Gewaltpräventionskurs in Heikendorf

Wie oft denken wir, gerade hier in unserer westlichen, modernen Welt, dass wir doch alles haben. Uns geht es gut, wir haben genug von allem. Und in vielerlei Hinsicht auch oft etwas zu viel. Und dabei vergessen wir, dass es gar nicht so viel braucht, um uns dieses „Genug“ wegzunehmen. Nehmen wir einmal Krankheit. Auf einmal ist sie da und verändert das Leben von Grund auf. Oder Arbeit. Gerade haben wir sie noch und im nächsten Moment kann sie auf einmal weg sein.

Und ebenso ist es leider auch mit unserer Sicherheit. Und nicht nur mit unserer Sicherheit, sondern auch mit der von unseren Kindern. Denn wie oft hört man von schrecklichen Dingen, die gerade den Kleinsten von uns widerfahren. Und dann fragt man sich, wo waren da die Eltern, Freunde, Familie? Ganz einfach. Nicht da. Und nicht aus böser Absicht, sondern einfach, weil wir nicht immer da sein können. Und auch nicht sollten. Denn auch Kinder müssen lernen, mit Schwierigkeiten klarzukommen. Und nicht nur klarzukommen, sondern sich auch um sie zu kümmern. Nur so können sie zu starken und selbstbewussten Erwachsenen werden.

Und genau dazu haben wir uns von Sicher-Stark verpflichtet. Alles daran zu setzen, Kindern die nötige Sicherheit und das Selbstvertrauen zu geben, dass sie, zur Not, auch auf sich selbst aufpassen können. Und eine Möglichkeit, wie wir das neben der Aufklärungsarbeit tun, sind  unsere Gewaltpräventionskurse. Hier lernen Kinder im Vorschul- und Grundschulalter von unseren ausgewiesenen Sicherheitsexperten, wie sie auf sich selbst achtgeben können und gefährliche Situationen auch schon im Vorhinein erkennen. Sie lernen, die Kraft kennen, die dem Wort „Nein“ innewohnt, wenn man es in der richtigen Art und Weise gebraucht, und auch, wie sie sich im äußersten Notfall körperlich zur Wehr setzen können.

So helfen Sie gegen Missbrauch und Gewaltverbrechen

Gewaltpräventionskurse

Unser nächster Kurs dieser Art wird in Schleswig-Holstein, in Heikendorf, stattfinden. Am 17.12.2023 lädt der AWO Landesverband S.-H. e.V. herzlich dazu ein, in eigens dafür entwickelten Kursen die eigenen Kinder entdecken zu lassen, welche Kraft sie bereits in sich tragen.

Die Kurse werden von 12:30 Uhr bis 16:30 Uhr dauern und neben den Kindern sind auch die Eltern herzlich eingeladen. Der Veranstaltungsort ist das Kinderhaus der AWO in Heikendorf.

Angeleitet und unterstützt werden sie hierbei durch Sicher-Stark-Pädagogen, Psychologen, Polizeibeamte, Doktoren und Pädagogen, wie man in gefährlichen Situationen richtig reagiert, ohne sich selbst zu gefährden. Nähere Informationen erhalten sie bei der AWO und bei der Bundesgeschäftsstelle Sicher-Stark.

Sieben W-Fragen:

Was? Gewaltpräventionskurs etc. Schnuppertageskurs

Wer? Veranstalter/Kursleiter & Zielgruppe  AWO Landesverband S.-H. e.V

AWO Kinderhaus Heikendorf
Krischansbarg 2
24226 Heikendorf

Kursleiter: Ralf Schmitz

Wo? Ort    Heikendorf

Wann? Datum/Uhrzeit    Freitag, den 17.11.23 von  12:30 Uhr  bis 16:30 Uhr

Wie? Methoden     Kurs

Warum? Ziele    Kinder stark machen

Lesen Sie auch unseren Artikel über Neues Kinderschutzgesetz im saarländischen Landtag.

Neues Kinderschutzgesetz im saarländischen Landtag

Von Veronika Wittig

Kinder und Heranwachsende haben ein Recht auf Schutz vor körperlicher, seelischer und sexueller Gewalt. Hier geht es sowohl um Prävention als auch um Intervention. Mitte November verabschiedete der saarländische Landtag ein neues Kinderschutzgesetz. Dieses ist ein zentraler Schritt zu einem umfassenden landesrechtlich verankerten Kinder- und Jugendschutz im Saarland.

