Gewaltpräventionskurs in Voerde

Gewaltpräventionskurs in Voerde

Wir alle wünschen uns eine Welt, in der Kinder unbeschadet und ungehindert friedlich aufwachsen können. Aber leider leben wir nicht in einer solchen Welt. Wir leben in einer Welt, in der Kinder immer noch geschlagen, gemobbt, missbraucht, entführt und sogar getötet werden. Deswegen ist es umso wichtiger, unseren und auch anderen Kindern beizubringen, wie sie sich in einer solchen Welt behaupten und trotz allem ein sicheres Leben führen können. Vor allem, wenn einmal niemand zur Stelle ist, um ihnen zu helfen…

Uns von der Sicher-Stark-Organisation geht es genau darum. Wir wünschen uns, dass Kinder sicher aufwachsen können. Deshalb bieten wir Kindern die Chance, eine innere und äußerliche Stärke zu entwickeln, damit auch sie ihren Teil dazu beitragen können, wenn dies erforderlich ist. Genau das möchte auch die Kinderschutzfachkraft Astrid Weiß aus Voerde.

Auf ihre Initiative hin werden in Voerde am 25. und 26.07.2022 vier Sicher-Stark-Kurse zum Thema Gewaltprävention stattfinden, an denen insgesamt 80 Kinder und 160 Eltern teilnehmen können.

Gewaltpräventionskurs in Voerde

Gewaltpräventionskurs in Voerde

Welche Themen stehen im Gewaltpräventionskurs in Voerde auf der Tagesordnung?

Unter anderem werden folgende Themen behandelt:

  • Erkennen und Vermeidung von Gewalt
  • Konfliktlösungen (sowohl in Auseinandersetzungen mit Fremden als auch Bekannten/Gleichaltrigen)
  • Selbstverteidigungsstrategien
  • Gefahren im Internet

Dies alles wird auf spielerische Art und Weise mithilfe von Rollenspielen vermittelt, sodass die Kinder ohne Angst lernen, wie sie in übergriffigen Alltagssituationen richtig reagieren können. Da die Eltern nicht immer in der Nähe sind, müssen Kinder auch lernen, sich selbst zu verteidigen.

Ralf Schmitz, Präventionsexperte des Sicher-Stark-Teams und bereits deutschlandweit bekannt, wird die Präventionskurse in Voerde leiten. Er hat sich bereits in Zusammenarbeit mit Bundespolitikern für mehr Kinderschutz in Deutschland eingesetzt und verfügt über langjährige Erfahrung im Bereich Gewaltprävention im Kindesalter.

Wenn Sie Ihr Kind anmelden möchten, setzen Sie sich bitte zeitnah mit der Kinderschutzbeauftragten der Stadt Voerde unter der Telefonnummer 0285580342 in Verbindung.

Allgemeine Informationen erhalten Sie auf der Homepage der Bundesgeschäftsstelle.

 

Bundeskriminalamt alarmiert – Kindesmissbrauch nimmt zu!

Bundeskriminalamt alarmiert – Kindesmissbrauch nimmt zu!

Die Zahlen des Bundeskriminalamts sind da – und sie sind erschreckend.

Im letzten Jahr 2021 fielen insgesamt 17.700 Kinder sexueller Gewalt zum Opfer, das sind etwa 49 pro Tag. Im Jahr 2020 waren es noch fast 1.000 Kinder weniger gewesen, ca. 16.921. Von den 17.700 Fällen des letzten Jahres sind 2.281 Kinder unter sechs Jahren gewesen.

Noch weitaus gravierender sind die Fälle von Kinderpornografie. Hier stiegen die Zahlen um 108,8 %, von 18.761 auf 39.171 gemeldete Fälle. Auch die Jugendpornografie verzeichnete einen Anstieg von 3.107 im Jahr 2020 auf 5.105 im Jahr 2021. Was auffällt ist, dass sich die Zahl der minderjährigen Täter in diesem Bereich im Vergleich zu 2018 mehr als verzehnfacht hat. 2018 waren es noch 1.373 Täter gewesen, während man im Jahr 2021 14.528 Täter zu verzeichnen hatte.

Kindesmissbrauch

Bundeskriminalamt alarmiert – Kindesmissbrauch nimmt zu!

