Der Safer Internet Day am 10. Februar 2026 nimmt die Chancen und Risiken des digitalen Lebens in den Blick und rückt die Förderung von Medienkompetenz in den Fokus. Kinder wachsen heute in einer Welt auf, in der digitale und reale Erfahrungen eng miteinander verbunden sind. Eltern und pädagogische Fachkräfte begleiten sie dabei und bieten zugleich einen verlässlichen Schutzraum. Für sicher und stark ist dieser Tag ein Anlass, Familien und Fachkräfte mit konkreten, alltagstauglichen Impulsen zu unterstützen –, denn Kinder brauchen im digitalen Raum nicht nur technische Hinweise, sondern vor allem Vertrauen, Orientierung und klare Begleitung.
Digitale Kompetenzen als Basis für selbstbewusste und geschützte Kinder
Medienkompetenz zu erlangen bedeutet nicht nur „wissen, wie ein Gerät funktioniert“, sondern sie bedeutet, dass Kinder lernen:
- Informationen kritisch einzuordnen,
- eigene Grenzen zu setzen,
- Risiken zu erkennen und
- sich sicher und selbstbewusst im Netz zu bewegen.
1) Dialog statt Kontrolle: Gespräche über digitale Welt kultivieren
Ein häufiger Wunsch vieler Eltern ist es, Kinder vor Gefahren zu bewahren. Gleichzeitig kann reine Kontrolle jedoch dazu führen, dass Kinder digitale Räume eher verstecken, als sie gemeinsam zu gestalten. Offene und regelmäßige Gespräche sind hier der Schlüssel, um Vertrauen zu wachsen zu lassen.
Konkrete Idee: Macht wöchentliche Mediengesprächen zu eurem kleinen Ritual: zehn Minuten, um gemeinsam über alles zu sprechen, was online passiert ist.
- Was fand dein Kind online interessant oder lustig?
- Gab es etwas, das seltsam oder beunruhigend wirkte?
- Welche Fragen tauchen auf, und wie kann man gemeinsam Antworten finden?
So entsteht Medienkompetenz im Dialog und nicht als eine von oben diktierte Vorschrift.
2) Gemeinsames Erkunden: Medien nicht nur als Risiko, sondern als Lernraum sehen
Das Internet kann ein Ort zum Lernen, Ausprobieren und kreativ werden sein. Kinder sollten daher nicht nur vor Gefahren gewarnt werden, sondern begleitet entdecken, wie digitale Angebote funktionieren.
Praxis-Tipp: Sitzt gemeinsam mit älteren Kindern an einem Rechner oder Tablet und schaut euch eine neue App, ein Spiel oder einen Video-Kanal an. Stellt Fragen wie:
- Was gefällt dir an dieser Seite?
- Welche Informationen sind dort ernst gemeint, und was ist nur Unterhaltung?
- Wie erkennst du, ob eine Quelle glaubwürdig ist
Durch gemeinsames Erkunden lernen Kinder immer besser, Inhalte selbst einzuschätzen.
3) Technische Schutz- und Hilfsmittel sinnvoll nutzen
Technische Tools wie Kindersicherungen, Jugendschutz-Einstellungen oder Bildschirmzeit-Limits können den Alltag erleichtern — sie ersetzen aber nicht den dialogischen Blick.
Umsetzungstipps:
- Legt gemeinsam mit euren Kindern Bildschirmzeit-Regeln fest, die sowohl ihre Bedürfnisse als auch Eltern-Sorgen berücksichtigen.
- Nutzt Geräte- und App-Einstellungen sinnvoll: z. B. Privatsphäre-Einstellungen, Suchfilter oder Familiensicherungen.
- Erklärt, warum diese Einstellungen da sind — so wird der Schutz nicht als „Verbot“, sondern als Verantwortungs-Tool verstanden.
Technik kann unterstützen, wenn sie gemeinsam ausgewählt und erklärt wird, statt nur als einseitige Barriere zu fungieren.
4) Regeln gemeinsam aufstellen: Beteiligung stärkt Selbstverantwortung
Kinder und Jugendliche nehmen Regeln besser an, wenn sie an deren Formulierung beteiligt werden. Setzt euch zusammen und entwickelt einen „Familien-Medienkodex“:
Beispiele für solche Regeln:
- „Wir posten nichts, was jemand anderen verletzen könnte.“
- „Private Daten gehören nicht in öffentliche Chats.“
- „Wenn etwas online komisch oder schwer zu verstehen ist, fragen wir und wenden uns an die Eltern.“
Das gemeinsame Festlegen von Regeln fördert Verantwortungsgefühl und stärkt die Fähigkeit, eigene Entscheidungen zu treffen.
5) Diese Themen sollten Kinder im digitalen Alltag kennen
a) Fake News und Täuschung
Erklärt euren Kindern, wie Bilder und Nachrichten manipuliert sein können. Zeigt Beispiele und fragt: „Was wirkt echt? Worauf muss man achten?“
b) Umgang mit KI-Bots und Chats
Sprecht darüber, was KI leisten kann und wo Vorsicht nötig ist, besonders bei emotional wirkenden Antworten und beim Teilen persönlicher Informationen.
c) Cybermobbing erkennen und intervenieren
Kinder sollten wissen, wie sie Anzeichen von Mobbing online erkennen und wie sie sich und andere unterstützen können (z. B. durch Ermutigung, Screenshots machen und Hilfe holen).
6) Positive Mediennutzung fördern, anstatt nur Risiken benennen
Medienkompetenz heißt auch, Kinder zu befähigen, Medien bewusst und sinnvoll zu nutzen:
Kreative Projekte: Kinder können z. B. ein eigenes kurzes Video drehen, einen Blog schreiben oder ein digitales Storytelling gestalten. Recherchieren lernen: Gemeinsam sucht ihr Informationen zu einem Thema, vergleicht Quellen und bewertet deren Qualität.
So wird Medienkompetenz zum Werkzeug für Gestaltung und nicht nur für Vermeidung.
Die Sicher-Stark-Initiative zählt bundesweit zu den wichtigsten Anlaufstellen, wenn es um den Schutz und die Stärkung von Kindern geht. Seit fast 30 Jahren engagiert sich ein interdisziplinäres Team aus Pädagog:innen, Psycholog:innen, IT-Expert:innen und ehemaligen Polizeibeamt:innen für die Sicherheit von Kindern. In ganz Deutschland bietet die Initiative praxisnahe Schulungen, Elterntrainings und Webinare an – mit dem Ziel, Kinder frühzeitig zu stärken und ihnen ein sicheres, selbstbestimmtes Leben in analogen wie digitalen Lebenswelten zu ermöglichen.
Mehr Infomationen: https://www.sicher-stark-team.de/
Quellen: https://www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/gefahren-im-internet/medienkompetenz/?utm_source
https://www.familienportal.nrw/de/10-bis-16-jahre/gesundheit-kind/sicher-surfen?utm_source
Für Rückfragen:
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Autorin: Daniela Schönwald
