Bindung als Erziehungsgrundlage: Warum Nähe wichtiger ist als jede Methode

Als Elternteil erlebt man Momente, in denen man das Gefühl hat, dass etwas nicht stimmt. Das Kind verweigert, trotzt oder zieht sich zurück. Man versucht, die Situation zu klären, indem man erklärt, bittet oder droht, doch je mehr man sich anstrengt, desto mehr entgleitet einem die Kontrolle. In solchen Situationen fehlt oft nicht eine neue Erziehungsstrategie, sondern etwas viel Grundlegenderes.

Birgit Gattringer, Mentaltrainerin und Elternbegleiterin aus Österreich, bringt es in einem Bild auf den Punkt, das viele Eltern sofort verstehen. Sie vergleicht die Beziehung zwischen Eltern und Kind mit einer Brücke. Jedes Mal, wenn man zuhört, wenn man liebevoll eine Grenze setzt, wenn man das Kind wirklich sieht, legt man einen Stein in diese Brücke. Und jedes Mal, wenn man schimpft, droht oder nörgelt, nimmt man einen wieder heraus. Die Brücke muss stabil genug sein, damit das Kind sich führen lässt und damit es mitkommt. Nicht aus Angst, sondern weil es einem vertraut.

Was die Wissenschaft schon lange weiß

Das, was Gattringer beschreibt, hat in der Entwicklungspsychologie seit Jahrzehnten einen Namen. Der britische Psychiater John Bowlby hat bereits in den 1960er-Jahren die Grundlagen der Bindungstheorie gelegt. Bowlby zeigte, dass Bindung ein überlebenswichtiges menschliches Bedürfnis ist, ähnlich wie Essen und Schlaf, und dass eine sichere Bindung in der Kindheit zu einer gesunden emotionalen Entwicklung sowie zu stabilen Beziehungen im Erwachsenenalter führt.

Im Alltag zeigt sich dies ganz deutlich: Kinder brauchen emotionale Sicherheit, um ihre Umwelt zu erkunden und daraus zu lernen. Ein Kind, das sich sicher fühlt, kann seine Neugier entfalten, Fehler machen und auch mal ein Nein verkraften, ohne daran zu zerbrechen. Es weiß, dass die Bindung zu seiner Bezugsperson nicht davon abhängt, ob es gerade brav ist oder nicht. Bindung ist schließlich keine Belohnung für gutes Verhalten, sondern ist die Voraussetzung dafür, dass Erziehung überhaupt funktioniert.

Verhalten ist immer eine Botschaft

Gattringer sagt, der größte Wendepunkt für viele Eltern sei der Moment, in dem sie aufhören, das Verhalten ihres Kindes persönlich zu nehmen. Kein Kind wacht morgens auf und denkt sich, wie es Mama oder Papa heute das Leben schwer machen kann. Wenn Kinder schreien, trotzen oder sich verweigern, steckt dahinter kein böser Wille. Oft steckt dahinter ein Kind, dessen Nervensystem gerade überfordert ist.

Diese scheinbar kleine Perspektivverschiebung hat das Potenzial, alles zu verändern. Verhalten als Botschaft statt als Angriff zu verstehen führt zu ruhigeren und neugierigeren Reaktionen. Kinder spüren diese Veränderung sofort. Wenn sie sich gesehen fühlen, kooperieren sie viel eher, und zwar nicht aus Gehorsam, sondern weil die Verbindung stimmt.

Fehler gehören dazu

Viele Eltern machen sich Sorgen, ob sie ihren Kindern genug bieten. Sie fragen sich, ob ihr Stress, ihre Ungeduld oder ein schlechter Tag dem Kind dauerhaften Schaden zufügen können.
Die Bindungsforschung bietet eine beruhigende Erkenntnis: Kinder brauchen keine perfekten Eltern, sondern verlässliche. Verlässlichkeit bedeutet, dass das Kind immer wieder erfährt: Wenn ich jemanden brauche, ist jemand für mich da. Wer nach einem Ausraster auf sein Kind zugeht, sich erklärt und die Nähe wiederherstellt, handelt genau richtig. Kinder lernen nicht nur aus positiven Momenten, sondern auch aus dem, was darauf folgt.

Was Bindung nicht bedeutet

Bindungsorientierte Erziehung wird oft missverstanden als eine Erziehungsform, bei der Kinder alles tun dürfen. Gattringer stellt jedoch klar, dass es darum geht, Kindern Halt, Verbindung und liebevolle Klarheit zu bieten. Grenzen sind unerlässlich, da sie Kindern Orientierung geben. Grenzen, die aus einer sicheren Verbindung heraus gesetzt werden, wirken sich jedoch anders auf Kinder aus als solche, die aus Erschöpfung oder Ärger resultieren. Erstere werden von Kindern als Führung empfunden, letztere als Bedrohung.

Die richtigen Worte im richtigen Moment

In ihrem Buch 50 Sätze, die es Eltern leichter machen, erschienen im Kösel-Verlag, beschreibt Gattringer konkrete Formulierungen, die Eltern in alltäglichen Konfliktsituationen helfen können, die Verbindung zum Kind zu halten. Der Ansatz dahinter ist so simpel wie wirkungsvoll: Nicht fehlende Liebe ist das Problem in vielen Familien. Oft fehlen im entscheidenden Moment einfach die richtigen Worte.

Ein Kind, das gerade explodiert, braucht in diesem Moment keine Erklärung und keine Konsequenz. Es braucht jemanden, der bleibt. Der nicht wegläuft, nicht zurückschreit, sondern einfach da ist. Das ist schwerer, als es klingt. Aber es ist der Moment, in dem Bindung entsteht oder gestärkt wird.

Quellen:
https://www.meinbezirk.at/tulln/c-lokales/bindung-ist-entscheidend-so-die-bruecke-zum-kind-staerken_a8651321
John Bowlby: Bindungstheorie, Grundlagen und Forschung (1969ff.)
https://studyflix.de/paedagogik-psychologie/bindungstheorie-7759

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Autorin: Daniela Schönwald

Kinder sind kein Content

Warum das Teilen von Kinderfotos im Netz mehr als eine Frage der Privatsphäre ist

Ein Kindergeburtstag, der erste Schultag, ein Ausflug ins Freibad: Für viele Eltern gehört es heute selbstverständlich dazu, solche Momente mit Familie und Freunden per WhatsApp-Status, in der Familiengruppe oder direkt auf Instagram zu teilen. Die Bilder wirken harmlos und die Absicht dahinter ist es fast immer. Und doch steckt in dieser scheinbar unbedeutenden Gewohnheit ein Problem, das weit über Fragen des guten Geschmacks hinausgeht.

Die Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes warnt in einem aktuellen Beitrag deutlich: Alle geteilten Inhalte können in falsche Hände geraten – und Eltern, die regelmäßig Kinderbilder veröffentlichen, müssen sich bewusst sein, dass gerade leicht bekleidete oder nackte Kinder das Interesse von Sexualtätern wecken können, die eigentlich harmlose Fotos in einen sexualisierten Kontext stellen. Das klingt drastisch. Es soll auch drastisch klingen.

Was vielen nicht klar ist: Wer ein Foto in einer geschlossenen WhatsApp-Gruppe teilt, hat die Kontrolle darüber bereits verloren. Auch aus dem privaten Status können Schnappschüsse weiterverbreitet werden, denn das Internet vergisst nichts – jeder geteilte Post hinterlässt einen digitalen Fußabdruck, und das gilt auch für Nachrichten in Messengerdiensten. Sobald ein Bild das eigene Gerät verlassen hat, entscheiden andere darüber, was damit geschieht.

Für dieses Phänomen hat sich inzwischen ein eigenes Wort etabliert: Sharenting – eine Wortneuschöpfung aus dem Englischen, zusammengesetzt aus „share“ (teilen) und „parenting“ (erziehen). Sharenting bezeichnet das Teilen von Bildern und Videos der eigenen Kinder in sozialen Netzwerken, wobei oft die Privatsphäre des Kindes missachtet wird und die Bilder von Dritten heruntergeladen, gespeichert und für ihre Zwecke missbraucht werden können. Das Problem betrifft nicht nur Eltern mit großer Reichweite. Es betrifft jeden, der ein Smartphone besitzt.

