kindes ernst, aber ich begleite es gleichzeitig mit klaren Regeln und einer sicheren Struktur.

Wie setze ich Grenzen, ohne die Bedürfnisse zu ignorieren?

1. Grundbedürfnisse zuerst verstehen
Kinder haben grundlegende Bedürfnisse nach Nähe, Stabilität, Anerkennung und Sicherheit. Wenn ein Kind wütend reagiert, ist nicht primär das Verhalten das Problem, sondern das unerfüllte Gefühl dahinter. Eltern können versuchen, zuerst zu verstehen, bevor sie reagieren.
Beispiel: „Es sieht so aus, als wärst du enttäuscht, weil … Magst du mir erzählen, was du fühlst?“

2. Regeln erklären statt „durchzusetzen“
Kinder verstehen besser, wenn sie den Sinn hinter Regeln erkennen. Ein schlichtes „Du darfst das nicht!“ hilft wenig. Ein „Du darfst das nicht, weil …“ schafft Einsicht.
Beispiel: „Wir gehen gleich essen, deshalb kannst du jetzt nicht weiterspielen.“
So entsteht kein Machtkampf, sondern Verständnis.

3. Konsequenzen sind kein Widerspruch zu Nähe
Konsequenzen können logisch und liebevoll sein. Kinder müssen lernen, dass Handlungen Folgen haben, denn das ist ein Grundprinzip von realer Sicherheit und sozialem Miteinander.
Beispiel: Ein Kind räumt sein Spielzeug nicht weg → Konsequenz: Es wird erst wieder nach dem Aufräumen gespielt. Das ist kein Bestrafen, sondern ein klares, nachvollziehbares Ergebnis.

Bedürfnisorientierte Erziehung und Sicherheit gehen Hand in Hand

Sicher und Stark steht für ganzheitliche Kindersicherheit, nicht nur physisch (z. B. Schulweg, Gefahrenvermeidung), sondern auch psychisch. Bedürfnisorientierte Erziehung ist ein Baustein dieser psychischen Sicherheit.
Kinder, die spüren:

  • „Meine Eltern hören mir zu“,
  • „Ich werde ernst genommen“,
  • „Meine Gefühle zählen“,

… entwickeln ein starkes Selbstwertgefühl. Und genau dieses Selbstwertgefühl macht Kinder robuster gegenüber Mobbing, Gruppendruck, Unsicherheit oder schwierigen Lebensphasen.
Bedürfnisorientierung bedeutet also nicht „Alles ist erlaubt!“, sondern vielmehr: Ich achte dich, aber ich begleite dich mit klaren Leitplanken.

Die Sicher-Stark-Initiative zählt bundesweit zu den wichtigsten Anlaufstellen, wenn es um den Schutz und die Stärkung von Kindern geht. Seit fast 30 Jahren engagiert sich ein interdisziplinäres Team aus Pädagog:innen, Psycholog:innen, IT-Expert:innen und ehemaligen Polizeibeamt:innen für die Sicherheit von Kindern. In ganz Deutschland bietet die Initiative praxisnahe Schulungen, Elterntrainings und Webinare an – mit dem Ziel, Kinder frühzeitig zu stärken und ihnen ein sicheres, selbstbestimmtes Leben in analogen wie digitalen Lebenswelten zu ermöglichen.
Mehr Infomationen: https://www.sicher-stark-team.de/

Für Rückfragen:
BUNDESPRESSESTELLE SICHER-STARK
Hofpfad 11
D – 53879 Euskirchen
Service -Tel. 0180 – 5550133-2*
Service -Fax: 0180 – 5550133-0*
(* 0,14 Euro pro Minute aus dem deutschen Festnetz; maximal 42 Cent pro Minute aus dem Mobilfunknetz.)
Internet:www.sicher-stark-team.de
E-Mail: presse@sicher-stark.de

 

Autorin: Daniela Schönwald

Kinderrechte als Bausteine für Demokratie: Warum die Stimmen junger Menschen gehört werden müssen

Jedes Jahr am 20. September rückt der Weltkindertag Kinderrechte und das Leben junger Menschen in den Fokus von Politik und Gesellschaft. Im letzten Jahr (2025) lautete das Motto „Kinderrechte – Bausteine für Demokratie!“. Damit verbunden sind nicht nur Feste und Veranstaltungen, sondern auch politische Forderungen, wie z. B. die Kinderrechte endlich in das deutsche Grundgesetz aufzunehmen. Diese Forderung hat in den letzten Jahren wieder an Dynamik gewonnen und wird von vielen Expert:innen, Kinder- und Jugendverbänden sowie politischen Entscheidungsträger:innen unterstützt, weil sie einen grundlegenden Wandel in der Anerkennung und Teilhabe junger Menschen markieren würde.

