7 alltagstaugliche Strategien, mit denen Eltern den Selbstwert ihrer Kinder stärken

Ein gesundes Selbstwertgefühl gehört zu den wichtigsten Schutzfaktoren für Kinder. Es hilft ihnen, Herausforderungen zu meistern, Rückschläge zu verkraften, Konflikte zu lösen und sich in der Welt sicher zu fühlen. Selbstbewusste Kinder können klarer kommunizieren, sich besser abgrenzen und sind weniger anfällig für Mobbing oder riskantes Verhalten. Doch wie entsteht Selbstwert eigentlich und was können Eltern konkret tun, um ihn zu fördern?
Viele glauben, Selbstbewusstsein wachse vor allem durch Lob, gute Leistungen oder Erfolge. Tatsächlich entsteht ein stabiler Selbstwert aber im Alltag: durch Verlässlichkeit, echtes Interesse, Zugehörigkeit, emotionale Sicherheit und das Gefühl, wirksam zu sein. Hier sind sieben Strategien, die Eltern sofort anwenden können – ohne Druck, ohne Perfektionismus und ohne zusätzliche To-dos.

  1. Beziehung vor Erziehung: Emotionale Bindung als Basis

    Bevor Kinder lernen, sich selbst zu vertrauen, müssen sie jemandem vertrauen können. Daher ist eine sichere Bindung der wichtigste Motor für einen gesunden Selbstwert. Was bedeutet das im Alltag?
    · Blickkontakt, wenn das Kind etwas erzählt
    · Berührungen wie eine Hand auf der Schulter
    · echtes Zuhören statt „nebenbei reagieren“
    · Interesse an Gefühlen und nicht nur an Ergebnissen
    Kinder brauchen das Gefühl, wichtig zu sein, auch ohne dafür Leistung erbringen zu müssen.
    Tipp: Jeden Tag 10 Minuten ungeteilte Aufmerksamkeit wirken stärker als jede große Unternehmung.

  2. Realistisches Lob statt Dauer-Bejubelung

    Überhöhtes oder inflationäres Lob wie: „Du bist der Beste!“ oder „Das hast du perfekt gemacht!“ kann Kinder sogar unter Druck setzen. Es vermittelt: „Ich muss perfekt sein, um gut genug zu sein.“

    Stärkendes Lob hingegen ist:
    · konkret z. B.: „Du bist lange an der Aufgabe drangeblieben, obwohl es schwierig war.“
    · verhaltensbezogen statt personenbezogen
    · ehrlich und nicht überzogen

    Der Glauben daran, Probleme aus eigener Kraft lösen zu können, stärkt das Selbstbewusstsein.

  3. Kinder dürfen Fehler machen und daraus lernen

    Fehler sind kein Zeichen von Schwäche. Sie sind Lernschritte. Kinder, die Fehler machen dürfen, entwickeln Mut, Kreativität und innere Stärke. Eltern können das fördern, indem sie:
    · Misslungenes nicht dramatisieren
    · sich selbst beim Fehler-machen zeigen
    · lösungsorientiert begleiten
    · Erfolge nicht mit Perfektion verknüpfen

    Eine einfache Frage stärkt enorm:„Was hast du heute Neues ausprobiert?“ Das signalisiert: Der Mut zählt und nicht nur das Ergebnis.

  4. Verantwortung übertragen – aber altersgerecht

    Kinder brauchen Gelegenheiten, Verantwortung zu übernehmen. Dadurch wachsen Selbstvertrauen und Kompetenz. Wichtig ist, dass Aufgaben nicht überfordern, sondern Erfolgserlebnisse ermöglichen.

    Geeignete Beispiele:
    · Tisch decken
    · kleine Entscheidungen treffen, wie z. B.: „Was ziehe ich heute an?“
    · Geld für eine kleine Besorgung verwalten
    · Wochenaufgaben, die dauerhaft bei ihnen bleiben

    Eltern sollten unterstützen, aber nicht kontrollieren, denn das stärkt die Autonomie.

  5. Gefühle ernst nehmen, statt „wegtrösten“

    Viele Erwachsene neigen dazu, unangenehme Gefühle des Kindes schnell beruhigen zu wollen. Sätze wie: „Ist doch nicht so schlimm.“ fallen schnell. Doch starke Kinder entstehen nicht dadurch, dass sie keine schwierigen Gefühle erleben, sondern dadurch, dass sie lernen, sie zu regulieren.

    Dazu gehört:
    · Gefühle benennen: „Du wirkst enttäuscht, weil …“
    · Verständnis zeigen
    · gemeinsam Strategien entwickeln, wie z. B.: „Was hilft dir in solchen Momenten?“

    So entsteht emotionale Kompetenz – ein zentraler Pfeiler von Selbstwert und Resilienz.

  6. Klare Grenzen geben Halt und Orientierung

    Selbstwert entsteht auch durch Struktur. Klare, liebevolle Grenzen vermitteln Sicherheit und das Gefühl: „Jemand passt auf mich auf.“

    Grenzen sollten:
    · verständlich erklärt
    · vorhersehbar
    · konsequent, aber nicht hart
    · respektvoll kommuniziert werden

    Kinder, die liebevoll geführt werden, fühlen sich nicht eingeschränkt, sondern geschützt.

  7. Vorbild sein: Kinder lernen Selbstwert nicht durch Worte, sondern durch Beobachtung

    Kinder orientieren sich an dem, was Eltern vorleben. Wer gut mit sich selbst umgeht, vermittelt seinem Kind automatisch:
    · Selbstannahme
    · gesunde Grenzen
    · konstruktive Konfliktlösung
    · Leistungsdruck in Balance
    · den Umgang mit Fehlern

    Das bedeutet nicht, perfekt zu sein. Es bedeutet, bewusst zu sein: Wie spreche ich über mich? Wie gehe ich mit Stress um? Wie behandelt man mich und wie erlaube ich es?

Kleine Momente – große Wirkung

Selbstwert entsteht nicht an außergewöhnlichen Tagen, sondern in der Summe der kleinen Interaktionen:
· das gemeinsame Lachen
· ein sanftes „Ich bin für dich da“
· die Ermutigung nach einem Rückschlag
· das Gefühl, gesehen zu werden
· die Erfahrung, etwas selbst geschafft zu haben
Diese Momente bleiben. Sie prägen. Sie machen Kinder tatsächlich stark.

Die Sicher-Stark-Initiative zählt bundesweit zu den wichtigsten Anlaufstellen, wenn es um den Schutz und die Stärkung von Kindern geht. Seit fast 30 Jahren engagiert sich ein interdisziplinäres Team aus Pädagog:innen, Psycholog:innen, IT-Expert:innen und ehemaligen Polizeibeamt:innen für die Sicherheit von Kindern. In ganz Deutschland bietet die Initiative praxisnahe Schulungen, Elterntrainings und Webinare an – mit dem Ziel, Kinder frühzeitig zu stärken und ihnen ein sicheres, selbstbestimmtes Leben in analogen wie digitalen Lebenswelten zu ermöglichen.
Mehr Infomationen: https://www.sicher-stark-team.de/

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Sicher streamen: Wie Eltern ihre Kinder auf YouTube und Co schützen können

Sicher streamen: Wie Eltern ihre Kinder auf YouTube und Co schützen können
Kinder wachsen in einer digitalen Welt auf, in der YouTube-Stars oft bekannter sind als klassische Fernsehfiguren. Schon Grundschulkinder schauen regelmäßig Videos, singen Songs nach oder entdecken über Streams ihre Interessen. Das ist Teil einer modernen Kindheit, aber auch eine Herausforderung. Denn das Internet ist kein geschützter Raum. Selbst auf kinderfreundlichen Plattformen wie YouTube Kids können ungeeignete Inhalte durchrutschen. Algorithmen empfehlen automatisch ähnliche Videos und führen so manchmal schleichend zu Themen, die Kinder überfordern oder verstören können. Eltern müssen deshalb mehr denn je digitale Kompetenz beweisen: aufmerksam, aber nicht überwachend; begleitend, aber nicht bevormundend.