Häufig werden Fotos der Kinder aus Stolz, aus Freude, aus dem Wunsch heraus, schöne Momente sichtbar zu machen, mit anderen geteilt. Dass dabei rechtliche und ethische Grenzen überschritten werden, kommt den wenigsten in den Sinn.
Denn auch kleine Kinder haben Persönlichkeitsrechte und das ist keine abstrakte juristische Formel, sondern eine Frage von Respekt und Würde. Kinder können nicht einwilligen. Sie können nicht abwägen, was es bedeutet, wenn ein Foto von ihnen in Umlauf gerät. Sie können nicht voraussehen, was in zehn oder zwanzig Jahren im Internet noch auffindbar sein wird. Diese Verantwortung liegt vollständig bei den Erwachsenen.

Die Polizeiliche Kriminalprävention empfiehlt folgende Grundsätze im Umgang mit Kinderfotos im Netz: Kinder aktiv einbeziehen und nach ihrer Meinung fragen; keine personenbezogenen Daten preisgeben; Sicherheitseinstellungen in sozialen Netzwerken regelmäßig überprüfen; keine Fotos in peinlichen oder unangemessenen Situationen posten; überlegen, ob das Gesicht des Kindes für die Bildaussage wirklich notwendig ist; und die eigene Vorbildfunktion wahrnehmen.

Letzterer Punkt verdient besondere Aufmerksamkeit. Kinder lernen durch Beobachtung. Wer ihnen beibringen will, verantwortungsvoll mit dem Internet umzugehen, muss selbst zeigen, was das bedeutet. Wer das eigene Kind täglich in Sozialen Medien präsentiert, sendet eine unmissverständliche Botschaft darüber, was normal ist und was nicht.

Eltern können nur verhindern, dass Bilder ihres Kindes unangemessen oder in einem strafrechtlich relevanten Zusammenhang verwendet werden, indem sie diese Bilder gar nicht erst posten. Das ist die direkteste, klarste Aussage in der ganzen Debatte. Kein Datenschutz-Tool, keine Privatsphäre-Einstellung und kein Wasserzeichen bietet so viel Sicherheit wie der Verzicht selbst.

Das heißt nicht, dass Familienerinnerungen nicht festgehalten werden dürfen. Es heißt, dass die Öffentlichkeit kein angemessener Ort für sie ist. Ein Fotoalbum zu Hause schützt – Instagram und WhatsApp schützen nicht.

Quellen: https://www.polizei-beratung.de/aktuelles/detailansicht/tipps-fuer-den-umgang-mit-kinderfotos-in-sozialen-netzwerken/
https://www.klicksafe.de/news/kinder-sind-kein-content-2

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Autorin: Daniela Schönwald

KI-Spielzeug im Kinderzimmer: Wenn sprechende Kuscheltiere Freundschaften anbieten

Welche Risiken intelligente Spielzeuge für Kinder bergen und worauf Eltern achten sollten

Ein Stofftier, das Geschichten erzählt. Eine Puppe, die zuhört. Ein Hase, der Trost spendet, Fragen beantwortet und scheinbar immer Zeit hat.
Was vor wenigen Jahren noch wie Science-Fiction wirkte, findet inzwischen den Weg in Kinderzimmer. KI-gestützte Spielzeuge gelten als Wachstumsmarkt. Hersteller werben mit Lernförderung, Sprachentwicklung und interaktiver Begleitung. Für viele Eltern klingt ein geduldiger Gesprächspartner, der nie gestresst ist und scheinbar individuell auf Kinder eingeht, erst mal hilfreich. Doch genau an diesem Punkt beginnen die Fragen.
Denn wenn Spielzeuge nicht mehr nur Spielzeuge sind, sondern wie soziale Wesen wirken, verändert sich möglicherweise auch die Art, wie Kinder Beziehungen erleben. Entwicklungspsychologen und Forschende warnen deshalb davor, die Auswirkungen vorschnell zu unterschätzen.

Warum KI-Spielzeug so faszinierend auf Kinder wirkt

Kinder lernen die Welt über Beziehungen kennen. Sie beobachten Mimik, reagieren auf Stimmen, testen soziale Regeln und entwickeln Schritt für Schritt ein Verständnis dafür, was andere Menschen fühlen oder denken.
Interaktive KI-Spielzeuge setzen genau dort an. Sie antworten scheinbar empathisch, merken sich Informationen und können Gespräche führen. Manche bestätigen Kinder, bieten Freundschaft an oder reagieren auf emotionale Aussagen.

In einer Untersuchung der University of Cambridge interagierten Drei- bis Fünfjährige mit dem KI-Stofftier „Gabbo“. Viele Kinder bauten schnell emotionale Nähe auf: Sie umarmten das Spielzeug, küssten es oder sagten, dass sie es lieben.
Diese Reaktionen überraschen kaum. Kinder gehen häufig intensive Bindungen zu Figuren oder Gegenständen ein. Neu ist jedoch, dass die Gegenstände scheinbar zurücksprechen. Und genau darin sehen Fachleute einen sensiblen Punkt.

Kinder müssen erst lernen, was Freundschaft bedeutet

Für Erwachsene ist klar: Ein KI-Hase empfindet nichts. Er antwortet auf Basis von Daten und Wahrscheinlichkeiten. Für kleine Kinder ist diese Trennung jedoch schwieriger.
Kinder zwischen drei und fünf Jahren entwickeln erst nach und nach ein Verständnis dafür, was andere Menschen denken, fühlen oder beabsichtigen. Wenn ein Spielzeug wirkt, als hätte es Gefühle oder Freundschaftsabsichten, kann diese Unterscheidung verschwimmen. Forschende warnen deshalb vor sogenannten parasozialen Beziehungen: Kinder erleben Nähe zu etwas, das menschlich erscheint, aber keine echte Beziehung eingehen kann. Das Risiko liegt dabei weniger darin, dass Kinder Kuscheltiere lieben. Das tun sie bereits seit Generationen.
Neu ist aber, dass ein KI-Spielzeug möglicherweise sagt:
„Du kannst mir alles erzählen.“
„Lass uns Freunde sein.“
Damit entsteht eine Beziehung, die Nähe simuliert, ohne echte Verantwortung oder Verständnis übernehmen zu können.

Kann ein KI-Spielzeug menschliche Beziehungen ersetzen?

Die kurze Antwort lautet: nein.
Entwicklungspsychologen betonen, dass Kinder soziale Fähigkeiten nur über reale Interaktionen erwerben. Dazu gehören auch Missverständnisse, unterschiedliche Meinungen, Frustration oder die Erfahrung, nicht immer bestätigt zu werden. Ein KI-System funktioniert anders. Es reagiert häufig zustimmend, ist dauerhaft verfügbar und wirkt geduldig.

Genau das kann attraktiv erscheinen. Vor allem im Vergleich zu Menschen, die vielleicht müde sind, Grenzen setzen oder widersprechen. Doch genau das gehört zur sozialen Entwicklung dazu. Kinder lernen auch durch Enttäuschungen, Konflikte und das Aushandeln von Beziehungen.

Wenn technische Begleiter dauerhaft einfacher erscheinen als menschliche Kontakte, könnte das langfristig beeinflussen, wie Kinder soziale Beziehungen wahrnehmen. Forschende betonen jedoch auch, dass hierzu bislang noch viele Langzeitdaten fehlen.