Was sind Kinderrechte und warum reden wir darüber?

Die Grundlage der aktuellen Debatte ist die UN-Kinderrechtskonvention, die am 20. November 1989 von der UN-Generalversammlung verabschiedet wurde. Deutschland ratifizierte sie 1992, und seitdem gilt sie als rechtlich bindender Rahmen für Kinderrechte. Die Konvention benennt u. a. Rechte auf Schutz, Förderung, Beteiligung, Bildung, Gesundheit und freie Meinungsäußerung.
Trotz dieser rechtlichen Grundlage bleiben Kinderrechte in Deutschland bisher nicht ausdrücklich im Grundgesetz verankert. Das bedeutet: Zwar sind Kinder formal durch allgemeine Menschenrechte geschützt, doch ihre speziellen Bedürfnisse und Rechte werden nicht im höchsten deutschen Verfassungsdokument ausdrücklich genannt. Viele Expert:innen und Organisationen sehen darin ein Problem: So argumentieren UNICEF Deutschland, das Deutsche Kinderhilfswerk und der Deutsche Kinderschutzbund, dass eine explizite Aufnahme von Kinderrechten ins Grundgesetz langfristig zu einem verbindlicheren Schutz, mehr Teilhabe und einer stärkeren Wahrnehmung der besonderen Lage von Kindern beitragen würde.

Kinder

„Keine Entscheidung ohne Kinder“ – ein neues Verhältnis

Im Zentrum der Debatte steht ein Grundsatz: Kinder und Jugendliche sollten nicht mehr nur als Objekte von Entscheidungen gesehen werden, sondern als Subjekte, die ein originäres Recht auf Mitwirkung, Schutz und Förderung haben. Dieser Gedanke wurde auch zum Weltkindertag 2025 von Holger Paech, dem Kinder- und Jugendbeauftragten des Landes Sachsen-Anhalt, betont. Er erklärte: „Die Beteiligung von jungen Menschen ist kein Kann, sondern ein Muss. Wir sollten uns schnellstens davon trennen, Kinder und Jugendliche als Objekte zu betrachten, für welche die Erwachsenen die Entscheidungen treffen müssen.“
Damit meint er mehr als formale Beteiligung: Es geht um ein grundlegendes Umdenken in Politik, Gesellschaft und Verwaltung – hin zu einem Modell, das Kinder als aktive und ernstzunehmende Mitgestalter ihrer Lebenswirklichkeit anerkennt. Entscheidungen, die junge Menschen betreffen, wie etwa zu Bildung, Gesundheit, Freizeit oder ökologischer Zukunft, sollten nicht ohne ihre Perspektive getroffen werden.

Vom Papier in die Praxis: Was Kinderrechte konkret bedeuten

Kinderrechte im Grundgesetz wären mehr als ein symbolischer Schritt. Sie könnten rechtlich stärkere Schutzmechanismen schaffen, etwa indem Gerichte, Behörden und Gesetzgeber verpflichtet würden, Kinderrechte bei allen Entscheidungen systematisch zu berücksichtigen. In der Praxis würde das bedeuten:

  1. Beteiligung in Schule und Gemeinde: Schüler:innenräte, Jugendparlamente oder partizipative Budgets könnten systematisch in Entscheidungsprozesse eingebunden werden.
  2. Sozialrechtliche Sicherung: Kinderrechte auf Gesundheit, Ernährung und Bildung könnten klarer als staatliche Pflicht definiert werden.
  3. Verbindliche Beteiligungsprozesse: Bei städtischen Planungen, Mobilität, Freizeit- oder Klimaprojekten wäre die Meinung junger Menschen kein „Nice-to- have“, sondern ein verbindliches Element.

Kinderrechtsexpert:innen betonen, dass Partizipation nicht nur ein „schöner Zusatz“ ist, sondern eine zentrale Voraussetzung für demokratisches Lernen und soziale Verantwortung. Junge Menschen, die erleben, dass ihre Meinung zählt, entwickeln ein stärkeres demokratisches Bewusstsein und Handlungskompetenz – Grundpfeiler einer lebendigen Demokratie.