Die größten Risiken beim Streaming

  • Ungeeignete Inhalte: Gewalt, Angstthemen oder sexualisierte Darstellungen sind trotz Filter oft nur wenige Klicks entfernt.
  • Empfehlungsalgorithmen: Sie können Kinder in Endlosschleifen führen – immer extremer, immer lauter.
  • Influencer-Marketing: Kinder erkennen Werbung nicht immer als solche und lassen sich leicht beeinflussen.
  • Datenschutz: Persönliche Informationen, Kommentare oder Likes können Rückschlüsse auf Kinder zulassen.
  • Übermäßige Nutzung: Langer Bildschirmkonsum wirkt sich auf Schlaf, Konzentration und Stimmung aus.

Kinderpornografie

Sicher streamen mit System – die drei Säulen digitaler Begleitung

  1. Begleiten statt kontrollieren
    Kinder brauchen keine ständige Überwachung, sondern ehrliches Interesse. Eltern, die regelmäßig mitschauen oder sich Videos erklären lassen, erfahren, was ihr Kind bewegt. Fragen wie: „Was findest du daran spannend?“ oder „Würdest du das selbst auch so machen?“ regen Gespräche an und helfen, Inhalte zu reflektieren. So entsteht Vertrauen und Kinder wissen, dass sie sich bei unangenehmen Erlebnissen an ihre Eltern wenden können.
  2. Klare Strukturen schaffen
    Feste Regeln geben Orientierung und reduzieren Konflikte. Wichtige Punkte:
    · Zeitbegrenzung: Wann und wie lange darf geschaut werden?
    · Ort: Kein Streaming im Bett oder beim Essen.
    · Inhalte: Welche Kanäle sind erlaubt? Welche tabu?
    Technische Hilfen wie der eingeschränkte Modus bei YouTube oder YouTube Kids mit deaktivierter Suchfunktion sind nützlich, ersetzen aber keine persönliche Begleitung. Hilfreich ist auch eine Medienvereinbarung, die gemeinsam erstellt und sichtbar im Haushalt aufgehängt wird.
  3. Reflektieren und miteinander sprechen
    Kinder sollten lernen, Online-Inhalte zu hinterfragen. Ein Gespräch über Authentizität („Ist das echt?“), Motivation („Warum zeigt jemand das?“) und Wirkung („Wie fühlst du dich danach?“) fördert Medienkompetenz. Wenn ein Video Angst, Druck oder Scham auslöst, ist das kein Grund zum Tadel, sondern eine Gelegenheit zum Lernen.

Praktische Tipps für Eltern

✅ Einstellungen prüfen: Kindersicherung aktivieren, Werbung begrenzen, Datenschutzoptionen anpassen.
✅ Eigene Playlists: geprüfte Inhalte selbst auswählen.
✅ Regelmäßige Gespräche: Austausch statt Kontrolle.
✅ Offline-Zeiten: bewusste Pausen schaffen – etwa abends oder am Wochenende.
✅ Vorbild sein: Der eigene Umgang mit Medien prägt mehr als jede Regel.
✅ Webinare für Kinder und Eltern besuchen

Don‘ts beim Streaming

  • YouTube als Babysitter nutzen.
  • Schimpfen, wenn Kinder Unangemessenes sehen.
  • Regeln unklar oder inkonsequent anwenden.
  • Vertrauen durch ständige Kontrolle untergraben.

Streaming gehört heute zum Aufwachsen einfach dazu. Umso mehr sind Eltern sowie Lehrkräfte gefordert, ihren Kindern zu zeigen, wie sie digitale Medien sicher, selbstbestimmt und kritisch nutzen können. Eltern, die sich aktiv für sicheren Medienumgang interessieren, legen den Grundstein für digitale Selbstständigkeit. Wer zuhört, erklärt und Strukturen schafft, sorgt dafür, dass YouTube und Co nicht zur Gefahr werden, sondern zu einem Raum des Lernens, Lachens und gemeinsamen Entdeckens.

Autorin: Daniela Schönwald

Die Sicher-Stark-Initiative zählt bundesweit zu den wichtigsten Anlaufstellen, wenn es um den Schutz und die Stärkung von Kindern geht. Seit fast 30 Jahren engagiert sich ein interdisziplinäres Team aus Pädagog:innen, Psycholog:innen, IT-Expert:innen und ehemaligen Polizeibeamt:innen für die Sicherheit von Kindern. In ganz Deutschland bietet die Initiative praxisnahe Schulungen, Elterntrainings und Webinare an – mit dem Ziel, Kinder frühzeitig zu stärken und ihnen ein sicheres, selbstbestimmtes Leben in analogen wie digitalen Lebenswelten zu ermöglichen.
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Kleine Momente mit großer Wirkung: Warum unscheinbare Alltagssituationen Kinder nachhaltig prägen

Autorin: Daniela Schönwald

Im Familienalltag passiert viel zwischen Tür und Angel: Frühstück unter Zeitdruck, ein schneller Abschied an der Haustür, ein kurzes Gespräch vor dem Schlafengehen. Oft glauben Eltern, dass vor allem große Ereignisse zählen, wie der besondere Ausflug, der Urlaub, das perfekte Geschenk. Doch aus entwicklungspsychologischer Sicht ist es häufig genau andersherum: Es sind die kleinen, alltäglichen Momente, die sich bei Kindern tief einprägen. Das liegt daran, dass Kinder ihre Welt vor allem über Beziehung, Wiederholung und emotionale Resonanz verstehen. Nicht das spektakuläre Highlight schafft Bindung und Vertrauen, sondern die vielen, leisen Berührungen im Alltag, die signalisieren: „Ich sehe dich. Ich bin da.“
Im Folgenden werden fünf unscheinbare Alltagssituationen beschrieben, die in der Erziehung oft unterschätzt werden, die aber einen enormen Einfluss darauf haben, wie sicher, geliebt und kompetent Kinder sich fühlen.

  1. Wenn Eltern wirklich zuhören
    Ungeteilte Aufmerksamkeit ist für Kinder ein Geschenk, das weit über den Moment hinaus wirkt. Es geht nicht um stundenlange Gespräche, sondern darum, für kurze Augenblicke wirklich präsent zu sein. Einfach mal das Handy aus der Hand legen, auf Augenhöhe gehen und zuhören. Kinder spüren sofort, ob sie „nebenbei“ oder wirklich wahrgenommen werden. Ein paar Minuten echte Aufmerksamkeit können mehr bedeuten als eine Stunde gemeinsames Spielen ohne innere Präsenz. Diese Momente vermitteln: „Deine Gefühle und Gedanken sind wichtig.“ Genau dadurch entsteht Bindung und damit die Grundlage für Resilienz.
  2. Kleine Rituale, die Sicherheit schenken
    Rituale strukturieren den Alltag und geben Orientierung. Dabei müssen sie nicht aufwendig sein: ein bestimmtes Guten-Morgen-Verhalten, ein kurzes Einschlafritual, ein gemeinsames Getränk nach der Schule – solche Routinen schaffen Halt.