Zwischen Chance und Risiko: KI ist nicht automatisch problematisch

Die Debatte über KI-Spielzeug ist allerdings nicht nur negativ. Einige Fachleute sehen durchaus Potenziale, etwa bei Sprachförderung oder in bestimmten therapeutischen Kontexten. Interaktive Systeme könnten Kinder beim Üben unterstützen oder zusätzliche sprachliche Impulse geben. Auch in mehrsprachigen Familien werden mögliche Vorteile diskutiert. Entscheidend scheint weniger die Technologie selbst zu sein als die Frage, wie sie eingesetzt wird.
Problematisch wird KI-Spielzeug vor allem dann, wenn es zur dauerhaften Beschäftigung oder als Ersatz für zwischenmenschliche Interaktion dient. Denn ein sprechendes Kuscheltier wirkt womöglich harmloser als ein Bildschirm. Gerade dadurch könnte die Hemmschwelle sinken, Kinder länger damit allein zu lassen.

Ein weiterer Punkt: Datenschutz im Kinderzimmer

Neben Entwicklungsfragen beschäftigen Fachleute noch ein anderes Thema.
Viele KI-Spielzeuge arbeiten mit Mikrofonen, Cloud-Systemen und Datenspeicherung. Gespräche können verarbeitet oder gespeichert werden, um Antworten zu generieren.
Datenschutzexperten warnen deshalb vor Risiken beim Umgang mit sensiblen Informationen von Kindern. In einzelnen Fällen wurden bereits Sicherheitslücken bekannt, durch die Daten zugänglich wurden.
Für Eltern entsteht dadurch eine zusätzliche Verantwortung: Wer hört mit? Welche Daten werden gespeichert? Und wie transparent sind Anbieter über die Nutzung dieser Informationen?

Was Eltern beachten können

Kinder müssen nicht grundsätzlich von neuen Technologien ferngehalten werden. Entscheidend bleibt die Begleitung dabei.
Hilfreich kann sein:

  • KI-Spielzeug gemeinsam nutzen statt unbeaufsichtigt
  • Gespräche darüber führen, was ein Mensch ist und was eine Maschine
  • darauf achten, ob ein Spielzeug emotionale Abhängigkeit oder Geheimhaltung fördert
  • Nutzung zeitlich begrenzen und reale soziale Erfahrungen bewusst stärken

Diese Fragen werden künftig vermutlich wichtiger werden. Denn KI zieht längst nicht mehr nur in Smartphones ein, sondern zunehmend in Spielzeug, Lernangebote und den Familienalltag.

Kinder brauchen Beziehungen und keine perfekte Antworten

Vielleicht liegt die eigentliche Herausforderung weniger in der Technologie selbst als in einer alten Frage: Was brauchen Kinder, um gesund aufzuwachsen? Weder ständige Bestätigung noch jederzeit verfügbare Antworten. Sondern vielmehr Menschen, die zuhören und Grenzen setzen. Menschen, die widersprechen, trösten, Fehler machen und wieder in Beziehung gehen.

Ein sprechender Hase mag Geschichten erzählen. Aber Vertrauen, Empathie und Beziehung lernen Kinder immer noch zuerst bei Menschen.

Quellen: https://www.geo.de/wissen/wenn-der-sprechende-hase-troestet–welche-risiken-birgt-ki-spielzeug–37222530.html
https://www.zeit.de/news/2026-03/15/pluesch-mit-gefuehlen-ki-spielzeug-mit-risiken-fuer-kinder?
https://proton.me/de/blog/ai-toys-safety?

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Autorin: Daniela Schönwald

Fiese Freundschaften unter Kindern: Wann Eltern aufmerksam werden sollten

Wie Kinder lernen, gesunde Beziehungen zu erkennen, und warum Verbote selten helfen

Fiese Freundschaften unter Kindern: Wann Eltern aufmerksam werden sollten
Wie Kinder lernen, gesunde Beziehungen zu erkennen, und warum Verbote selten helfen
Freundschaften gehören zu den wichtigsten Erfahrungen der Kindheit. Kinder lernen durch andere Kinder, Konflikte auszuhalten, Kompromisse zu schließen, Nähe zu erleben und Grenzen zu setzen. Freundschaften fördern Empathie, soziale Kompetenzen und oft auch das Selbstvertrauen.

Doch nicht jede Freundschaft tut gut.

Manche Kinder verändern sich plötzlich. Sie wirken nach Treffen mit bestimmten Spielkameradinnen oder Spielkameraden verunsichert, gereizt oder ziehen sich zurück. Andere beginnen, Dinge zu tun, die nicht zu ihnen passen. Was von außen zunächst wie gewöhnlicher Streit unter Kindern aussieht, kann in Einzelfällen Ausdruck einer Beziehung sein, die ein Kind dauerhaft belastet.
Die Vorstellung, dass ungesunde oder manipulative Beziehungen erst im Jugend- oder Erwachsenenalter entstehen, greift zu kurz. Auch Kinder können bereits Freundschaften erleben, die von Druck, Kontrolle oder emotionaler Unsicherheit geprägt sind.

Nicht jeder Streit ist ein Warnsignal

Kinder streiten und schließen andere aus, versöhnen sich wieder, sind eifersüchtig oder konkurrieren miteinander. Solche Erfahrungen gehören zur sozialen Entwicklung dazu.
Der entscheidende Unterschied besteht darin, ob Konflikte gelegentlich auftreten oder sich ein Muster entwickelt. Fühlt sich ein Kind ständig unterlegen, befürchtet den Verlust der Freundschaft oder passt sich immer mehr an, um akzeptiert zu werden, sollte man aufmerksam werden.

Psycholog*innen weisen darauf hin, dass belastende Freundschaften häufig nicht sofort erkennbar sind. Anders als beim offensichtlichen Mobbing entsteht die Belastung oft innerhalb einer Beziehung, die gleichzeitig Nähe und Unsicherheit vermittelt. Das macht sie für Kinder schwer einzuordnen. Ein Kind kann etwa das Gefühl entwickeln, ständig gefallen zu müssen. Es beteiligt sich möglicherweise an riskanten Situationen oder unterdrückt eigene Bedürfnisse, um die Freundschaft nicht zu gefährden.

Wenn Freundschaft mehr Druck als Sicherheit bedeutet

Gesunde Freundschaften vermitteln Kindern ein Gefühl von Geborgenheit und Zugehörigkeit. Belastende Beziehungen hingegen erzeugen häufig Unsicherheit und Verwirrung. Kinder erleben ein ständiges Auf und Ab: Mal werden sie einbezogen, mal ignoriert. Nähe und Ablehnung wechseln sich ab, und die Freundschaft wird an Bedingungen geknüpft. Diese Dynamik kann für Kinder verwirrend sein, da sie gleichzeitig Anerkennung und Zurückweisung erleben. Auch in späteren ungesunden Beziehungen beobachten Fachleute dieses Muster: Die Hoffnung, dass „alles wieder gut wird“, hält die Verbindung trotz der negativen Erfahrungen aufrecht.
Kinder verfügen meistens noch nicht über die Sprache oder Erfahrung, solche Muster klar zu benennen. Stattdessen zeigen sich Veränderungen indirekt.
Eltern sollten aufmerksam werden, wenn Kinder über längere Zeit deutlich anders wirken als sonst. Mögliche Hinweise können sein:

  • Das Kind wirkt nach Treffen häufig traurig, verunsichert oder gereizt.
  • Es zieht sich zurück oder vernachlässigt andere Freundschaften.
  • Es übernimmt plötzlich Verhaltensweisen, die untypisch erscheinen.
  • Es ordnet sich auffällig unter oder scheint ständig Angst vor Ablehnung zu
    haben.

Ein einzelnes Anzeichen bedeutet noch nicht automatisch eine problematische Freundschaft. Entscheidend ist, ob Veränderungen über längere Zeit bestehen bleiben.