Kerstin Claus, die amtierende Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, sagte zu den hohen Zahlen der minderjährigen Täter im Bereich der Kinderpornografie, dass diese vor allem aus Unwissenheit so etwas tun würden. Vielen Minderjährigen sei gar nicht bewusst, dass es sich bei derartigen Abbildungen um strafbare Inhalte handelt und dass deswegen Schulen und auch Eltern hier mehr aufklären müssten. Gleichzeitig beklagte sie aber auch, dass sich Europa inzwischen zu einem Drehkreuz für Kinderpornografie entwickelt hätte. Laut dem BKA liegen 60 % der weltweiten Inhalte auf europäischen Servern. Was den Anstieg der Missbrauchsfälle angeht, erklärte Frau Claus, dass man nicht mit Sicherheit sagen könne, ob es sich wirklich um einen Anstieg von Missbrauch oder nur um einen Anstieg der entdeckten Fälle handelte.

Die Deutsche Kinderhilfe nannte die steigenden Zahlen alarmierend und schob den Anstieg darauf, dass es im deutschen Rechtssystem zu viele Hürden und kaum Ermittlungsmöglichkeiten für eine effektive Gegenarbeit gäbe.

Auch die Bundesinnenministerin Nancy Faeser sieht in den Zahlen eine Aufforderung zum dringenden Handlungsbedarf.

Maßnahmen des Sicher-Stark Teams gegen Kindesmissbrauch

Die Bundesgeschäftsstelle „Sicher-Stark Team“ mit Sitz in Euskirchen versucht seit Jahren mit einem bundesweiten Präventionskonzept, welches nur für die Primarstufen in Deutschland entwickelt wurde, zu helfen.

Aber leider kommt die Hilfe oft zu spät, so die Mitarbeiter in der Geschäftsstelle. Sie bekommen regelmäßig mit, wie Kinder therapiert werden müssen, obwohl man mit Präventionsarbeit an den Grundschulen und Kitas so viel verhindern könnte. Leider fehlt es den Einrichtungen oft an den benötigten Geldern oder Sponsoren.

Regionale, landesweite oder bundesweite Sponsoren und Unterstützer können gern Kontakt mit der Bundesgeschäftsstelle Sicher-Stark Team aufnehmen, um zu helfen. Interessante Sponsoringkonzepte stehen zur Verfügung.

Bitkom Kinder- und Jugendstudie 2022 und Tipps für mehr Sicherheit im Netz

Bitkom Kinder- und Jugendstudie 2022 und Tipps für mehr Sicherheit im Netz

Am 09. Juni 2022 veröffentlichte die Bitkom e.V. die Ergebnisse ihrer Kinder- und Jugendstudie 2022, bei der Kinder und Jugendliche zwischen sechs und 18 Jahren zu ihrer Mediennutzung befragt wurden.

Demnach nutzen 98 Prozent der jungen Menschen ab 6 Jahren ein Smartphone oder Tablet. 59 Prozent der 10- bis 18-Jährigen können sich ein Leben ohne Internet nicht vorstellen.

Digitale Medien und das Surfen im Internet sind aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken. In Zeiten einer stetig anwachsenden Informationsflut und der Vielfalt von Medienkanälen ist es für Eltern nicht einfach den Überblick zu behalten und ihre Kinder in Sachen Mediennutzung sicher und kompetent aufzuklären.

Tipps für mehr Sicherheit im Netz

Tipps für mehr Sicherheit im Netz

Es existieren verschiedene Informationsquellen, Empfehlungen, Gesetze und Regularien im Zusammenhang mit einer kindgerechten Medien- und Internetnutzung. Und ja, die Eltern sollten sich die Mühe machen und sich die Zeit nehmen, ihre Kinder über eine sichere Nutzung von digitalen Diensten aufzuklären und mit Ihnen über mögliche Grenzen und Gefahren im Netz zu sprechen. Sie tragen die Verantwortung, legen die Familienregeln fest und entscheiden so über ein angemessenes Nutzungsverhalten ihrer Kinder.

Empfohlene Bildschirmzeiten für Kinder

Es ist hilfreich für Eltern sich zunächst über die Nutzungsempfehlungen im jeweiligen Kindesalter zu informieren. Empfehlungen von Klicksafe.de und SCHAU HIN! lauten:

0 bis 2-Jährige: Hier sollten die Eltern auf Bildschirmmedien gänzlich verzichten. In diesem Alter werden durch Bilderbücher, Hörspiele, Lieder und motorische Tätigkeiten alle Sinne der Kinder aktiv entwickelt. Digitale Medien können die soziale und geistige Entwicklung der Kinder erheblich beeinträchtigen, da das kindliche Gehirn sich erst entwickeln muss, um entsprechende Informationen verarbeiten zu können.