Das Kinderschutzgesetz – Vorreiter für andere Bundesländer

Das saarländische Kinderschutzgesetz beinhaltet unter anderem diese maßgeblichen Elemente, um die Rechte von Kindern zu stärken und Kinder und Heranwachsende zu schützen:

  1. Erstellung eines s. g. Landesaktionsplans zur Früherkennung und Prävention von Kindeswohlgefährdungen
  2. Einrichtung eines Kinderschutzrates als unabhängiges Gremium, das den bereits bestehenden Kinderschutzbeauftragten unterstützt
  3. Verbesserung von interdisziplinärer Kooperation im Kinderschutz, v. a. durch Bildung lokaler Netzwerke
  4. Förderung der Weiterentwicklung von Fachstandards, Maßstäben der Qualitätsbewertung und Schutzkonzepten
  5. Verpflichtung der Träger von Einrichtungen, auf die Erstellung von Schutzkonzepten hinzuwirken
  6. Verpflichtende Schutzkonzepte für Schulen und andere außerunterrichtliche Bildungs- und Betreuungsangebote. Hierzu notwendig: Änderung des Saarländischen Schulordnungsgesetzes

Das neue Kinderschutzgesetz setzt neue Rahmenbedingungen, um Kinder aktiv zu schützen. So war es bisher so, dass sich bei Verdachtsfällen im Bereich des Kinderschutzes Mediziner*innen nicht miteinander austauschen konnten. Der im Kinderschutzgesetz verankerte Interkollegiale Ärzteaustausch ermöglicht nun aber einen fachlichen Austausch zwischen den Ärzten, die in eine Behandlung des betroffenen Kindes eingebunden sind bzw. waren.

Das neue Gesetz soll dafür sorgen, dass Missbrauch weniger häufig vorkommt und früher geholfen werden kann.

Kinder schützen - Kind spielt im Herbstlaub

Das neue Kinderschutzgesetz setzt neue Rahmenbedingungen, um Kinder aktiv zu schützen.

Das Sicher-Stark-Team hilft mit 

Das Sicher-Stark-Team hilft mit und bietet ein umfassendes Angebot für Kinder, Heranwachsende und Eltern zu den Themen Schutz vor sexueller Gewalt und Mobbing, starke Kinder, Prävention und gibt wertvolle Tipps und Hilfestellung, damit Kinder sicher und stark aufwachsen können. Weitere Informationen gibt es online auf der Homepage der Bundesgeschäftsstelle.

Lesen Sie auch unseren Artikel über Cybermobbing und die Gefahren dahinter.

Cybermobbing und die Gefahren dahinter

Von Veronika Wittig

Kinder nutzen mittlerweile schon früh ganz selbstverständlich Smartphones, PC und Tablets und kommen meist schon in jungen Jahren mit Sozialen Medien und Messengern in Kontakt. Facebook, Snapchat, TikTok und Instagram haben eine hohe Bedeutung in der Kommunikation mit Gleichaltrigen. Leider birgt diese auch Risiken. Wie Studien, beispielsweise der Barmer-Krankenkasse, nachweisen, werden junge Menschen immer häufiger Opfer von Mobbing im digitalen Raum. Hierzu zählen vor allem Angriffe und Anfeindungen auf Social-Media Plattformen und Messengern. Das Mobbing, das früher primär auf dem Pausenhof stattfand, verlagert sich mittlerweile vermehrt in den digitalen Raum. Dann spricht man von Cybermobbing

Was ist Cybermobbing und wie viele Kinder sind betroffen?

WhatsApp, TikTok, Instagram, Facebook oder Snapchat sind beliebte Social Media Dienste,  bieten aber auch die Angriffsfläche für Cybermobbingattacken. Unter Cybermobbing fallen Beleidigungen im Netz, beleidigende Texte, das öffentliche Teilen von privaten Informationen oder das Fälschen und Hochladen von Informationen sowie das Verschicken von persönlichen Bildern, die ohne Einverständnis aufgenommen wurden. Cybermobber können aus der Anonymität heraus agieren, während die Attacken gleichzeitig einem großen Publikum bekannt werden. Häufig fördert die Anonymität im Internet eine enthemmte Kommunikation auf Social- Media-Plattformen.