Warum Verbote selten die beste Lösung sind

Wenn Eltern das Gefühl haben, eine Freundschaft schade ihrem Kind, entsteht schnell der Impuls einzugreifen. Ein Verbot scheint zunächst logisch: Kontakt vermeiden, Problem gelöst. In der Praxis funktioniert das jedoch oft nicht.
Kinder und Jugendliche erleben Verbote nicht selten als Unverständnis. Die Freundschaft kann dadurch sogar an Bedeutung gewinnen. Fachleute raten daher zu Gesprächen, in denen Eltern ihre Beobachtungen mit ihren Kindern teilen, ohne dabei zu urteilen.
Ein Unterschied besteht darin, ob Eltern sagen:
„Diese*r Freund*in ist schlecht für dich.“
Oder:
„Mir fällt auf, dass du nach den Treffen oft traurig wirkst. Wie geht es dir damit?“
Der zweite Ansatz eröffnet Raum. Das Kind muss sich nicht verteidigen, sondern kann seine eigenen Gefühle erkunden.

Kinder stärken heißt, auch Beziehungsmuster zu vermitteln

Prävention beginnt oft deutlich früher als in konkreten Problemsituationen. Kinder entwickeln ihr Verständnis von Beziehungen nicht nur im Kontakt mit Gleichaltrigen, sondern auch durch ihre Erfahrungen zu Hause.
Die Bindungsforschung zeigt seit Langem, dass sichere Beziehungen zu Bezugspersonen Einfluss darauf haben können, wie Kinder später Freundschaften gestalten und welche Grenzen sie setzen. Wer erlebt, dass eigene Bedürfnisse zählen, Gefühle ernst genommen werden und Respekt selbstverständlich ist, erkennt ungesunde Dynamiken häufig früher. Das bedeutet nicht, dass Kinder mit stabilen Beziehungen nie belastende Freundschaften erleben. Aber sie verfügen oft über mehr innere Orientierung.

Kinder brauchen keine perfekten Freundschaften, sondern Orientierung

Freundschaften verlaufen selten konfliktfrei. Kinder müssen nicht vor jeder Enttäuschung geschützt werden. Auch schwierige Erfahrungen können wichtige Lernprozesse anstoßen.
Entscheidend ist, ob Kinder dabei Begleitung haben. Eltern müssen Probleme nicht immer sofort lösen. Oft reicht es zunächst zuzuhören, Gefühle ernst zu nehmen und Fragen zu stellen. Daraus entsteht etwas, das Kinder langfristig stärkt: das Vertrauen in die eigene Wahrnehmung. Denn starke Kinder sind nicht diejenigen, die nie in schwierige Beziehungen geraten. Es sind diejenigen, die erkennen, wenn ihnen etwas nicht guttut, und die wissen, dass sie darüber sprechen dürfen.

Quelle: https://www.beobachter.ch/familie-freunde/kinder/so-schutzen-sie-ihr-kind-vor-fiesen-spielkameraden-925484

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„Ich bin nicht gut genug“: Wie alte Glaubenssätze aus der Kindheit Eltern und Kinder bis heute prägen

Warum sich manche Sätze ein Leben lang festsetzen und wie Eltern belastende Muster durchbrechen können

„Stell dich nicht so an.“ „Reiß dich zusammen.“ „Andere können das doch auch.“
Viele Erwachsene erinnern sich kaum noch bewusst an solche Sätze, denn oft bleiben von den Kindheitserfahrungen nicht die genauen Worte zurück, sondern vielmehr das Gefühl von damals: Die Überzeugung, nicht zu genügen, immer stark sein zu müssen, keine Fehler machen zu dürfen oder niemandem zur Last fallen zu wollen. Solche inneren Überzeugungen werden in der Psychologie häufig als Glaubenssätze bezeichnet. Sie entstehen nicht zwangsläufig durch einzelne Ereignisse, sondern oft über Jahre hinweg durch wiederkehrende Erfahrungen, Reaktionen oder Erwartungen im familiären Umfeld. Diese Prägungen beeinflussen, wie Menschen sich selbst sehen, Beziehungen gestalten oder mit Konflikten umgehen.
Viele Eltern erleben genau das in dem Moment besonders deutlich, wenn sie selbst Kinder bekommen. Situationen aus dem Familienalltag lösen plötzlich starke Gefühle aus: Ungeduld, Wut, Überforderung oder das Bedürfnis, alles perfekt machen zu wollen. Hinter solchen Reaktionen können manchmal alte Erfahrungen stehen, die nie bewusst hinterfragt wurden.

Die unsichtbaren Botschaften aus der Kindheit

Kinder entwickeln ihr Selbstbild nicht nur aus dem, was ihnen direkt gesagt wird, sondern auch dadurch, wie in der Familie mit Fehlern umgegangen wird, welchen Raum Gefühle bekommen und ob Anerkennung an Bedingungen geknüpft ist.
Wer als Kind immer wieder erlebt hat, dass Leistung wichtiger ist als Bedürfnisse, kann früh die Überzeugung entwickeln, nur wertvoll zu sein, wenn es funktioniert.
Wer gelernt hat, Konflikte zu vermeiden, kann später Schwierigkeiten haben, eigene Grenzen zu setzen. Und wer das Gefühl hatte, mit Sorgen allein zu sein, entwickelt vielleicht eine starke Unabhängigkeit – nicht aus innerer Stärke, sondern als Schutzstrategie. Solche Muster sind meistens keine bewussten Entscheidungen. Sie entstehen oft aus Anpassung, da sich Kinder an ihrer Umgebung orientieren, um Bindung und Sicherheit zu erhalten.

Warum Elternschaft alte Wunden sichtbar machen kann

Viele Erwachsene machen die Erfahrung, dass sie erst durch ihre eigenen Kinder beginnen, die eigene Kindheit anders zu betrachten. Plötzlich tauchen Fragen auf wie: Warum fällt es mir so schwer, die Wut meines Kindes auszuhalten? Warum macht mich Scheitern so nervös? Warum habe ich das Gefühl, immer alles richtig machen zu müssen?
Psycholog*innen weisen darauf hin, dass Elternschaft häufig eigene Prägungen sichtbar macht. Wer nie gelernt hat, Gefühle offen zu zeigen, empfindet starke Emotionen beim Kind möglicherweise als belastend. Wer selbst unter hohen Erwartungen stand, setzt diese unbewusst fort, obwohl eigentlich der Wunsch besteht, es anders zu machen.
Das bedeutet nicht, dass Eltern ihre Kinder automatisch mit denselben Mustern belasten. Aber es zeigt, wie wichtig Selbstreflexion sein kann.

Drei belastende Glaubenssätze wirken besonders häufig nach
Nicht jede Kindheit hinterlässt tiefe Verletzungen. Dennoch tauchen bestimmte innere Überzeugungen bei vielen Menschen immer wieder auf:

  • „Ich bin nicht wichtig.“
  • „Ich darf keine Fehler machen.“
  • „Ich muss alles allein schaffen.“

Diese Sätze wirken oft bis ins Erwachsenenalter hinein. Sie beeinflussen Selbstwert, Beziehungen und den Umgang mit Stress. Gleichzeitig können sie dazu führen, dass Menschen sich überfordern oder Schwierigkeiten haben, Hilfe anzunehmen.

Die gute Nachricht: Prägung ist nicht Schicksal

Vielleicht ist einer der wichtigsten Punkte in der aktuellen psychologischen Forschung und Beratung: Frühe Erfahrungen prägen, aber sie bestimmen nicht unumkehrbar den weiteren Lebensweg. Belastende Glaubenssätze lassen sich erkennen, hinterfragen und verändern. Der erste Schritt besteht oft darin wahrzunehmen, welche innere Stimme in belastenden Situationen spricht.
Ist das wirklich meine Überzeugung? Oder etwas, das ich sehr früh gelernt habe?
Allein diese Unterscheidung kann entlastend wirken.
Psychologin Stefanie Stahl beschreibt negative Glaubenssätze als Ausdruck früher Prägungen und nicht als objektive Wahrheit über den eigenen Wert. Genau darin liegt eine Chance – denn was erlernt wurde, kann auch reflektiert werden.