2 bis 3-Jährige dürfen 5 bis 10 Minuten am Tag sorgsam ausgewählte, altersgerechte und begleitete Angebote nutzen, wie zum Beispiel Videoanrufe mit Großeltern.

4 bis 6-Jährige dürfen bis zu 30 Minuten pro Tag und nicht unbedingt täglich am Bildschirm verbringen. Frühestens ab 6 Jahren ist für Kinder eine eigene Spielkonsole zu empfehlen.

7 bis 10-Jährige haben maximal 60 Minuten pro Tag freie Bildschirmzeit und nicht unbedingt täglich. Ein eigenes Smartphone empfiehlt sich frühestens ab 9 Jahren.

Bei Kindern ab 10 Jahren wird empfohlen, ein wöchentliches Zeitkontingent von maximal einer Stunde pro Lebensjahr zu vereinbaren. 

Jugendliche ab 12 Jahren nutzen digitale Medien und Dienste weitestgehend eigenständig mit ihren Eltern als Ansprechpartnern. Die Nutzungszeiten sollten jedoch abgesprochen und individuell angepasst werden.

Je älter die Kinder sind, desto wichtiger ist es, dass sie mehr Freiheiten bekommen und selbstständiger werden, indem sie noch vor der Pubertät lernen, ihre Bildschirmzeiten selbst zu organisieren und sich an die Absprachen zu halten.

Tipps für mehr Sicherheit im Netz

Tipps für mehr Sicherheit im Netz

Nutzungsregeln für digitale Medien und Dienste für Kinder

Für Eltern ist es wichtig, dass sie mit ihren Kindern gemeinsam über Nutzungsregeln sprechen, um sicher und geschützt in Internet surfen zu können. Eltern sollten mit Kindern vereinbaren, wie oft und wie lange sie digitale Dienste nutzen dürfen. Sie haben die Möglichkeit einen Medienvertrag abzuschließen, in dem alle Absprachen schriftlich festgehalten und von beiden Seiten unterschrieben werden. Dies sorgt für mehr Verbindlichkeit.

Einen geeigneten Vertrag kann man kostenlos bei der Bundesgeschäftsstelle Sicher-Stark unter Surfvertrag herunterladen. Zudem hat die Bundesgeschäftsstelle einen Leitfaden für Eltern und Fachkräfte entwickelt, der im Sicher-Stark-Shop käuflich erhältlich ist.

Anfangs ist es hilfreich, einen Timer für die Mediennutzung einzustellen oder eine externe Software mit Einstellungen zum Jugendschutz zu benutzen. Die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) empfiehlt für eine sichere Webnutzung das Jugendschutzprogramm JusProg. Es ist auch wichtig, dass Eltern ihren Kindern gefährliche Daten und Inhalte wie Gewalt, Pornografie, Extremismus oder Cybermobbing altersgerecht erklären.

Im Alltag können zudem gemeinsame Familienregeln helfen, die für alle Familienmitglieder gelten. Kinder benutzen zum Beispiel keine Mobiltelefone im Unterricht oder bei den Hausaufgaben und legen die Geräte 1-2 Stunden vor dem Schlafengehen weg. Auch bei den gemeinsamen Mahlzeiten verzichten alle Familienmitglieder auf ihre Handys. Ebenso können Familien handyfreie Tage festlegen, die für alle gelten.

Eltern setzen sich am besten für eine ausgeglichene Freizeitgestaltung ihrer Kinder ein. Dabei integrieren sie die Mediennutzung in ihren Alltag, etablieren und fördern aber auch andere Hobbies, Interessen und Aktivitäten bei Kindern, halten Kontakt mit Freunden und sorgen für ausreichend Bewegung. Eltern als größte Vorbilder für ihre Kinder leben ihnen am besten selbst einen verantwortungsvollen Umgang mit Medien und eine abwechslungsreiche Freizeitgestaltung vor.