Argumente für eine Aufnahme ins Grundgesetz

Schutz und Sichtbarkeit: Indem Kinderrechte im Grundgesetz verankert werden, entsteht eine rechtliche Verpflichtung, Kinder in allen relevanten Bereichen wie z. B. Bildung und Gesundheit zu schützen.
Rechtliche Klarheit: Heute müssen Gerichte und Behörden Kinderrechte aus allgemeinen Grundrechten ableiten. Eine klare Verfassungsnorm würde diesen Schutz eindeutiger machen und Rechtssicherheit schaffen.
Partizipation fördern: Kinder und Jugendliche möchten nicht nur gehört werden, sondern sie wollen aktiv mitgestalten. Eine Verankerung ihrer Rechte würde diese Beteiligung systematisch stärken. Ähnlich argumentieren Abgeordnete des Deutschen Bundestages, wonach Mitbestimmung auch Schulen, Jugendverbände und kommunale Gremien einschließen sollte.
Gesellschaftlicher Konsens: Umfragen zeigen, dass eine Mehrheit der Bevölkerung die Aufnahme von Kinderrechten ins Grundgesetz befürwortet. Dieser breite gesellschaftliche Rückhalt zeigt: Viele Menschen sehen den Wert einer strukturellen Reform.

Herausforderungen und Gegenargumente

Natürlich ist eine Verfassungsänderung kein leichter Prozess. Per Gesetzeslage erfordert eine Änderung des Grundgesetzes eine Zweidrittelmehrheit im Bundestag und Bundesrat. Einige Kritiker:innen argumentieren, dass bestehende Grundrechte bereits einen ausreichenden Schutz bieten und zusätzliche Klauseln im Grundgesetz redundant oder symbolisch seien. Andere warnen, dass eine zu enge Fokussierung auf Kinderrechte bestehende Elternrechte beeinträchtigen könnte.
Diese Argumente zeigen, dass es nicht nur darum geht, Rechte zu formulieren, sondern sie auch sinnvoll umzusetzen, ohne bestehende Schutzmechanismen zu verwässern. Die Diskussion bleibt daher anspruchsvoll, aber sie eröffnet auch einen Dialog darüber, wie Gesellschaft sich die Zukunft der Kinder vorstellen will.

Beteiligung stärken: Praxisbeispiele und Initiativen

Ein konkreter Ansatz jenseits der Verfassungsdebatte sind niedrigschwellige Beteiligungsprojekte. In Sachsen-Anhalt wurde zum Beispiel ein Fördertopf für Kinder- und Jugendprojekte eingerichtet, der Initiativen mit 500 bis 1.000 Euro unterstützt. Er soll junge Menschen ermutigen, eigene Ideen für gesellschaftliche Teilhabe umzusetzen und ihnen die Struktur bieten, diese aktiv zu leben.
Solche Projekte – sei es ein Jugendstadtrat, ein Schulprojekt zur nachhaltigen Stadtentwicklung oder ein Mitmach-Festival – leisten einen Beitrag zur gelebten Demokratie. Sie zeigen: Beteiligung ist kein abstraktes Konzept, sondern kann im Alltag von Kindern und Jugendlichen stattfinden.

Quelle: https://www.magdeburg-klickt.de/beauftragter-zum-weltkindertag-kinderrechte-ins-grundgesetz-beteiligung-junger-menschen-bereichert-unsere-demokratie/

Die Sicher-Stark-Initiative zählt bundesweit zu den wichtigsten Anlaufstellen, wenn es um den Schutz und die Stärkung von Kindern geht. Seit fast 30 Jahren engagiert sich ein interdisziplinäres Team aus Pädagog:innen, Psycholog:innen, IT-Expert:innen und ehemaligen Polizeibeamt:innen für die Sicherheit von Kindern. In ganz Deutschland bietet die Initiative praxisnahe Schulungen, Elterntrainings und Webinare an – mit dem Ziel, Kinder frühzeitig zu stärken und ihnen ein sicheres, selbstbestimmtes Leben in analogen wie digitalen Lebenswelten zu ermöglichen.
Mehr Infomationen: https://www.sicher-stark-team.de/

Für Rückfragen:
BUNDESPRESSESTELLE SICHER-STARK
Hofpfad 11
D – 53879 Euskirchen
Service -Tel. 0180 – 5550133-2*
Service -Fax: 0180 – 5550133-0*
(* 0,14 Euro pro Minute aus dem deutschen Festnetz; maximal 42 Cent pro Minute aus dem Mobilfunknetz.)
Internet:www.sicher-stark-team.de
E-Mail: presse@sicher-stark.de