Kinder zu stärken heißt nicht, alles perfekt zu machen

Für Eltern kann diese Erkenntnis befreiend sein. Denn Kinder brauchen keine fehlerfreien Erwachsenen, sondern Bezugspersonen, die zuhören und sich entschuldigen können. Erwachsene, die Gefühle ernst nehmen und zeigen, dass Fehler erlaubt sind und Konflikte nicht das Ende von Beziehung bedeuten.
Kinder entwickeln Stärke nicht durch Perfektion im Elternhaus, sondern durch Sicherheit, Verlässlichkeit und die Erfahrung: Ich bin wichtig, auch wenn ich scheitere. Meine Gefühle haben Platz. Ich werde gesehen. Genau dort beginnt Prävention.
Denn Kinder, die ein stabiles Gefühl für ihren eigenen Wert entwickeln, tragen oft weniger von den belastenden inneren Sätzen weiter, die Generationen zuvor geprägt haben.
Und manchmal entsteht Veränderung nicht durch große Entscheidungen, sondern durch einen kleinen Moment im Alltag, in dem ein Kind etwas erlebt, das anders ist als früher:
Mehr Zuhören. Weniger Druck. Mehr Verbindung.
Vielleicht beginnt genau dort ein neuer Satz, der bleibt.

Quellen: https://www.eltern.de/familie-urlaub/psychologie–wie-glaubenssaetze-aus-der-kindheit-unsere-elternrolle-beeinflussen-13845454.html
Stefanie „Wer wir sind“, dorsch.hogrefe.com

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Autorin: Daniela Schönwald

„Kinder sicher und stark machen!“ – Fachkräftefortbildung des SICHER‑STARK‑TEAM erfolgreich in Kamp‑Lintfort abgeschlossen

Kamp‑Lintfort, 20. April 2026 – Mitarbeitende der Inklusiven Kindertagesstätte Alte Schule Hoerstgen e.V. in Kamp‑Lintfort haben erfolgreich an der Fachkräftefortbildung des SICHER‑STARK‑TEAM teilgenommen. Unter dem Titel „Kinder sicher und stark machen! Prävention von Gewalt, Mobbing und sexuellem Missbrauch“ wurden Fachkräfte umfassend für den sensiblen und verantwortungsvollen Umgang mit dem Thema sexuelle Gewalt geschult.

Ziel der Fortbildung war es, die Teilnehmenden zu sensibilisieren, ihre Handlungssicherheit zu stärken und praxistaugliche Strategien für den Kita‑Alltag zu vermitteln. Die Fortbildung richtete sich an Erzieherinnen und Erzieher sowie pädagogische Fachkräfte der Inklusiven Kindertagesstätte Alte Schule Hoerstgen e.V. (Molkereistr. 22, 47475 Kamp‑Lintfort) und schloss mit einer Teilnahmebestätigung ab.

Inhalte und Schwerpunkte

  • Täterstrategien: Die Teilnehmenden erhielten fundierte Einblicke in typische Vorgehensweisen und Manipulationstechniken von Täterinnen und Tätern, um Übergriffe frühzeitig erkennen und verhindern zu können.
  • Erkennen von Anzeichen: Praktische Hinweise zur Beobachtung und Interpretation von Verhaltensänderungen bei Kindern wurden vermittelt, inklusive Unterscheidung zwischen altersgemäßen Verhaltensweisen und möglichen Hinweisen auf Gewalterfahrungen.
  • Gesprächsführung: Es wurden altersgerechte und kindzentrierte Gesprächsstrategien eingeübt, die es Fachkräften ermöglichen, sensibel auf Kinder einzugehen, die mögliche Übergriffe ansprechen oder Anzeichen zeigen.
  • Rechtliche Grundlagen: Die Fortbildung behandelte die relevanten rechtlichen Aspekte, Meldepflichten und Dokumentationsanforderungen, damit Fachkräfte ihre Verantwortung rechtssicher wahrnehmen können.
  • Möglichkeiten und Grenzen der Intervention: Teilnehmende lernten, wann und wie interveniert werden kann, welche professionellen Netzwerke und Unterstützungsangebote einzubinden sind und wo rechtliche/ethische Grenzen liegen.
  • Präventive Maßnahmen im Kita‑Alltag: Konkrete Präventionskonzepte und Maßnahmen zur Stärkung von Schutzfaktoren für Kinder wurden vorgestellt und auf die Alltagspraxis in der Kita übertragen.

Die Fachkräfteweiterbildung verzichtete auf reine Theorievermittlung und setzte auf praxisnahe, interaktive Methoden: Fallbeispiele, Rollenspiele, Gruppenarbeit sowie Reflexionsphasen ermöglichten die direkte Anwendung des Gelernten. So konnten die Teilnehmenden konkrete Handlungsanleitungen für verschiedene Alltagssituationen entwickeln und erproben.
Die Fortbildung wurde geleitet von Seminarleiter Ralf Schmitz. Die Kitaleitung, Frau von Baal, unterstützte die Veranstaltung organisatorisch und betonte die Bedeutung kontinuierlicher Fortbildung im Bereich Gewaltschutz und Prävention.

Bedeutung für die Kita und die Region. Die erfolgreiche Teilnahme stärkt die Schutzkompetenz der Inklusiven Kindertagesstätte Alte Schule Hoerstgen e.V. und trägt direkt zur Sicherheit und zum Wohlbefinden der betreuten Kinder bei. Durch die Vermittlung von präventiven Maßnahmen und rechtssicheren Handlungsanweisungen wird ein wichtiger Beitrag zur Schaffung eines sicheren Umfelds geleistet. Die Fortbildung ist Teil der fortlaufenden Qualitätsentwicklung in der Kita und setzt ein klares Zeichen für Prävention und Schutz in der Region Kamp‑Lintfort.

Frau von Baal, Leitung der Inklusiven Kindertagesstätte Alte Schule Hoerstgen e.V.: „Die Fortbildung war für unser Team ein wichtiger Schritt, um Kinder noch besser zu schützen. Die praxisnahen Inhalte und Übungen geben uns konkrete Werkzeuge an die Hand, um im Kita‑Alltag sicher und verantwortungsvoll zu handeln.“

Ralf Schmitz, Seminarleiter vom Sicher-Stark-Team: „Prävention beginnt im Alltag. Es ist entscheidend, dass Fachkräfte nicht nur theoretisches Wissen besitzen, sondern auch praktische Gesprächsführung und Handlungsschritte sicher anwenden können. Genau das haben wir in diesem Seminar trainiert.

Die Kita plant, das Thema Schutzkonzepte und Prävention regelmäßig in Teamfortbildungen zu verankern und die Zusammenarbeit mit lokalen Beratungsstellen und Fachstellen weiter auszubauen. Weitere Schulungen für unterschiedliche Mitarbeitendengruppen sind vorgesehen, um die Nachhaltigkeit der Maßnahmen zu gewährleisten.

Die Sicher-Stark-Initiative zählt bundesweit zu den wichtigsten Anlaufstellen, wenn es um den Schutz und die Stärkung von Kindern geht. Seit fast 30 Jahren engagiert sich ein fachübergreifendes Team aus der Pädagogik, der Psychologie und der IT zusammen mit ehemaligen Polizeikräften für die Sicherheit von Kindern. In ganz Deutschland bietet die Initiative praxisnahe Schulungen, Fachkräfte-Weiterbildungen, Elterntrainings und Webinare an. Mit dem Ziel, Kinder frühzeitig zu stärken und ihnen ein sicheres, selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. In der analogen wie in der digitalen Welt.
Mehr Informationen finden Sie unter: www.sicher-stark-team.de.

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Kinder stärken und schützen

Gewaltpräventionskurse in der Städtischen Kindertagesstätte Rubenstraße in Duisburg

Am 5. Mai 2026 finden in der Städtischen Kindertagesstätte Rubenstraße in Duisburg zwei Schnuppertageskurse zur Gewaltprävention statt. Die Kurse werden vom Sicher-Stark-Team durchgeführt und richten sich sowohl an Kinder als auch an deren Eltern.
In enger Zusammenarbeit mit der Kitaleitung, Violetta Seifert, werden an den beiden Tagen insgesamt zwei Kurseinheiten angeboten. Pro Kurs nehmen rund 20 Kinder teil, parallel dazu sind jeweils etwa 40 Eltern eingebunden. Ziel ist es, Kinder frühzeitig zu stärken und ihnen altersgerechte Strategien im Umgang mit Konflikten und herausfordernden Situationen zu vermitteln.