Das sollten Kinder noch lernen – Tipps für mehr Sicherheit im Netz:

  • Persönliche Informationen über sich selbst, die Familie, Freunde geben sie niemals online weiter, auch nicht in Chats und geschlossenen Communitys.
  • Sie fragen Eltern, wenn sie etwas herunterladen, online kaufen oder an Gewinnspielen teilnehmen wollen.
  • Internetregeln halten sie zu Hause, in der Schule und bei Freunden ein.
  • Was ihnen seltsam, unpassend vorkommt oder Angst macht, zeigen sie den Eltern.
  • Sie geben vor Freunden nicht mit Sex- oder Gewaltseiten an.
  • Mit virtuellen Freunden treffen sie sich nicht.
  • Ihr Passwort dürfen sie NIEMANDEM! verraten.
  • Sie lassen die Eltern grundsätzlich wissen, was sie im Internet machen.
  • Sie sind freundlich zu anderen Internetnutzern.

Was gibt es für Kinder bei der Nutzung von Social Media zu beachten?

Soziale Netzwerke und Messenger sind nicht für jedes Alter geeignet. Hier kommen Kinder leicht in Kontakt mit Fremden und können auf problematische Inhalte stoßen, wie Hasskommentare, Beleidigungen und Mobbing. Es gibt unterschiedliche Altersbeschränkungen, die jeder Dienstanbieter in seinen Nutzungsbedingungen vorgibt, an die sich Nutzer halten sollten. Folgende Auflistung ergibt sich für die bekanntesten Dienste zum aktuellen Zeitpunkt:

Facebook und WhatsApp: ab 13 J. mit Erlaubnis der Eltern, ab 16 J. frei

TikTok:  ab 13 J. mit Erlaubnis der Eltern

Instagram und Snapchat: ab 13 J.

Youtube: alle Minderjährigen mit Erlaubnis der Eltern, Kinder bis 16 J. dürfen kein Google-Konto anlegen und sich somit auch nicht bei Youtube registrieren

Spotify: ab 16 J. mit Erlaubnis der Eltern, ab 18 J. frei

Tipps für mehr Sicherheit im Netz

Tipps für mehr Sicherheit im Netz

Was sind kindgerechte und empfehlenswerte Internetseiten für Kinder und Eltern?

Für Kinder im Vorschulalter ist ein altersgerechtes Angebot auf intuitiven Seiten ohne Werbeinhalte und mit spielerischen Lerninhalten wichtig. Folgende Seiten sind empfehlenswert:

Die Elefantenseite

KiKANiNCHEN

Unser Sandmännchen

Die Gürbels

Grundschüler und Kinder bis 12 Jahren brauchen bei der medialen Nutzung unbedingt elterliche Begleitung. Anmeldung und Downloads sollten nur Eltern durchführen.

Für Kinder dieser Altersgruppe eignen sich altersgerechte, geprüfte Suchmaschinen und Informationsseiten wie:

Internet-ABC: Lernen über Umgang mit Internet für Kinder von 5-12 Jahren, für Eltern und Lehrkräfte, mit der Möglichkeit einen Surfschein zu machen

Seitenstarke Kinderseiten

Kindersuchmaschine FragFinn

Kindersuchmaschine Blinde Kuh

Videoplattform Juki

Data-Kids: Seite mit Infos für Kinder „Wie schütze ich meine Daten im Internet?“

Für Kinder ab 8 Jahren gibt es folgende geeignete Seiten:

Wissensseite und Suchmaschine Helles Köpfchen

Klick-Tipps: Kinderseite mit verschiedenen Themenvorschlägen für Kinder, Eltern und Multiplikatoren

Allgemeine gefahrenfreie und kindgerechte Mediatheken sind:

KiKA: Inhalte sind in Altersgruppen ab drei, ab sechs und ab zehn Jahren unterteilt.

Neuneinhalb: Nachrichtenmagazin für Kinder

Arte Junior: Nachrichtenmagazin für Kinder

ZDFchen: Sendungen für Kinder bis 6 Jahre

ZDFtivi: aufgezeichnete Sendungen aus dem Kinderprogramm

 

Kinder sicher im Netz mit dem Sicher-Stark-Team

Die Sicher-Stark-Initiative engagiert sich für die Sicherheit von Kindern im Netz und bietet verschiedene Kurse, Webinare und Schulungen zum Thema Medienkompetenz und Internetsicherheit an. Auf der Website der Bundesgeschäftsstelle gibt es viele nützliche Informationen und Tipps für Eltern, Kinder und pädagogische Fachkräfte.