    Für Kinder ist nicht der Inhalt entscheidend, sondern die Verlässlichkeit. Rituale vermitteln: „Hier gehöre ich hin. Hier weiß ich, was mich erwartet.“ In Zeiten, in denen vieles unvorhersehbar scheint, werden solche Gewohnheiten zu emotionalen Ankerpunkten. Sie sind oft das, woran Kinder sich später erinnern, weil sie Stabilität und Zugehörigkeit symbolisieren.

  3. Worte, die Mut machen
    Kinder saugen Wertschätzung regelrecht auf. Ein ehrliches „Ich bin stolz auf dich“ oder ein anerkennender Satz wie „Ich sehe, wie sehr du dich bemüht hast“ kann im Inneren eines Kindes viel auslösen. Wichtig ist, dass die Rückmeldung echt und konkret ist. Nicht nur Leistungen, sondern besonders persönliche Eigenschaften wie Geduld, Mut, Hilfsbereitschaft oder Durchhaltevermögen.verdienen Anerkennung. Solch wertschätzende Worte werden oft über Jahre behalten. Sie können zu inneren Leitplanken werden und Kindern helfen, Herausforderungen zu meistern.
  4. Werte vorleben statt predigen
    Kinder orientieren sich weniger an dem, was Erwachsene sagen, als an dem, was sie tun. Die kleinen Gesten, wie jemandem die Tür aufhalten, freundlich bleiben, wenn man gestresst ist, und anderen helfen – diese alltäglichen Beobachtungen bei den Eltern prägen die Wertvorstellungen eines Kindes nachhaltiger als moralische Vorträge. Wenn Kinder erleben, dass Freundlichkeit und Respekt gelebt werden, übernehmen sie diese Haltung fast automatisch. Und sie erinnern sich daran: „So hat Mama/Papa das auch gemacht.“
  5. Trost schenken
    Not, Traurigkeit oder Überforderung gehören zum kindlichen Alltag. Entscheidend ist, wie Erwachsene in diesen Momenten reagieren. Ein Kind, das echten Trost durch eine ruhige Stimme, eine Umarmung, ein „Ich bin da“ bekommt, speichert diesen Moment ab wie einen sicheren Hafen. Solche Situationen zeigen Kindern: „Du musst nicht funktionieren, um geliebt zu werden.“ Das stärkt die emotionale Entwicklung und schafft Vertrauen. Manchmal sind es gerade die schwierigen Augenblicke, die zu den stärksten Erinnerungen werden, weil das Kind gespürt hat, dass es nicht allein gelassen wird.

Warum gerade diese kleinen Situationen so prägend sind

Neurowissenschaftliche Erkenntnisse zeigen: Das Gehirn speichert besonders dann dauerhaft ab, wenn Emotion, Beziehung und Wiederholung zusammentreffen. Alltagsmomente erfüllen genau diese Kriterien: still, unaufgeregt, aber enorm wirkungsvoll.
Kinder lernen dadurch:

  • Wie gehe ich mit Gefühlen um?
  • Bin ich wertvoll?
  • Kann ich mich auf meine Bezugspersonen verlassen?
  • Wie funktioniert Miteinander?

Es sind diese Grundhaltungen, die später über Selbstbewusstsein, soziale Kompetenz und Stressbewältigung entscheiden. Viele davon werden in den bundesweiten Sicher-Stark-Kursen vermittelt.

Praktische Ideen, die sich einfach in den Alltag integrieren lassen

  • Tägliche 5-Minuten-Präsenzzeit – kein Handy, kein Ablenkungsgerät, nur Aufmerksamkeit.
  • Ein Mikro-Ritual einführen, wie z. B. jeden Abend drei Dinge nennen, die schön waren.
  • Wertschätzung sichtbar machen – kleine Notizen oder kurze Sprachnachrichten für das Kind.
  •  Freundlichkeit üben – gemeinsam jemanden überraschen oder unterstützen.
  • Bewusster Trost – ruhig bleiben, da sein, ohne zu belehren oder zu relativieren.

Diese Impulse kosten keine zusätzliche Zeit – sie entstehen ganz selbstverständlich im Alltag: beim Kochen, Wäscheaufhängen oder Schuheanziehen. Kinder behalten vor allem die Momente im Kopf, in denen sie sich gesehen, geborgen und zugehörig fühlten. Eltern müssen dafür nicht perfekt, sondern präsent und erreichbar sein. Nicht die großen Erlebnisse, sondern die kleinen, echten Augenblicke lassen die innere Stärke von Kindern wachsen, die sie durchs Leben trägt, und darauf legt das Sicher-Stark-Team Wert.

Das Sicher-Stark-Team zeigt seit vielen Jahren, wie wichtig emotionale Stabilität für die Sicherheit von Kindern ist. Kinder, die gehört, gesehen und ernst genommen werden, entwickeln ein starkes Selbstwertgefühl – und damit auch die Fähigkeit, sich abzugrenzen, Hilfe zu holen und für sich einzustehen. Prävention beginnt daher nicht erst bei den Sicher-Stark- Kursen, sondern im täglichen Miteinander: in einem Satz, einer Berührung, einem Blickkontakt.

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Sicherheit beginnt zu Hause – wie Wohnzimmerkurse von der Sicher-Stark-Initiative Kinder stark machen

Wenn Kinder selbstständig werden, begegnen sie täglich neuen Herausforderungen: auf dem Schulweg, im Internet, auf dem Spielplatz oder im Umgang mit Gleichaltrigen. Eltern wünschen sich, dass ihre Kinder mutig, achtsam und selbstbewusst durchs Lebe n gehen und wissen, wie sie sich in schwierigen Situationen verhalten können.
Doch wie kann man diese Fähigkeiten fördern, ohne Angst zu machen? Eine besonders alltagsnahe Form der Prävention bieten die Wohnzimmerkurse des Sicher-Stark-Teams: kleine, persönliche Trainings direkt in der vertrauten Umgebung der Kinder.

Lernen, wo man sich wohlfühlt

Kinder lernen am besten dort, wo sie sich sicher fühlen. In einem Wohnzimmer, Garten oder Partykeller entstehen vertraute Lernräume, in denen keine Schulatmosphäre herrscht und kein Leistungsdruck spürbar ist.
In diesen kleinen Gruppen, bei denen drei bis zwanzig Kinder im ähnlichen Alter mitmachen können, werden Themen wie Selbstbehauptung, Grenzachtung und sicheres Verhalten im Alltag spielerisch vermittelt. Durch Rollenspiele, Gespräche und praktische Übungen erfahren Kinder, wie sie:

  • ihre Stimme wirkungsvoll einsetzen,
  • „Nein“ sagen und Grenzen wahren,
  • Hilfe holen, wenn sie sich unsicher fühlen,
  • Konflikte ruhig, aber bestimmt lösen.