Im Mittelpunkt der Kurse stehen praxisnahe Methoden, die gezielt auf die Bedürfnisse von Kindern im Kitaalter abgestimmt sind. Spielerische Übungen und alltagsnahe Situationen helfen dabei, das Selbstbewusstsein der Kinder zu fördern und ihnen Sicherheit im eigenen Verhalten zu geben. Dabei lernen sie unter anderem, ihre eigenen Grenzen wahrzunehmen und klar zu kommunizieren.
Ein wichtiger Bestandteil der Veranstaltung ist auch die Einbindung der Eltern. Sie erhalten Einblicke in die Inhalte der Kurse und erfahren, wie sie ihre Kinder im Alltag weiter stärken und begleiten können. Ziel ist es, Kinder nicht nur punktuell zu fördern, sondern ihnen langfristig Sicherheit und Handlungskompetenz mitzugeben.
Mit den Schnuppertageskursen setzt die Städtische Kindertagesstätte Rubenstraße gemeinsam mit dem Sicher-Stark-Team ein klares Zeichen für frühzeitige Prävention. Denn Kinder, die gestärkt werden, entwickeln mehr Selbstvertrauen und sind besser in der Lage, mit schwierigen Situationen umzugehen.

Die Sicher-Stark-Initiative zählt bundesweit zu den wichtigsten Anlaufstellen, wenn es um den Schutz und die Stärkung von Kindern geht. Seit fast 30 Jahren engagiert sich ein interdisziplinäres Team aus Pädagog:innen, Psycholog:innen, IT-Expert:innen und ehemaligen Polizeibeamt:innen für die Sicherheit von Kindern. In ganz Deutschland bietet die Initiative praxisnahe Schulungen, Elterntrainings und Webinare an – mit dem Ziel, Kinder frühzeitig zu stärken und ihnen ein sicheres, selbstbestimmtes Leben in analogen wie digitalen Lebenswelten zu ermöglichen.
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Fünf Sätze, die Kinder stark für die Schule machen

Wie Sprache Selbstvertrauen, Resilienz und Sicherheit im Alltag prägt

Der Schulalltag stellt Kinder täglich vor neue Herausforderungen. Leistungsdruck, soziale Dynamiken, Konflikte auf dem Pausenhof oder Unsicherheiten im Unterricht gehören für viele zum Alltag. Während Erwachsene solche Situationen oft gut einordnen können, fehlen Kindern häufig noch die Strategien, mit diesen Anforderungen umzugehen.
Was dabei oft unterschätzt wird: Die Worte, die Kinder von ihren Bezugspersonen hören, prägen ihr Selbstbild nachhaltig. Sprache wirkt wie ein innerer Kompass. Sie beeinflusst, wie Kinder sich selbst sehen, wie sie mit Fehlern umgehen und ob sie sich Herausforderungen zutrauen. Gerade im Schulkontext kann dieser innere Dialog entscheidend sein. Kinder, die sich verstanden und unterstützt fühlen, gehen anders mit Druck und Konflikten um als Kinder, die vor allem Kritik oder Unsicherheit erleben.

Warum Worte mehr bewirken als Regeln

Eltern versuchen oft, ihre Kinder durch Regeln, Erklärungen oder gut gemeinte Ratschläge zu unterstützen. Doch in stressigen Situationen greifen Kinder selten auf komplexe Erklärungen zurück. Was jedoch bleibt, sind einfache, klare Botschaften – Sätze, die sich einprägen und innerlich abrufbar sind. Diese Sätze wirken wie mentale Anker. Sie geben Orientierung, wenn ein Kind unsicher ist, sich überfordert fühlt oder Angst hat, zu scheitern. Gleichzeitig vermitteln sie ein grundlegendes Gefühl von Sicherheit: „Ich bin nicht allein. Ich kann das schaffen.“
Für die Präventionsarbeit ist genau das zentral. Kinder, die ein stabiles inneres Gefühl von Selbstwirksamkeit entwickeln, sind weniger anfällig für Überforderung, Rückzug oder problematische Verhaltensmuster.

Fünf Sätze, die Kinder im Schulalltag stärken

Es braucht keine langen Gespräche, um Kinder zu stärken. Oft sind es wenige, klare Botschaften, die langfristig wirken. Entscheidend ist, dass sie authentisch sind und regelmäßig im Alltag vorkommen.

  1. „Du darfst Fehler machen, denn daraus lernst du.“
    Fehler gehören zum Lernen dazu. Kinder, die das verinnerlichen, haben weniger Angst vor dem Scheitern und trauen sich eher, neue Dinge auszuprobieren.
  2. „Ich bin da, egal was passiert.
    Dieser Satz vermittelt Sicherheit und Verlässlichkeit. Kinder wissen: Auch wenn etwas schiefläuft, verlieren sie nicht die Unterstützung ihrer Bezugspersonen.
  3. „Du kannst das schaffen.“
    Zutrauen stärkt Selbstvertrauen. Wenn Kinder erleben, dass ihnen etwas zugetraut wird, entwickeln sie eher den Mut, Herausforderungen anzunehmen.
  4. „Was brauchst du gerade?“
    Diese Frage lenkt den Blick auf die eigenen Bedürfnisse. Kinder lernen, ihre Gefühle wahrzunehmen und Unterstützung aktiv einzufordern.
  5. „Wir finden gemeinsam eine Lösung.“
    Probleme werden nicht allein gelassen, sondern gemeinsam bewältigt. Das stärkt nicht nur das Vertrauen, sondern auch die Fähigkeit, konstruktiv mit Schwierigkeiten umzugehen.

Was diese Sätze im Inneren bewirken

Solche Aussagen sind mehr als bloße Worte. Sie formen den inneren Dialog eines Kindes. Aus äußeren Botschaften werden mit der Zeit innere Überzeugungen.
Ein Kind, das immer wieder hört, dass Fehler erlaubt sind, entwickelt eine andere Haltung zum Lernen. Es wird weniger von Angst gesteuert und ist offener für neue Erfahrungen. Ein Kind, das Verlässlichkeit erlebt, fühlt sich auch in herausfordernden Situationen sicherer. Diese innere Stabilität ist eine wichtige Grundlage für Resilienz. Sie hilft Kindern, Rückschläge zu verarbeiten, Konflikte zu bewältigen und sich nicht von äußeren Einflüssen verunsichern zu lassen.

Zwischen Leistungsdruck und Selbstwert

Schule ist heute für viele Kinder nicht nur ein Ort des Lernens, sondern auch ein Raum, in dem sie sich ständig vergleichen. Noten, Bewertungen und soziale Dynamiken können Druck erzeugen. In diesem Umfeld wird die Rolle der Eltern noch wichtiger. Sie sind ein Gegenpol zu äußeren Erwartungen. Während Schule Leistung bewertet, können Eltern den Fokus auf Entwicklung, Anstrengung und Persönlichkeit legen. Das bedeutet nicht, Anforderungen zu senken oder Probleme zu ignorieren. Es bedeutet vielmehr, Kinder nicht auf ihre Leistung zu reduzieren. Ein Kind ist mehr als seine Note und genau diese Botschaft braucht es, um ein stabiles Selbstwertgefühl zu entwickeln.

Prävention beginnt mit Beziehung

Für die Arbeit von Sicher-Stark zeigt sich darin ein zentraler Grundsatz: Schutz und Prävention beginnen nicht erst bei konkreten Gefahren, sondern in der Beziehung zwischen Erwachsenen und Kindern. Kinder, die sich gesehen und ernst genommen fühlen, entwickeln mehr Selbstvertrauen und ein besseres Gespür für sich selbst. Sie lernen, Grenzen wahrzunehmen, Bedürfnisse zu äußern und sich in schwierigen Situationen Hilfe zu holen. Diese Fähigkeiten sind entscheidend – nicht nur im Schulalltag, sondern auch im Umgang mit Konflikten, Gruppendruck oder unsicheren Situationen.
Kinder stark machen – durch Sprache.