Autorin: Daniela Schönwald

Kindern täglich zuhören: Warum 30 Minuten echte Aufmerksamkeit so wichtig sind

In einer Zeit, in der Bildschirm-Kommunikation, Termine und Alltagsstress den Takt vorgeben, wächst bei vielen Familien das Gefühl, nicht genug Zeit miteinander zu verbringen. Kinder fühlen das. Auch sie erleben, wie schnell Worte vorbeirauschen, wie oft Aufmerksamkeit geteilt wird zwischen Arbeit, Chats und Medien. Vor diesem Hintergrund gibt der Jugendexperte Florian Böll eine einfache, aber kraftvolle Empfehlung: Eltern sollten täglich mindestens 30 Minuten aktiv und ohne Ablenkungen ihren Kindern zuhören. Das Ziel ist nicht bloß Zeitmanagement, sondern echte, zwischenmenschliche Präsenz.
Diese Empfehlung ist kein Trend-Slogan, sondern ein Versuch, Eltern auf das Fundament jeder gesunden Entwicklung hinzuweisen: Beziehung, Erreichbarkeit, Resonanz. In der Forschung gilt aktives Zuhören als zentrale Säule für Bindung, Vertrauen und die emotionale Entwicklung von Kindern.

Warum Zuhören heute so selten und gleichzeitig so wertvoll ist

Eltern verbringen mehr Zeit mit ihren Kindern als frühere Generationen, doch die Qualität dieser Zeit unterscheidet sich oft von der reinen Anwesenheit. Zwischen Essenszubereitung, Handy, Homeoffice und digitalen Unterbrechungen findet echte Kommunikation häufig nur noch nebenbei oder gar nicht mehr statt. Die Konsequenz davon ist, dass Kinder zwar viel „gemeinsame Zeit“ erleben, jedoch ohne echte Verbindung. Dabei sind echte Gespräche ein wichtiger Teil der emotionalen Nahrung, die Kinder brauchen, um Selbstbewusstsein, Frustrationstoleranz, soziale Kompetenz und Kritikfähigkeit zu bilden. Wenn Eltern zuhören, zeigen sie: Du bist wichtig. Deine Meinung zählt. Deine Gefühle sind hörenswert.
Studien zeigen, dass nicht nur die Dauer des Zuhörens entscheidend ist, sondern auch die Qualität. Eltern, die aufmerksam, akzeptierend und verständnisvoll zuhören, fördern Nähe und Autonomie zugleich.

Was bedeutet „wirklich zuhören“?

Zuhören heißt mehr, als stumm neben dem Kind zu sitzen. Es bedeutet:

  • Blickkontakt halten, weg vom Bildschirm
  • Körperliche Präsenz – z. B. in Augenhöhe, auf gleicher Sitzebene
  • Emotionen benennen: „Du wirkst traurig, weil …“ statt direkt zu korrigieren
  • Rückfragen stellen: „Was meinst du damit? Wie fühlst du dich dabei?“
  • Aktiv wiedergeben, was das Kind gesagt hat: „Also du sagst …?“

Ein solches Zuhören wirkt nicht nur unterstützend, sondern beziehungsstärkend.

Warum gerade 30 Minuten am Tag?

Die konkrete Empfehlung von etwa 30 Minuten täglich ist bewusst gewählt: Sie ist lang genug, um Raum für echte Gespräche zu schaffen, aber kurz genug, um realistisch im Familienalltag umsetzbar zu sein. Sie kann über mehrere Momente verteilt werden, wie zum Beispiel:

  • Nach dem Schul- oder Kita-Tag, wenn Kinder Erlebnisse verarbeiten
  • Beim gemeinsamen Essen ohne Handy
  • Vor dem Schlafengehen, wenn Alltagsthemen zur Ruhe kommen

Wichtig ist nicht die exakte Stoppuhr, sondern der Qualitätsrahmen: Zeiten, in denen Eltern wirklich zuhören, ohne dabei das nächste Meeting im Kopf zu haben oder nebenher Nachrichten zu tippen, schaffen Raum für echte Verbindungen.

Praktische Wege, um täglich 30 Minuten umzusetzen

1. Medienfreie Zonen einführen
Gemeinsame Zeit ohne Bildschirme, Laptop oder Handy schafft einen Raum für Gespräche und Aufmerksamkeit. Das kann am Esstisch, im Auto oder vor dem Schlafengehen sein.