Wie eine SINUS-Studie im Auftrag der BARMER vom November 2023 nachweist, ist im vergangenen Jahr die Anzahl betroffener Kinder und Jugendlicher angestiegen. 61 % der Jugendlichen (plus zwei Prozentpunkte) gaben an, Erfahrungen mit Cybermobbing gemacht zu haben. Zum Vergleich: 2022 waren es 59 %, im Jahr 2021 51 %. Lediglich 28 % der Befragten gaben an, noch keine Berührungspunkte mit Cybermobbing gehabt zu haben.

Social Media sind beliebte Apps Dienste, die auch die Angriffsfläche für Cybermobbingattacken bieten.

Was sind die Folgen von Cybermobbing?

Cybermobbing kann für die Betroffenen gravierende Folgen haben. Diese können unter anderem körperliche Beschwerden wie Kopf- und Bauchschmerzen sein, aber es können auch häufig psychische Krankheitsbilder wie Angststörungen oder Depressionen ausgelöst werden. Bei einigen Cybermobbingopfern kommt es sogar zu Suizidgedanken.

Wie eine Analyse des Lifespan Brain Institute aus dem Jahr 2022 ergeben hat, haben Betroffene von Cybermobbing eine erhöhte Häufigkeit von Selbstmordgedanken. Opfer von Cyber-mobbingattacken sind demzufolge deutlich häufiger suizidgefährdet. Durchschnittlich jedes vierte Mobbingopfer denkt einer Umfrage zufolge über einen Suizid nach.

Dies belegt auch eine Studie aus dem Jahr 2018, die aufzeigt, dass Heranwachsende, die von Cybermobbing direkt betroffen waren, mit doppelt so hoher Wahrscheinlichkeit Selbstmord begehen oder sich selbst verletzen. Auch wurde in einem untersuchten Zeitraum zwischen 2008 und 2015 analysiert, dass sich die Zahl der wegen Suizidversuchen oder Suizidgedanken in Krankenhäusern eingewiesenen Kinder in diesem Zeitraum verdoppelt hat. Die Ursache dessen wird den steigenden Fällen von Cybermobbing zugeschrieben.

Was können Eltern bei Cybermobbing tun?

Am wichtigsten ist es, dass Eltern über die Aktivitäten ihres Kindes im Internet und deren Nutzung von Social-Media-Plattformen Bescheid wissen: Welche Apps und welche sozialen Medien werden genutzt? Sind mögliche Sicherheitseinstellungen aktiviert? Wie ist die Medienzeit des Kindes geregelt?

Eltern sollten sich gemeinsam mit ihrem Kind die sozialen Netzwerke ansehen, Chatregeln aufstellen, Medienzeiten festlegen und aufzeigen, was einen respektvollen Umgang im Internet ausmacht. Gleichzeitig sollten sie darauf achten, dass Kinder nicht zu viele private Informationen im Internet preisgeben. Generell gilt: Je weniger private Informationen im Internet öffentlich zugänglich sind, desto mehr ist das Kind in den sozialen Netzwerken geschützt.

Eltern sollten außerdem ihrem Kind vermitteln, dass es immer als erste Anlaufstelle zu ihnen kommen und mit ihnen z. B. über anstößige Inhalte im Internet, komische oder beleidigende Chatnachrichten oder unseriöse Webseiten und Apps sprechen kann. Eltern sollte bewusst sein, dass Mobbing sich häufig vom direkten Umfeld in der Schule oder bei privaten Aktivitäten auf den digitalen Raum verlagert oder ausweitet. Wenn sich das Kind plötzlich zurückzieht und anders verhält, vorher geliebte Aktivitäten aufgibt, sollten Eltern das Gespräch suchen.

Das Sicher-Stark-Team unterstützt Kinder

Das Sicher-Stark-Team hilft mit und bietet ein umfassendes Angebot für Kinder und Jugendliche, Eltern und Fachkräfte zum Thema Internetsicherheit, Tipps gegen Cybermobbing und Sicherheit bei der Nutzung von digitalen Medien und Internet. Das Sicher-Stark-Team setzt sich dafür ein, dass Kinder früh für diese Themen sensibilisiert werden und dadurch sicher und stark aufwachsen können.

Umfassende Sicherheitstipps und weitere Informationen gibt es auf der Homepage der Bundesgeschäftsstelle.

Lesen Sie auch unseren Artikel über Kinder vor (sexuellem) Missbrauch schützen – Schutzkonzepte.