TikTok Lite – Die nächste Gefahr für Kinder

Über Social Media haben wir hier beim Sicher-Stark-Team schon oft berichtet, über Gefahren für den Datenschutz, über zweifelhafte Videos oder Trick-Betrügereien. Nun hat ByteDance, der Konzern, der hinter TikTok steht, noch eine neue Variante herausgebracht. Und die könnte gerade für Kinder wenig geeignet sein. Die neue App heißt TikTok Lite. Doch mit „leicht“ hat sie wenig zu tun. Zwar im Moment erst in Spanien und Frankreich verfügbar, doch bis Deutschland wird die App nicht lange brauchen.

Tiktok Lite bringt nun ein geschicktes Punktesystem mit. Belohnt wird mit digitalen Münzen, wer sich registriert, mehrere Stunden Videos konsumiert, Videos liked oder Freunde zu Tiktok einlädt, sammelt solche virtuellen Münzen. Die Münzen lassen sich gegen kleine Geldbeträge in Form von Einkaufsgutscheinen eintauschen, zum Beispiel für Online-Händler wie Amazon oder Temu. Zwar ist auch diese App nur für Leute ab 18 gedacht, doch wie immer wird das vom Anbieter nicht überprüft.

TikTok hat schon in der klassischen Form mit beeindruckenden 34 Stunden pro Monat die höchste durchschnittliche Verweildauer aller sozialen Plattformen weltweit. Das ist mehr als eine Stunde pro Tag für diejenigen, die dort unterwegs sind. An zweiter Stelle steht übrigens YouTube, auf deren App Leute etwas mehr als 28 Stunden pro Monat verbringen.

Die EU-Kommission sieht insbesondere in dem Bonus-Programm von TikTok Lite eine potenzielle Förderung von Suchtverhalten. Die Behörde hatte bereits im Februar 2024 wegen eines mutmaßlich mangelhaften Jugendschutzes ein formelles Ermittlungsverfahren gegen TikTok eingeleitet. Sollte die EU-Kommission zu dem Schluss kommen, dass TikTok gegen den so genannten Digital Services Act verstößt, kann sie Geldbußen von bis zu sechs Prozent des weltweiten Jahresumsatzes des Unternehmens für ByteDance verhängen.

Kinder schützen Junge und Mädchen im Web

Die nächste Gefahr für Kinder

Diese Entwicklungen sind wieder mal ein Beispiel dafür, dass Eltern ihre Kinder nicht ganz unbeaufsichtigt dem Internet ausliefern sollten. Es geht dabei nicht um ein Gängeln oder Überwachen der Kinder, sondern darum zu verhindern, dass Internet-Unternehmen sie noch mehr in Abhängigkeiten ziehen, um ihre Werbegewinne zu maximieren. Zudem sollten Eltern einen verstärkten Blick in die klassischen Medien halten, wo über solche Entwicklungen berichtet wird. Oder eben regelmäßig die Podcasts des Sicher-Stark-Team hören. Wir halten sie in diesen Themen gern auf dem Laufenden.

Das Sicher-Stark-Team hilft mit

Das Sicher-Stark-Team hilft mit, Kinder fit und stark zu machen, und gibt wertvolle Tipps gegen (Cyber-)Mobbing, Gewalt und Missbrauch, sodass Kinder stark und sicher aufwachsen können.

Mehr Tipps und Informationen, auch zu den Kursen, auf unserer Homepage!

Lesen Sie auch unseren Artikel über Gefahr für Kinder durch TikTok.