Die Sicher-Stark-Initiative zählt bundesweit zu den wichtigsten Anlaufstellen, wenn es um den Schutz und die Stärkung von Kindern geht. Seit fast 30 Jahren engagiert sich ein fachübergreifendes Team aus der Pädagogik, der Psychologie und der IT zusammen mit ehemaligen Polizeikräften für die Sicherheit von Kindern. In ganz Deutschland bietet die Initiative praxisnahe Schulungen, Fachkräfte-Weiterbildungen, Elterntrainings und Webinare an. Mit dem Ziel, Kinder frühzeitig zu stärken und ihnen ein sicheres, selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. In der analogen wie in der digitalen Welt.
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Quelle: https://www.eltern.de/schulkind/saskia-niechzial–diese-3-saetze-machen-dein-kind-stark-fuer-die-schule-14070856.html

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Autorin: Daniela Schönwald

10 Minuten, die den Unterschied machen Warum „Sorgenzeit“ am Abend Kinder emotional stärkt

Es ist ein Moment, den viele Eltern kennen: Das Licht ist gedimmt, der Tag eigentlich vorbei und plötzlich kommen sie: Fragen, Gedanken und Unsicherheiten.
„Was ist, wenn ich morgen etwas falsch mache?“ „Warum war meine Freundin heute so komisch?“
Gerade abends melden sich Sorgen bei Kindern oft besonders hartnäckig. Wenn der Trubel des Tages nachlässt, wird es im Inneren lauter. Für Kinder kann das überfordernd sein, weil ihnen häufig noch die Strategien fehlen, mit solchen Gedanken umzugehen. Genau hier setzt ein Ansatz an, der in der psychologischen Praxis schon länger genutzt wird und sich überraschend einfach in den Familienalltag integrieren lässt: die sogenannte „Sorgenzeit“. Eine kurze, bewusste Gesprächsphase am Abend, in der Kinder ihre Gedanken aussprechen dürfen.

Warum Sorgen gerade abends auftauchen

Kinder verarbeiten ihren Tag nicht unbedingt in dem Moment, in dem etwas passiert. Während Schule, Freizeit und Medien den Alltag bestimmen, bleibt wenig Raum für Reflexion. Erst wenn Ruhe einkehrt, beginnt das Gehirn, Erlebnisse zu sortieren.Genau dann entstehen Fragen, Unsicherheiten und manchmal auch Ängste. Psychologisch ist das ein völlig normaler Prozess. Gedanken, die tagsüber „weggeschoben“ wurden, drängen sich abends wieder nach vorn. Für Kinder bedeutet das: Sie sind plötzlich allein mit Gefühlen, die sie noch nicht einordnen können. Ohne Unterstützung kann daraus Grübeln entstehen – ein Zustand, der nicht nur das Einschlafen erschwert, sondern auch das emotionale Wohlbefinden belastet.

Die Idee hinter den „Sorgenminuten“

Die sogenannte Sorgenzeit stammt ursprünglich aus der kognitiven Verhaltenstherapie. Dort wird Menschen empfohlen, belastenden Gedanken bewusst einen festen Platz im Tagesablauf zu geben, statt sie ständig zu verdrängen.
Übertragen auf den Familienalltag bedeutet das: Kinder bekommen einen geschützten Rahmen, in dem alles ausgesprochen werden darf, was sie beschäftigt. Sorgen werden nicht unterdrückt, sondern bewusst wahrgenommen und anschließend losgelassen.
Der Effekt ist erstaunlich: Gedanken verlieren an Intensität, wenn sie benannt werden. Gleichzeitig lernt das Gehirn, dass nicht jede Sorge sofort Aufmerksamkeit braucht.

Was Kinder dabei wirklich lernen

Auf den ersten Blick wirken zehn Minuten Gespräch am Abend unscheinbar. Tatsächlich passiert in dieser Zeit aber etwas Entscheidendes.
Kinder erleben, dass ihre Gefühle ernst genommen werden. Sie merken, dass Unsicherheit, Angst oder Wut nichts ist, was „weg muss“, sondern etwas, das verstanden werden darf. Gleichzeitig entwickeln sie die Fähigkeit, Gedanken zu ordnen, statt von ihnen überwältigt zu werden.
Langfristig entsteht daraus eine zentrale Kompetenz: Die emotionale Selbstregulation. Also die Fähigkeit, mit inneren Spannungen umzugehen, ohne dass sie sich aufstauen oder in impulsives Verhalten umschlagen. Für die Präventionsarbeit ist genau das ein Schlüssel. Kinder, die ihre Gefühle einordnen können, reagieren weniger impulsiv, geraten seltener in eskalierende Konflikte und sind insgesamt stabiler im Umgang mit Stress.

Warum Zuhören wichtiger ist als Lösungen

Viele Eltern reagieren auf Sorgen reflexartig mit Lösungen. Sie trösten, erklären, relativieren oder versuchen, Probleme sofort zu beheben. Das ist verständlich, jedoch nicht immer hilfreich. Kinder brauchen in solchen Momenten vor allem eines: das Gefühl, verstanden zu werden. Wenn Erwachsene zu schnell Lösungen anbieten, kann das ungewollt vermitteln, dass die Gefühle des Kindes „kein echtes Problem“ sind. Zuhören hingegen signalisiert: Deine Gedanken haben Platz. Du bist nicht allein damit. Erst wenn ein Kind sich gehört fühlt, ist es überhaupt bereit, neue Perspektiven anzunehmen. Genau deshalb ist die Haltung der Eltern entscheidender als die perfekte Antwort.

Ein kleines Ritual mit großer Wirkung

Damit Sorgenzeit im Alltag funktioniert, braucht es keine komplizierten Methoden. Entscheidend ist die Regelmäßigkeit und die Atmosphäre. Ein kurzer, ruhiger Moment am Abend reicht oft aus, um Kindern Sicherheit zu geben. Typischerweise entsteht dieses Ritual rund um das Zubettgehen, wie z. B. nach dem Vorlesen oder kurz vor dem Einschlafen. Wichtig ist, dass es ein verlässlicher Zeitpunkt ist, an dem das Kind weiß: Jetzt ist Raum für meine Gedanken.
Hilfreich ist dabei eine klare, offene Einladung. Eine einfache Frage wie „Gibt es heute etwas, das dich beschäftigt hat?“ kann Türen öffnen, die im hektischen Alltag verschlossen bleiben. Manche Familien entwickeln zusätzlich kleine Rituale, um den Tag bewusst abzuschließen. Sorgen werden aufgeschrieben, symbolisch „weggelegt“ oder gemeinsam verabschiedet. Solche Handlungen wirken oft stärker als lange Gespräche, weil sie Kindern helfen, innerlich loszulassen.

Worauf Eltern achten sollten

Damit die Sorgenzeit ihre Wirkung entfalten kann, kommt es weniger auf Technik als auf Haltung an. Entscheidend ist, dass Kinder sich sicher fühlen und nicht bewertet werden.
Dabei helfen vor allem drei Grundprinzipien:

  • Zuhören, ohne sofort zu korrigieren oder zu relativieren
  • Gefühle benennen und ernst nehmen, statt sie kleinzureden
  • Gedanken gemeinsam einordnen, ohne Druck oder Bewertung

Diese Haltung stärkt nicht nur das Vertrauen, sondern auch die Fähigkeit des Kindes, sich selbst besser zu verstehen.