2. Kleine Rituale etablieren
· Abendrunde: Was war heute schön / schwierig?
· Tagesende-Check-in: Drei Dinge nennen – zwei gute, eine herausfordernde
· Spaziergang-Dialoge: Beim Gehen fällt vielen Kindern das Reden leichter.

3. Zuhören trainieren
Eltern können sich Techniken aneignen:
· Wiederholtes Zusammenfassen („Also du meintest …“)
· Nachfragen, ohne zu unterbrechen
· Gefühle benennen („Ich höre, du bist enttäuscht …“) Solche Übungsformen schaffen echte Kommunikation, die über kurze Austausche hinausgeht.

Zeitliche Herausforderungen im Alltag überwinden

Moderne Familien stehen oft unter Zeitdruck, Pendelstress, Arbeitsanforderungen, digitalen Ablenkungen und schulischen Verpflichtungen. Doch echte Gespräche brauchen keine perfekten Rahmenbedingungen, sondern einfach Präsenz. Das kann auch in kleinen Zeitfenstern gelingen.
Wichtig ist, sich als Elternteil regelmäßig zu fragen: Wann habe ich selbst den Raum, meinem Kind mit voller Aufmerksamkeit zu begegnen? Das kann ein Gespräch am Morgen sein, bevor der Tag beginnt. Oder ein Austausch am Nachmittag, nach der Schule. Je mehr Eltern zuhören, desto mehr signalisieren sie: Deine Welt und deine Sicht zählt. Und genau das stärkt Kinder in ihrer Fähigkeit, später selbst Haltungen zu entwickeln, Verantwortung zu übernehmen und Beziehungen aufzubauen.

Quelle: https://www.derstandard.de/story/3000000287772/jugendexperte-eltern-sollten-ihren-kindern-30-minuten-am-tag-zuhoeren

Die Sicher-Stark-Initiative zählt bundesweit zu den wichtigsten Anlaufstellen, wenn es um den Schutz und die Stärkung von Kindern geht. Seit fast 30 Jahren engagiert sich ein interdisziplinäres Team aus Pädagog:innen, Psycholog:innen, IT-Expert:innen und ehemaligen Polizeibeamt:innen für die Sicherheit von Kindern. In ganz Deutschland bietet die Initiative praxisnahe Schulungen, Elterntrainings und Webinare an – mit dem Ziel, Kinder frühzeitig zu stärken und ihnen ein sicheres, selbstbestimmtes Leben in analogen wie digitalen Lebenswelten zu ermöglichen.
Mehr Infomationen: https://www.sicher-stark-team.de/

Für Rückfragen:
BUNDESPRESSESTELLE SICHER-STARK
Hofpfad 11
D – 53879 Euskirchen
Service -Tel. 0180 – 5550133-2*
Service -Fax: 0180 – 5550133-0*
(* 0,14 Euro pro Minute aus dem deutschen Festnetz; maximal 42 Cent pro Minute aus dem Mobilfunknetz.)
Internet:www.sicher-stark-team.de
E-Mail: presse@sicher-stark.de

Autorin: Daniela Schönwald

„Sicher-Stark“ bietet einzigartiges Präventionsprogramm zum Schutz von Kindern vor Gewalt

Mit altersgerechten Trainings stärkt die Organisation Kinder in ihrem Selbstbewusstsein und ihrer Handlungssicherheit.

Die Organisation „Sicher-Stark“ erweitert ihr Angebot zur Gewaltprävention und startet einen Workshop für Kinder im Grundschulalter. Ziel des Programms ist es, Kinder frühzeitig zu stärken, sie für Grenzüberschreitungen zu sensibilisieren und ihnen konkrete Handlungsstrategien an die Hand zu geben, um sich in schwierigen Situationen zu behaupten.

Die Kurse richten sich an Eltern, Schulen, Kitas und Einrichtungen, die Kinder frühzeitig stärken und schützen möchten. Die mehrtägigen Kurse werden von speziell ausgebildeten, hauptberuflichen Präventionsexpertinnen und -experten durchgeführt. Zum Team gehören unter anderem Polizistinnen und Polizisten, Pädagoginnen und Pädagogen sowie Kindertherapeutinnen und -therapeuten. Ziel ist es, Kinder altersgerecht, praxisnah und nachhaltig auf Gefahrensituationen vorzubereiten.