Diese Form der Prävention funktioniert deshalb so gut, weil sie das alltägliche Umfeld der Kinder einbezieht. Der Schulweg, der Spielplatz oder der Kontakt mit Fremden werden nicht abstrakt besprochen, sondern realistisch nachempfunden.

Eltern als Teil der Lösung

Ein entscheidender Vorteil der Wohnzimmerkurse ist, dass Eltern nicht nur Zuschauende, sondern aktive Begleitende sind. Sie sehen, wie ihr Kind auf bestimmte Situationen reagiert, und erhalten Anregungen, wie sie das Gelernte zu Hause weiter festigen können.
So entsteht ein gemeinsamer Lernprozess. Kinder spüren: „Meine Eltern stehen hinter mir“, und Eltern gewinnen Sicherheit im Umgang mit heiklen Themen – sei es beim Ansprechen von Fremden, beim Umgang mit Online-Risiken oder bei Konflikten unter Gleichaltrigen.
Diese enge Zusammenarbeit zwischen Eltern und Trainer*innen ist ein zentrales Element. Prävention gelingt am besten, wenn sie im Familienalltag weiterlebt – nicht als starre Regel, sondern als Haltung: aufmerksam, respektvoll und zugewandt.

Warum das Konzept so wirkungsvoll ist

Das Besondere an den Wohnzimmerkursen ist nicht nur der Ort, sondern die pädagogische Herangehensweise. Die Trainer*innen des Sicher-Stark-Teams arbeiten nach modernen, kindgerechten Methoden, die auf Selbstwirksamkeit und Ermutigung setzen. Kinder lernen, sich selbst zu vertrauen, Entscheidungen zu treffen und im Notfall Hilfe zu holen, anstatt Angst zu haben oder zu erstarren.
Studien zur Gewaltprävention und Resilienzförderung zeigen: Kinder, die gelernt haben, ihre eigenen Grenzen wahrzunehmen und zu kommunizieren, entwickeln ein stärkeres Selbstbild und reagieren in Gefahrensituationen überlegter. Gerade der persönliche Rahmen trägt dazu bei, dass Inhalte emotional verankert werden. Ein Kind, das im Wohnzimmer laut „Stopp!“ sagt, wird das auch auf dem Schulhof tun können, weil es die Situation schon einmal erlebt hat.

Vorbereitung und Ablauf

Die Organisation eines Wohnzimmerkurses ist unkompliziert. Eltern laden befreundete Familien ein, bilden eine kleine Gruppe und vereinbaren einen Termin mit dem Sicher-Stark-Team. Während der Lerneinheiten wechseln sich aktive Übungen und Gespräche ab. Kinder probieren aus, was funktioniert, und dürfen Fehler machen. Trainer*innen achten darauf, dass jedes Kind Raum bekommt, sich zu äußern, und die Themen altersgerecht bleiben. Zudem erhalten Eltern konkrete Tipps, wie sie das Gelernte in den Alltag integrieren können – etwa durch kleine Rituale, Gespräche oder Wiederholungen beim Spielen.

Vom Wissen zum Können

Ein zentrales Ziel der Wohnzimmerkurse ist es, Wissen in Handlung umzuwandeln. Viele Kinder wissen zwar, dass sie bei Gefahr weglaufen oder um Hilfe rufen sollen, aber sie haben es nie praktisch geübt.
Erst durch das bewusste Erleben – das laute Rufen, das klare „Nein!“, das selbstständige Entscheiden – verankert sich das Verhalten nachhaltig.
Kinder nehmen aus den Kursen mit:

  • mehr Selbstbewusstsein und Körpergefühl,
  • Sicherheit im Umgang mit Fremden oder schwierigen Situationen,
  • und das Vertrauen, im Notfall richtig handeln zu können.

Eltern berichten anschließend oft, dass ihre Kinder selbstständiger geworden sind und im Alltag mutiger auftreten. Sicherheit ist kein Zustand, sondern ein Prozess, der mit Beziehung beginnt. Wenn Kinder spüren, dass sie ernst genommen werden, entwickeln sie die innere Stärke, sich selbst und anderen zu helfen. Die Wohnzimmerkurse schaffen dafür einen Rahmen, der nah an der Lebensrealität liegt und zugleich professionelle Unterstützung bietet. Es ist keine „Schulung“, sondern ein gemeinsamer Schritt hin zu mehr Vertrauen, Achtsamkeit und Selbstwirksamkeit.

Das Sicher-Stark-Konzept ©

Das Sicher-Stark-Team ist seit über 25 Jahren im Bereich Gewaltprävention tätig. Es führt deutschlandweit Schulungen, Kurse und Webinare für Kinder, Eltern und Fachkräfte durch. Ziel ist es, Kinder frühzeitig zu stärken – emotional, sozial und in ihrem Sicherheitsbewusstsein – und gleichzeitig Erwachsene dafür zu sensibilisieren, wie sie Kinder wirksam unterstützen können.

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Schnuppertage in Magstadt: Ein starkes Wochenende für Kinder und Eltern

Am Samstag, dem 20. September 2025, verwandelte sich die Sporthalle Magstadt in einen Ort des Miteinanders, der Achtsamkeit und des Lernens. Im Rahmen zweier Schnuppertage konnten rund 40 Kinder und 80 Eltern erfahren, wie wichtig es ist, frühzeitig Selbstvertrauen aufzubauen und mit schwierigen Alltagssituationen sicher umzugehen.

Die Initiative ging vom Elternbeirat Magstadt aus, der die Sicher-Stark-Kurse©

gemeinsam mit dem Sicher-Stark-Team auf die Beine stellte. Geleitet wurden sie von Ralf Schmitz, Gewaltpräventionstrainer, der seit vielen Jahren bundesweit Kinder, Eltern und Fachkräfte im Bereich Gewaltprävention schult.

Lernen mit Kopf, Herz und Körper

In abwechslungsreichen Übungen und Spielsituationen lernten die Kinder, wie sie Gefahren besser einschätzen und sich klar und deutlich abgrenzen können. Dabei standen Mut, Körpersprache und Kommunikation im Mittelpunkt. Spielerische Methoden sorgten dafür, dass auch schwierige Themen altersgerecht und mit Freude vermittelt wurden.

Parallel dazu erhielten die Eltern wertvolle Impulse, wie sie ihre Kinder im Alltag stärken und in ihrer Selbstwahrnehmung fördern können – sei es im Umgang mit Fremden, im Straßenverkehr oder in digitalen Räumen. So entstand ein lebendiger Austausch zwischen Eltern und Kindern, der weit über den Kurstag hinauswirken dürfte.

Positive Resonanz und sichtbare Erfolge

Die Rückmeldungen nach den Schnuppertagen waren durchweg positiv. Viele Eltern zeigten sich beeindruckt, wie praxisnah und motivierend die Inhalte vermittelt wurden. Besonders erfreulich: Die Kinder gingen mit sichtbarer Begeisterung und gestärktem Selbstbewusstsein nach Hause.

Die Schnuppertage in Magstadt haben gezeigt, wie wertvoll es ist, Prävention erlebbar zu machen. Wenn Kinder lernen, ihre eigenen Grenzen zu erkennen, und Erwachsene wissen, wie sie sie dabei unterstützen können, entsteht ein starkes Fundament für mehr Sicherheit und Selbstvertrauen – im Alltag, in der Schule und darüber hinaus.