Mehr als ein Abendritual

Die „Sorgenminuten“ sind weit mehr als ein kurzer Austausch vor dem Schlafengehen. Sie sind ein Signal: Deine Gedanken sind wichtig. Deine Gefühle haben Platz. Gerade in einer Zeit, in der Kinder vielen Eindrücken ausgesetzt sind, wie Schule, soziale Erwartungen, digitale Medien etc., wird diese Form der Zuwendung immer bedeutender. Sie schafft einen Gegenpol zur ständigen Reizüberflutung und gibt Kindern Orientierung.

Die Sicher-Stark-Initiative zählt bundesweit zu den wichtigsten Anlaufstellen, wenn es um den Schutz und die Stärkung von Kindern geht. Seit fast 30 Jahren engagiert sich ein fachübergreifendes Team aus der Pädagogik, der Psychologie und der IT zusammen mit ehemaligen Polizeikräften für die Sicherheit von Kindern. In ganz Deutschland bietet die Initiative praxisnahe Schulungen, Fachkräfte-Weiterbildungen, Elterntrainings und Webinare an. Mit dem Ziel, Kinder frühzeitig zu stärken und ihnen ein sicheres, selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. In der analogen wie in der digitalen Welt.
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Quelle: https://www.focus.de/familie/erziehung/simple-routine-vor-dem-schlafengehen-mit-10-sorgenminuten-am-abend-staerken-eltern-ihre-kinder_ce3359da-bafe-46b7-984a-0146447f65ef.html

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Autorin: Daniela Schönwald

Wenn Kinder andere Kinder töten

Was Gewalttaten unter Kindern über Risiken, Verantwortung und Prävention offenbaren

Wenn in Deutschland über schwere Gewalt oder sogar Tötungsdelikte unter Kindern und Jugendlichen berichtet wird, ist die gesellschaftliche Betroffenheit besonders groß. Solche Fälle erschüttern nicht nur wegen ihres Ausmaßes, sondern auch, weil sie das verbreitete Bild von Kindheit als geschütztem Raum infrage stellen. Zwar machen Kinder und Jugendliche insgesamt nur einen kleinen Anteil der registrierten Gewaltkriminalität aus, doch die Entwicklung gibt Anlass zur Sorge: Laut Bundeskriminalamt stieg 2024 die Zahl junger Tatverdächtiger bei Gewaltdelikten, darunter auch Mord und Totschlag. Der Anteil lag bei Kindern bei knapp sieben Prozent und bei Jugendlichen bei fast 16 Prozent.

Gewalt unter Kindern ist zwar real, aber selten monokausal. Täterinnen und Täter sind keine „Monster“, sondern junge Menschen, deren Handeln oft in komplexen biografischen, sozialen und psychischen Belastungen wurzelt. Manchmal eskalieren Konflikte spontan, häufiger entwickeln sie sich aber aus anhaltender Frustration, Ausgrenzung oder dem Gefühl von Ohnmacht. Warum ein Kind extrem gewalttätig handelt und ein anderes nicht, lässt sich nicht pauschal erklären. Gerade weil die Ursachen vielschichtig sind, muss Prävention frühzeitig und auf mehreren Ebenen ansetzen.

Die Ursachen liegen häufig sowohl in persönlichen Belastungen als auch in sozialen Rahmenbedingungen. Kinder wachsen heute in einer Welt auf, die sich rasant verändert hat: brüchigere Beziehungen, hohe Alltagsbelastung und eine permanente digitale Präsenz, in der auch Gewalt allgegenwärtig ist. Das erklärt zwar noch keine Tat, beeinflusst aber, wie junge Menschen Konflikte wahrnehmen, Gefühle verarbeiten und auf Spannungen reagieren.
Ein weiterer Punkt ist die zunehmende Belastung durch psychische Probleme bei Kindern und Jugendlichen. Fachleute berichten, dass psychische Erkrankungen und Probleme mit der Impulskontrolle bei jungen Menschen zugenommen haben. Solche inneren Spannungen können in Verbindung mit anderen Stressoren dazu beitragen, dass Gewalt zur einzigen Handlungsoption wird – nicht weil Kinder von Natur aus gewalttätig sind, sondern weil ihnen die Kompetenzen fehlen, Konflikte anders zu lösen oder belastende Emotionen zu regulieren.

Bei Fällen extremer Gewalt, ausgeübt durch Kinder, wird häufig über härtere strafrechtliche Konsequenzen diskutiert. In Deutschland gilt aktuell die Strafmündigkeit ab 14 Jahren. Die wiederkehrende Debatte darüber, ob dieses Alter herabgesetzt werden sollte, zeigt zwar das gesellschaftliche Bedürfnis nach Antworten, jedoch dürfen dabei nicht die tieferliegenden Ursachen aus dem Blick verloren werden.

Für Eltern, Pädagog*innen und alle, die sich für präventive Sicherheit einsetzen, ist genau das ein entscheidender Punkt: Gewaltvermeidung beginnt nicht erst im Moment der Tat, sondern weit früher im Alltag. Kinder und Jugendliche entwickeln Gewaltbereitschaft schließlich nicht im luftleeren Raum, sondern dort, wo sie Gefühle wie Ohnmacht, Frustration, Ungerechtigkeit, Ausgrenzung oder fehlende Kommunikationskompetenzen nicht anders ausdrücken können. Wenn diese Gefühle nicht gesehen, nicht verstanden und begleitet werden, steigt das Risiko, dass sich langfristig problematische Verhaltensweisen entwickeln.

Das heißt konkret: Prävention ist ein Thema der Beziehung. Kinder brauchen eine Umgebung, in der sie lernen, Konflikte verbal, konstruktiv und mit Perspektiven anderer zu lösen. Sie brauchen Erwachsene, die ihnen helfen, Stimmungen wie Wut, Angst oder Traurigkeit zu verstehen und auszudrücken, bevor sie sich in körperliche Auseinandersetzungen verwandeln. Sie brauchen soziale Räume, in denen sie verbindliche Regeln lernen, aber auch Unterstützung erfahren, wenn sie diese nicht einhalten. Das stärkt nicht nur individuelles Verhalten, sondern fördert kollektive Normen des Respekts und des sozialen Miteinanders.

Der Ansatz von Sicher & Stark richtet sich genau auf diese Felder: Es geht nicht nur um Schutz im Sinne von äußerer Sicherheit, sondern um die Stärkung innerer Kompetenzen wie Selbstwert, Konfliktfähigkeit, Selbstbehauptung und Empathie. Lernt ein Kind früh, dass es gehört wird, seine Gefühle ernst genommen werden und es konstruktive Wege gibt, Spannungen zu bewältigen, verringert sich die Wahrscheinlichkeit, dass es Gewalt als Lösung einsetzt.

Dabei muss nicht jede Form von kindlicher Impulsivität oder Aggression gleich pathologisiert werden. Vielmehr geht es darum, Kontext zu schaffen: stabile Bindungen, funktionierende soziale Netzwerke sowie Räume für Beteiligung und Mitbestimmung. All das sind Faktoren, die zur Resilienz beitragen und so Gewalt entgegenwirken können.

Die nüchterne, aber hoffnungsvolle Perspektive lautet: Kinder, die sich wahrgenommen fühlen, lernen, Konflikte anders zu lösen als mit Gewalt und entwickeln soziale Kompetenzen, sind weniger anfällig für extreme Gewalttaten. Prävention beginnt früh, lange vor dem Moment der Eskalation, und sie ist eine gemeinsame Aufgabe von Familien, Pädagog*innen und Gesellschaft. Kein einfacher Weg, aber einer, der Kinder, Familien und die Gesellschaft sicherer und stärker macht.

Quellen: https://www.bka.de/DE/AktuelleInformationen/StatistikenLagebilder/PolizeilicheKriminalstatistik/PKS2024/Polizeiliche_Kriminalstatistik_2024/Polizeiliche_Kriminalstatistik_2024_node.html?

https://www.wa.de/deutschland/psychiater-holtmann-kinder-die-toeten-sind-keine-monster-94181872.html?

https://www.welt.de/regionales/baden-wuerttemberg/article6993da52f1c55d28ade6a861/wenn-kinder-zu-gewalttaetern-werden.html?

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