Kinder erleben heute vielfältige Herausforderungen – in der Grundschule, im sozialen Umfeld und zunehmend auch im digitalen Raum. Viele Konflikte, Grenzverletzungen oder Übergriffe bleiben lange unentdeckt oder werden von Kindern nicht als solche erkannt. Prävention bedeutet daher nicht, Angst zu machen, sondern Kinder handlungsfähig zu machen.

„Was uns von anderen Anbietern unterscheidet, ist, dass wir realitätsbezogene Selbstverteidigung durchführen“, erklärt der Experte für Internetsicherheit und Medienkompetenz Ralf Schmitz. Mit dem bewährten Programm möchte die Organisation „Sicher-Stark“ Kinder darin unterstützen, ihrer eigenen Wahrnehmung zu vertrauen und selbstbewusst für sich einzustehen.

Weitere Informationen zu den Kursangeboten finden Sie hier: https://www.sicher-stark-team.de/kursangebote.cfm

Für Rückfragen:
BUNDESPRESSESTELLE SICHER-STARK
Hofpfad 11
D – 53879 Euskirchen
Service -Tel. 0180 – 5550133-2*
Service -Fax: 0180 – 5550133-0*
(* 0,14 Euro pro Minute aus dem deutschen Festnetz; maximal 42 Cent pro Minute aus dem Mobilfunknetz.)
Internet:www.sicher-stark-team.de
E-Mail: presse@sicher-stark.de

Cybermobbing im Wandel: Vorsicht vor KI-Missbrauch

Anonyme Chatnachrichten und die Verbreitung von Fotos sind nach wie vor reale Gefahren der Onlinelandschaft. Hinzu kommt nun jedoch das Potenzial verfälschter Bilder, Videos und Texten. Künstliche Intelligenz bietet realistischere Darstellungen als je zuvor und sorgt damit auch für ein neues Risiko für Kinder und Jugendliche, die die Gefahr von KI nicht entsprechend einschätzen können.

Für Eltern bedeutet diese Entwicklung eine neue Verantwortung. KI-Inhalte sind für Erwachsene wie für Kinder oft kaum als Fälschung erkennbar. Opfer fühlen sich ausgeliefert, während Täter die Wirkung ihres Handelns unterschätzen oder es als „Spaß“ abtun. Ohne Aufklärung und klare Regeln entsteht so ein gefährlicher Raum, in dem Cybermobbing neue Dimensionen annimmt.

Wie können Fake News überprüft werden?

Die Schulleitung der Oberschule im Landkreis Oldenburg ist entsetzt über die Ausmaße, die Streitigkeiten in Zeiten von KI annehmen können: „Ein aktueller Trend sind Fotos, die mit sogenannten Nudify-Apps angefertigt werden. Dabei wird eine bekleidete Person mittels KI in eine nackte verwandelt. Das sieht täuschend echt aus.“ Situationen wie diese könnten mit zunehmendem Realismus von Künstlicher Intelligenz schweren Schaden anrichten.

Eltern sind daher gefordert, das Thema KI aktiv in die Medienerziehung einzubeziehen. Gespräche über den verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Werkzeugen, klare Grenzen und ein offenes Ohr für die Sorgen der Kinder sind wichtiger denn je. Wegsehen oder Verbote allein reichen nicht aus.

Das Sicher-Stark-Team unterstützt Eltern, Grundschulen und pädagogische Fachkräfte dabei, Kinder frühzeitig für die Risiken von Cybermobbing und KI-Missbrauch zu sensibilisieren. Mit praxisnahen Kursen, Webinaren und Vorträgen werden konkrete Handlungsmöglichkeiten vermittelt, um Kinder zu schützen und sie zu einem respektvollen Umgang im digitalen Raum zu befähigen. Mehr dazu finden Sie unter den Kursangeboten auf der Sicher-Stark-Homepage: https://www.sicher-stark-team.de/kursangebote.cfm

Für Rückfragen:
BUNDESPRESSESTELLE SICHER-STARK
Hofpfad 11
D – 53879 Euskirchen
Service -Tel. 0180 – 5550133-2*
Service -Fax: 0180 – 5550133-0*
(* 0,14 Euro pro Minute aus dem deutschen Festnetz; maximal 42 Cent pro Minute aus dem Mobilfunknetz.)
Internet:www.sicher-stark-team.de
E-Mail: presse@sicher-stark.de