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Schulstress: Eine Generation unter Druck

Autorin: Daniela Schönwald

Wie Prävention hilft, Stress bei Kindern und Jugendlichen zu erkennen und zu bewältigen

Der Alltag in der Schule bedeutet für viele Kinder und Jugendliche mehr als nur Lernen: Permanenter Leistungsdruck, Hausaufgaben, Prüfungen, soziale Konflikte und das Gefühl, ständig mithalten zu müssen, kann zu enormer Belastung führen. Immer mehr junge Menschen in Deutschland berichten von Erschöpfung, Überforderung und Stress. Die Forschung zeigt: Das ist kein Einzelfall, sondern ein wachsendes gesellschaftliches Problem.

Alarmierende Datenlage: Stress nimmt zu

Der DAK-Präventionsradar 2024 belegt eindrücklich, wie stark psychosoziale Belastungen bei Schülerinnen und Schülern sind. Mehr als die Hälfte der befragten Kinder und Jugendlichen berichten von Erschöpfung. Fast ein Drittel fühlt sich häufig einsam. Drei Viertel geben an, von Krisenängsten betroffen zu sein.
In der Studie heißt es konkret:

  • 31,5 % der Schülerinnen und Schüler fühlten sich im Schuljahr 2023/24 oft einsam.
  • Schlafprobleme traten bei über einem Drittel mindestens einmal pro Woche auf.
  • Etwa 46 % der Schülerinnen und Schüler litten unter zwei oder mehr Beschwerden pro Woche (z. B. Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Bauchschmerzen).

Mehr Belastung während und nach der Pandemie

Die COPSY-Studie (Corona und Psyche) ist langfristig angelegt und untersucht, wie sich die Pandemie auf die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen ausgewirkt hat.
Ein paar zentrale Befunde dabei sind:

  • Bereits in der ersten Befragungswelle (Mai–Juni 2020) zeigen sich erhöhte Belastungen bei vielen Teilnehmenden.
  • In späteren Wellen berichten Jugendliche, dass sie das Lernen und die Schule weiterhin als anstrengender empfinden als vor der Pandemie.
  • Anstieg psychischer Auffälligkeiten und Belastungen im Verlauf der Pandemie.
  • Soziale Medien und die Darstellung von Weltkrisen (z. B. Krieg, Klimawandel) tragen bei einem Teil der Teilnehmenden zusätzlich zur psychischen Belastung bei.

Einige Gruppen sind stärker belastet

Schulischer Stress betrifft Kinder und Jugendliche unterschiedlich stark. Besonders Kinder aus finanziell angespannten oder bildungsfernen Familien berichten deutlich häufiger von Stress, Einsamkeit und psychischen Problemen. Auch das Geschlecht spielt eine Rolle: Mädchen leiden häufiger unter Müdigkeit, psychosomatischen Beschwerden und Ängsten. Hinzu kommen hohe Erwartungen und schulische Anforderungen, die den Druck weiter erhöhen. Angst vor Versetzungen oder negativer Bewertung belastet vor allem jene, die sich selbst stark unter Leistungsdruck setzen. Dabei verschärfen fehlende Möglichkeiten zum Ausgleich die Situation zusätzlich. Wenn Freundschaften, Sportangebote oder Freizeitaktivitäten eingeschränkt sind, wie auch während der Pandemie, fällt es schwerer, Stress abzubauen und neue Energie zu schöpfen. Insgesamt zeigt sich, dass schulischer Stress durch ein Zusammenspiel sozialer, persönlicher und situativer Faktoren entsteht. Kinder, die mehreren Belastungen ausgesetzt sind, tragen ein besonders hohes Risiko, unter Druck zu geraten.

Wie Eltern und Lehrkräfte unterstützen können

Der Eindruck, allein zu sein mit dem Druck, darf möglichst gar nicht entstehen. Prävention und Unterstützung sind zentral und wirksam:

  1. Offene Kommunikation
    Kinder und Jugendliche müssen wissen, dass Belastung und Stress ernst genommen werden. Ein vertrauliches Gespräch, in dem ohne Urteil zugehört wird, kann Entlastung bringen.
  2. Strukturierter Alltag mit Ruhepausen
    Gleichgewicht zwischen Schulzeit, Freizeit, Erholung und Schlaf ist essenziell. Regelmäßige Pausen und feste Rituale wirken stabilisierend.
  3. Bewegung und kreative Aktivitäten
    Sport, Musik, Kunst oder Handwerk bieten emotionalen Ausgleich, fördern das Wohlbefinden und lenken ab vom ständigen Druck.
  4. Förderung von Selbstwirksamkeit
    Kinder sollten erleben, dass sie Einfluss auf ihre Situation haben. Kleine Entscheidungen und das Erlernen von Problemlösestrategien stärken das Gefühl von Kontrolle.

Ein starkes Fundament für psychische Gesundheit

Schulstress lässt sich weder vollständig vermeiden noch darf er verharmlost werden. Doch der Umgang mit Druck, Anforderungen und Erwartungen ist lernbar. Wenn Kinder früh lernen, eigene Belastungsgrenzen zu spüren, mit ihnen zu kommunizieren und Selbstfürsorge aufzubauen, wächst ihre Stressresistenz und so ihre Resilienz.

Das Sicher-Stark-Konzept ©

Das Sicher-Stark-Team ist seit über 25 Jahren im Bereich Gewaltprävention tätig. Es führt deutschlandweit Schulungen, Kurse und Webinare für Kinder, Eltern und Fachkräfte durch. Ziel ist es, Kinder frühzeitig zu stärken – emotional, sozial und in ihrem Sicherheitsbewusstsein – und gleichzeitig Erwachsene dafür zu sensibilisieren, wie sie Kinder wirksam unterstützen können.

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Quellen:
https://www.praeventionstag.de/nano.cms/news/details/9290?utm_source=chatgpt.com

https://www.rki.de/DE/Themen/Nichtuebertragbare-Krankheiten/Studien-und-Surveillance/Studien/Adipositas-Monitoring/Psychosoziales/HTML_Themenblatt_Stressbelastung.html?utm_source=chatgpt.com

https://www.uke.de/kliniken-institute/kliniken/kinder-und-jugendpsychiatrie-psychotherapie-und-psychosomatik/forschung/arbeitsgruppen/child-public-health/forschung/copsy-studie.html?utm_source=chatgpt.com

Sicherheit für Kinder unterwegs – 5 Tipps für Eltern

Wenn Kinder allein zur Schule gehen, Freunde besuchen oder zum Sport fahren, stellt sich für Eltern oft die Frage: Wie kann ich mein Kind auf mögliche Gefahren vorbereiten –, ohne es zu verunsichern? Die bundesweite Sicher-Stark- Non-Profit-Organisation (NPO) gibt konkrete Tipps, wie Eltern ihre Kinder stärken und ihnen Sicherheit für unterwegs vermitteln können.

Starke Kinder sind sicherer unterwegs

Kinder, die ihre eigenen Grenzen kennen und gelernt haben, auf ihr Bauchgefühl zu hören, können auch in schwierigen Situationen meistens besser reagieren. Die Initiative Sicher-Stark empfiehlt daher Eltern, mit ihren Kindern frühzeitig über typische Alltagssituationen zu sprechen, in denen sie allein unterwegs sind, wie etwa auf dem Schulweg, an der Bushaltestelle oder beim Spielen in der Nachbarschaft.
Wichtig dabei ist es, die Kinder nicht zu verängstigen, sondern ihnen altersgerecht und mit klaren Botschaften zu vermitteln, wie sie sich schützen und Hilfe holen können. Entscheidend ist dabei, Sicherheit und Handlungskompetenz durch Gespräche, Übungen und Vertrauen zu fördern.

Fünf Tipps für mehr Sicherheit

  1. Realistische Vorbereitung:
    Üben Sie gemeinsam mit Ihrem Kind typische Wege und besprechen Sie, was in bestimmten Situationen zu tun ist – z. B. wenn es sich unwohl fühlt oder angesprochen wird.
  2. Grenzen ernst nehmen:
    Bestärken Sie Ihr Kind darin, „Nein“ zu sagen – auch gegenüber Erwachsenen. Das ist ein wichtiger Schritt, um sich abzugrenzen und Hilfe zu holen.
  3. Notfallstrategien besprechen:
    Erklären Sie Ihrem Kind altersgerecht, wie es in einer Notsituation Hilfe holen kann – etwa, indem es gezielt Erwachsene anspricht oder zu einem vertrauten Ort wie einer nahe gelegenen Bäckerei geht, wo es möglicherweise bekannt ist.
  4. Vertrauen fördern:
    Machen Sie deutlich, dass Ihr Kind sich Ihnen anvertrauen darf – ohne Angst vor Ärger. Kinder, die über alles sprechen dürfen, verarbeiten Erlebnisse besser.
  5. Gefühle ernst nehmen:
    Wenn ein Kind sagt: „Das war komisch“ oder „Ich hatte ein komisches Gefühl“, nehmen Sie das ernst. Bauchgefühl ist oft ein guter Frühwarnmechanismus.

Sicher-Stark-Team: Prävention seit über 25 Jahren

Die Sicher-Stark- Non-Profit-Organisation (NPO) ist seit über einem Vierteljahrhundert bundesweit aktiv im Bereich Gewaltprävention und Kinderschutz. Mit erfahrenen Trainer:innen aus den Bereichen Pädagogik, Psychologie, Polizei und IT führt das Team Veranstaltungen, Schulungen und Webinare durch – sowohl für Kinder als auch für Eltern, Lehrkräfte und Fachkräfte.

Weitere Informationen und Angebote unter: https://www.sicher-stark-team.de/

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Soziale Kompetenzen sind unverzichtbar – und werden dennoch zu wenig gefördert

Autorin: Daniela Schönwald

Was macht ein Kind wirklich stark? Neben Lesen, Rechnen und Schreiben sind es vor allem soziale Fähigkeiten, die den Weg ins Leben prägen: Empathie, Teamfähigkeit, Konfliktlösungsfähigkeit und emotionale Intelligenz. Eine internationale Studie zeigt jedoch alarmierende Daten: Viele Bildungsprogramme weltweit legen ihren Schwerpunkt fast ausschließlich auf kognitive Ziele, während soziale Kompetenzen oft nur am Rande thematisiert werden.
Im Rahmen dieser Analyse wurden über 90 Bildungspläne aus 53 Staaten untersucht – und das Ergebnis ist deutlich: Soziales Lernen wird oft als „Nice-to-have“ betrachtet, nicht als zentraler Bildungsbestandteil.

Warum soziale Kompetenzen so wichtig sind

  1. Gesellschaftlicher Zusammenhalt:
    Kinder, die lernen, sich in andere hineinzuversetzen, Konflikte konstruktiv zu lösen und gemeinsam zu handeln, tragen zu einem respektvollen und toleranten Zusammenleben bei.
  2. Persönliches Wohlbefinden:
    Freundschaften, Selbstwertgefühl und die Fähigkeit, mit Emotionen umzugehen, sind entscheidend für psychische Gesundheit.
  3. Berufliche Zukunft:
    Häufig sind es nicht nur Fachwissen oder Abschlüsse, die entscheiden, sondern auch Teamfähigkeit, Kommunikationsfähigkeit und wie jemand mit Stress oder Verantwortung umgeht.
  4. Demokratie und Teilhabe:
    Kinder, die sozial kompetent sind, sind eher bereit, sich zu engagieren, Meinungsvielfalt anzunehmen und Konflikte nicht mit Gewalt, sondern mit Dialog zu lösen.

Was die Studie bemängelt

  1. Fokus auf kognitive Leistungen:
    Bildungsprogramme legen großen Wert auf messbare Leistungen: Sprache, Mathematik, logisch-analytisches Denken etc. Diese Bereiche sind wichtig – doch sie dominieren laut Studie das Bild.
  2. Mangelnde Förderung sozialer Fähigkeiten
    Wie lernen Kinder empathisch zu sein? Wie geht man mit Konflikten um? Wie teilt und kooperiert man? Diese Fragen bleiben oft vage, werden nicht strukturiert und systematisch im Bildungssystem behandelt.
  3. Der Irrglaube vom Einzelerfolg
    In vielen Programmen wird der Eindruck erweckt: Leistung und Erfolg hängen allein von individuellem Talent und Einsatz ab. Strukturelle Faktoren, Umfeld und Mitmenschen werden oft vernachlässigt.

Was müsste sich ändern?

Damit soziale Kompetenzen nicht länger ein Randthema bleiben, könnten folgende Maßnahmen helfen:

  1. Integration in Lehrpläne und Bildungsstandards
    Soziales Lernen sollte in den Lehrplänen explizit verankert sein und nicht nur als Zusatz, sondern als gleichwertiger Teil mit den kognitiven Zielen.
  2. Fortbildung für pädagogisches Personal
    Lehrer*innen und Erziehe*rinnen brauchen Wissen und Werkzeuge, um soziale Fähigkeiten bewusst zu fördern. Z. B. durch Rollenspiele, kooperative Lernformen oder Feedbackmethoden etc.
  3. Räume für soziales Miteinander schaffen
    Klassen- und Gruppenarbeiten, Konfliktlösungsrunden, Peer-Mentoring, Projekte mit demokratischen Elementen oder sozialem Engagement bieten praktische Möglichkeiten.
  4. Evaluierung & Messung
    Es muss geprüft werden, wie gut Programme soziale Kompetenzen fördern. Nur was man misst, wird oft ernst genommen. Indikatoren könnten sein: Empathievermögen, Konfliktfähigkeit, gegenseitiger Respekt und Verantwortungsbewusstsein.

Was funktioniert schon gut

  1. Einige Kindergärten und Vorschulen verwenden gezielt Spiele und Gemeinschaftsaktivitäten, um Teilen, Zuhören und Rücksichtnahme zu fördern.
  2. Schulen mit Projektunterricht, bei dem Schüler*innen in Teams arbeiten, lernen nicht nur Inhalte, sondern zugleich soziale Interaktion.
  3. Mentoring-Programme, bei denen ältere Schüler*innen Jüngere begleiten, fördern Verantwortung und soziales Miteinander.

Die Förderung sozialer Kompetenzen darf nicht länger als nettes Extra gesehen werden, sondern gehört von Anfang an ins Zentrum guter Bildung. Ein Bildungssystem, das nur kognitive Ziele misst, riskiert, ganze Teile dessen, was Menschen wirklich stark macht, zu vernachlässigen. Für eine Schule und Gesellschaft, in der nicht nur Wissen zählt, sondern auch Wertschätzung, Empathie und Zusammenhalt, müssen Programme, Pläne und Lehrmethoden neu gedacht werden.
Quelle: https://zwergerl-magazin.de/RundumFamilie/schule-bildung/studie-zeigt-bildungsprogramme-vernachlässigen-soziale-kompe/

Die Sicher-Stark-Initiative zählt bundesweit zu den wichtigsten Anlaufstellen, wenn es um den Schutz und die Stärkung von Kindern geht. Seit fast 30 Jahren engagiert sich ein interdisziplinäres Team aus Pädagog:innen, Psycholog:innen, IT-Expert:innen und ehemaligen Polizeibeamt:innen für die Sicherheit von Kindern. In ganz Deutschland bietet die Initiative praxisnahe Schulungen, Elterntrainings und Webinare an – mit dem Ziel, Kinder frühzeitig zu stärken und ihnen ein sicheres, selbstbestimmtes Leben in analogen wie digitalen Lebenswelten zu ermöglichen.
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Wenn Kinder sich stark verändern – Warnsignale erkennen und richtig handeln

Kinder und Jugendliche durchlaufen in ihrer Entwicklung viele Phasen. Manche davon sind turbulent, andere fast unmerklich. Doch manchmal nehmen Eltern oder Lehrkräfte Veränderungen wahr, die ihnen Sorgen bereiten: Ein Kind zieht sich plötzlich zurück, wird aggressiv, sagt Sätze wie: „Mein Leben ist sinnlos.“ oder zeigt sonstiges auffälliges Verhalten. Manche Entwicklungen können ein normaler Teil des Erwachsenwerdens sein – sie können aber auch Anzeichen für tieferliegende Probleme sein.
Der Umgang mit diesen Veränderungen ist für Erwachsene oft eine Gratwanderung: Wann handelt es sich um eine harmlose Phase, wann um ein ernstes Warnsignal? Und wie können Eltern unterstützen, ohne zu kontrollieren oder Druck auszuüben?
Die wichtigste Regel: Veränderungen nicht abtun, sondern genau hinschauen. Ein offenes Gespräch kann den entscheidenden Unterschied machen. Statt beschwichtigend mit „Ach, so schlimm wird es schon nicht sein.“ zu reagieren, signalisiert eine Nachfrage wie „Das klingt schwierig. Magst du mir erzählen, was los ist?“ echte Aufmerksamkeit.

Belastungen von außen verstärken Krisen

Viele Kinder und Jugendliche stehen heute mehr unter Druck als die Generation davor. Pandemie-Erfahrungen, Leistungsstress in der Schule, gesellschaftliche Unsicherheiten oder die ständige Flut an Online-Reizen setzen sie spürbar unter Belastung. Studien zeigen: Psychische Probleme bei jungen Menschen haben seit Corona stark zugenommen. Besonders auffällig ist, dass sich depressive Verstimmungen und Ängste häufen und oft lange unentdeckt bleiben, weil sie hinter vermeintlich typischem Teenager-Verhalten verschwinden.

Präsenz statt Kontrolle

Eltern fühlen sich in solchen Situationen oft verunsichert und reagieren dann nicht selten in gegensätzliche Richtungen: Manche ziehen sich zurück, andere setzen auf strenge Kontrolle. Beide Extreme können jedoch dazu führen, dass Kinder sich entfremden oder in den Widerstand gehen.
Der israelische Psychologe Haim Omer entwickelte das Konzept der Neuen Autorität, das auf Präsenz statt Verbot setzt. Eltern bleiben präsent und einfühlsam, ohne Zwang oder Drohung. Das Signal lautet: „Ich bin da, wenn du reden willst“, auch wenn im Moment keine Worte gefunden werden. Dieses Verhalten schafft Vertrauen in unsicheren Zeiten.

Sexueller Kindesmissbrauch

Woran Eltern erkennen können, dass mehr dahintersteckt

Nicht jede Laune oder jeder Rückzug ist Grund zur Sorge. Es gibt aber Anzeichen, die ernst genommen werden sollten, besonders wenn sie über Wochen bestehen:

  • Anhaltende Traurigkeit oder Niedergeschlagenheit
  • Verlust von Freude und Interesse
  • Starker Rückzug aus Freundschaften oder Hobbys
  • Auffällige Veränderungen im Schlaf- oder Essverhalten
  • Gereiztheit oder plötzliche Aggressivität
  • Aussagen über Sinnlosigkeit oder Suizidgedanken

Treten mehrere dieser Punkte gleichzeitig auf, lohnt es sich, genauer hinzusehen und gegebenenfalls fachlichen Rat einzuholen.

Erste Schritte für Eltern im Alltag

  1. Zuhören statt bewerten
    Kinder brauchen das Gefühl, dass ihre Sorgen ernst genommen werden. Ein Gespräch gelingt besser, wenn Eltern nicht sofort Lösungen präsentieren, sondern erst einmal Raum geben.
  2. Kleine Gesten der Nähe
    Ein Tee, ein kurzer Besuch im Zimmer oder eine gemeinsame Aktivität signalisieren: „Du bist mir wichtig.“ Auch wenn das Kind ablehnt, kommt die Botschaft meist an.
  3. Strukturen schaffen
    Klare Tagesabläufe mit festen Schlaf- und Essenszeiten, regelmäßige Bewegung und gemeinsame Rituale geben Halt.
  4. Auf Familienmuster achten
    Manche Belastungen wiederholen sich. Zu wissen, dass es in der Familie z. B. Neigung zu Winterdepression gibt, kann helfen, Symptome besser einzuordnen.
  5. Veränderungen in kleine Schritte zerlegen
    Ob Schulwechsel oder Prüfungsangst: Große Herausforderungen wirken weniger bedrohlich, wenn sie gemeinsam in überschaubare Etappen geteilt werden.
  6. Netzwerke nutzen
    Eltern müssen nicht alles allein tragen. Lehrkräfte, Verwandte oder der Freundeskreis können wichtige Unterstützer*innen sein. Auch professionelle Hilfe von Ärzt*innen oder Beratungsstellen in Anspruch zu nehmen ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Stärke.

Es gehört zum Erwachsenwerden dazu, dass Kinder sich verändern. Doch wenn sich das Verhalten über längere Zeit stark verschiebt, lohnt es sich, genauer hinzusehen. Eltern können viel bewirken, wenn sie präsent bleiben, zuhören und Strukturen bieten.
Wichtig ist, nicht aus Angst in Kontrolle zu verfallen, sondern Nähe zu signalisieren. Und: Niemand muss allein damit umgehen. Ein starkes Umfeld und gegebenenfalls professionelle Begleitung entlasten Familien und helfen Kindern, wieder ins Gleichgewicht zu finden. (Autorin: Daniela Schönwald)

Die Sicher-Stark-Initiative zählt bundesweit zu den wichtigsten Anlaufstellen, wenn es um den Schutz und die Stärkung von Kindern geht. Seit fast 30 Jahren engagiert sich ein interdisziplinäres Team aus Pädagog:innen, Psycholog:innen, IT-Expert:innen und ehemaligen Polizeibeamt:innen für die Sicherheit von Kindern. In ganz Deutschland bietet die Initiative praxisnahe Schulungen, Elterntrainings und Webinare an – mit dem Ziel, Kinder frühzeitig zu stärken und ihnen ein sicheres, selbstbestimmtes Leben in analogen wie digitalen Lebenswelten zu ermöglichen.
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Starke Schulen schützen – warum Prävention und Sicherheit Priorität haben müssen

Schulen sind Orte des Lernens, der Freundschaft und des Aufwachsens und sollen eigentlich sichere Orte für Kinder und Jugendliche sein. Dennoch kommt es immer wieder zu erschütternden Meldungen über Gewalt an Schulen. Angefangen mit Drohungen oder Messerangriffen bis hin zu geplanten Amokläufen. Bereits in diesem Jahr kam es in Europa zu solch tragischen Vorfällen. Am 10. Juni 2025 ereignete sich in Graz ein schwerer Amoklauf: Ein 21-jähriger ehemaliger Schüler betrat das Bundes-Oberstufenrealgymnasium und eröffnete mit einer Schusswaffe das Feuer. Zehn Menschen verloren ihr Leben, mehrere weitere wurden verletzt. Der Täter nahm sich anschließend das Leben. Ganz Österreich war erschüttert, die Stadt Graz befand sich im Schock, viele Familien trauerten.
Nur wenige Monate zuvor, am 4. Februar 2025, ereignete sich in Schweden ein weiteres Blutbad. In Örebro tötete ein 35-jähriger Mann in einer Weiterbildungseinrichtung zehn Menschen und verletzte mehrere, bevor er sich selbst das Leben nahm. Auch wenn die Tat nicht in einer klassischen Grund- oder Oberschule stattfand, machte sie deutlich: Bildungseinrichtungen sind verletzlich und stehen in besonderer Weise für Orte, die eigentlich Schutz und Sicherheit bieten sollten.
Deutschland blieb von solchen extremen Gewalttaten bislang weitgehend verschont. Doch auch hier ist die Bedrohung real. Im März 2024 kam es in einer Schule nahe Berlin zu einer hochgefährlichen Situation: Ein 22-Jähriger drang in das Gebäude ein, bedrohte eine Lehrkraft mit Messer und Schusswaffe und forderte sie auf, den Alarmknopf zu drücken. Die Polizei konnte rasch eingreifen und den Täter festnehmen, sodass niemand zu Schaden kam. Gleichzeitig wurde deutlich, wie knapp Deutschland einem ernsthaften Vorfall entgangen war.

Gewalt an Schulen ist selten – aber möglich

Statistisch gesehen gehören Schulen noch immer zu den sichersten Orten für Kinder und Jugendliche. Amokläufe sind seltene Ausnahmen. Doch gerade weil sie so unvorhersehbar sind, ist ihre Wirkung so gravierend: Sie erschüttern nicht nur die direkt Betroffenen, sondern ganze Gesellschaften. Eltern fragen sich: „Kann das auch an der Schule meines Kindes passieren?“ Lehrkräfte fühlen sich oft unvorbereitet. Schülerinnen und Schüler spüren die Unsicherheit spätestens dann, wenn über die Vorfälle in den Medien berichtet wird.

Was Schulen brauchen

Die genannten Beispiele machen deutlich: Prävention ist kein „Luxus“, sondern eine Notwendigkeit. Starke Schulen schützen ihre Kinder nicht nur durch Bildung, sondern auch durch klare Konzepte für Sicherheit, Prävention und psychosoziale Unterstützung.
Fünf Punkte sind dabei besonders wichtig:

  1. Frühwarnsysteme und klare Alarmstrategien
    Schulen müssen wissen, wie sie im Ernstfall handeln. Wer drückt wann den Alarmknopf? Wie wird die Polizei informiert? Welche Abläufe greifen, wenn Sekunden zählen? Übungen, klare Abläufe und geschulte Lehrkräfte sind entscheidend.
  2. Sichere Schulgebäude
    Offene Schultüren symbolisieren Offenheit, können aber auch eine Schwachstelle sein. Kontrollierte Zugänge, Notfalltechnik und bauliche Maßnahmen tragen dazu bei, Schulen sicherer zu machen – ohne sie in Festungen zu verwandeln.
  3. Psychosoziale Unterstützung
    Viele Gewalttaten haben ihren Ursprung in persönlichen Krisen, psychischen Problemen oder einem Gefühl von Isolation. Schulen brauchen deshalb feste Strukturen für Beratung, Schulpsycholog*innen und Sozialarbeiter*innen, die frühzeitig helfen, bevor es zur Eskalation kommt.
  4. Starke Netzwerke
    Keine Schule kann allein für Sicherheit sorgen. Enge Zusammenarbeit mit Polizei, Jugendämtern, Beratungsstellen und Krisenteams ist unerlässlich. Prävention funktioniert am besten, wenn viele Akteure gemeinsam handeln.
  5. Resiliente Schulgemeinschaften
    Kinder, die sich in ihrer Schule gesehen, unterstützt und gestärkt fühlen, entwickeln mehr Widerstandskraft gegen Krisen. Eine Schulkultur, die auf Miteinander, Vertrauen und Gewaltprävention setzt, schützt langfristig besser als jede Alarmanlage.

Der Blick nach vorn: Sicherheit ist Gemeinschaftsaufgabe

Die Diskussion um Gewalt an Schulen darf nicht nur nach Katastrophen geführt werden. Jede Schulgemeinschaft sollte sich fragen: „Sind wir vorbereitet?“ Es geht nicht darum, Angst zu schüren, sondern Vertrauen aufzubauen. Denn Kinder lernen am besten dort, wo sie sich sicher fühlen. Eltern, Lehrkräfte, Politik und Gesellschaft stehen gemeinsam in der Verantwortung. Wir müssen dafür sorgen, dass Schulen nicht nur Lernorte, sondern auch sichere Lebensräume bleiben. Die schrecklichen Beispiele aus Graz und Örebro, aber auch die knapp verhinderte Tat in Berlin, sollten uns wachrütteln.

Am Ende ist es eine einfache Gleichung: Starke Schulen schützen Kinder und stärken sie zugleich. Sie bieten Sicherheit, Geborgenheit und Orientierung. Wenn Schulen über wirksame Präventionskonzepte verfügen, wenn Lehrkräfte geschult sind und wenn Kinder ein soziales Netz haben, das sie trägt, dann wächst die Wahrscheinlichkeit, dass Gewalt verhindert wird. Die Aufgabe ist groß – aber sie ist machbar. Und sie ist dringend.

Die Sicher-Stark-Initiative zählt bundesweit zu den wichtigsten Anlaufstellen, wenn es um den Schutz und die Stärkung von Kindern geht. Seit fast 30 Jahren engagiert sich ein interdisziplinäres Team aus Pädagog*innen, Psycholog*innen, IT-Expert*innen und ehemaligen Polizeibeamt*innen für die Sicherheit von Kindern. In ganz Deutschland bietet die Initiative praxisnahe Schulungen, Elterntrainings und Webinare an – mit dem Ziel, Kinder frühzeitig zu stärken und ihnen ein sicheres, selbstbestimmtes Leben in analogen wie digitalen Lebenswelten zu ermöglichen.
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