Schulstress: Eine Generation unter Druck

Autorin: Daniela Schönwald

Wie Prävention hilft, Stress bei Kindern und Jugendlichen zu erkennen und zu bewältigen

Der Alltag in der Schule bedeutet für viele Kinder und Jugendliche mehr als nur Lernen: Permanenter Leistungsdruck, Hausaufgaben, Prüfungen, soziale Konflikte und das Gefühl, ständig mithalten zu müssen, kann zu enormer Belastung führen. Immer mehr junge Menschen in Deutschland berichten von Erschöpfung, Überforderung und Stress. Die Forschung zeigt: Das ist kein Einzelfall, sondern ein wachsendes gesellschaftliches Problem.

Alarmierende Datenlage: Stress nimmt zu

Der DAK-Präventionsradar 2024 belegt eindrücklich, wie stark psychosoziale Belastungen bei Schülerinnen und Schülern sind. Mehr als die Hälfte der befragten Kinder und Jugendlichen berichten von Erschöpfung. Fast ein Drittel fühlt sich häufig einsam. Drei Viertel geben an, von Krisenängsten betroffen zu sein.
In der Studie heißt es konkret:

  • 31,5 % der Schülerinnen und Schüler fühlten sich im Schuljahr 2023/24 oft einsam.
  • Schlafprobleme traten bei über einem Drittel mindestens einmal pro Woche auf.
  • Etwa 46 % der Schülerinnen und Schüler litten unter zwei oder mehr Beschwerden pro Woche (z. B. Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Bauchschmerzen).

Mehr Belastung während und nach der Pandemie

Die COPSY-Studie (Corona und Psyche) ist langfristig angelegt und untersucht, wie sich die Pandemie auf die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen ausgewirkt hat.
Ein paar zentrale Befunde dabei sind:

  • Bereits in der ersten Befragungswelle (Mai–Juni 2020) zeigen sich erhöhte Belastungen bei vielen Teilnehmenden.
  • In späteren Wellen berichten Jugendliche, dass sie das Lernen und die Schule weiterhin als anstrengender empfinden als vor der Pandemie.
  • Anstieg psychischer Auffälligkeiten und Belastungen im Verlauf der Pandemie.
  • Soziale Medien und die Darstellung von Weltkrisen (z. B. Krieg, Klimawandel) tragen bei einem Teil der Teilnehmenden zusätzlich zur psychischen Belastung bei.

Einige Gruppen sind stärker belastet

Schulischer Stress betrifft Kinder und Jugendliche unterschiedlich stark. Besonders Kinder aus finanziell angespannten oder bildungsfernen Familien berichten deutlich häufiger von Stress, Einsamkeit und psychischen Problemen. Auch das Geschlecht spielt eine Rolle: Mädchen leiden häufiger unter Müdigkeit, psychosomatischen Beschwerden und Ängsten. Hinzu kommen hohe Erwartungen und schulische Anforderungen, die den Druck weiter erhöhen. Angst vor Versetzungen oder negativer Bewertung belastet vor allem jene, die sich selbst stark unter Leistungsdruck setzen. Dabei verschärfen fehlende Möglichkeiten zum Ausgleich die Situation zusätzlich. Wenn Freundschaften, Sportangebote oder Freizeitaktivitäten eingeschränkt sind, wie auch während der Pandemie, fällt es schwerer, Stress abzubauen und neue Energie zu schöpfen. Insgesamt zeigt sich, dass schulischer Stress durch ein Zusammenspiel sozialer, persönlicher und situativer Faktoren entsteht. Kinder, die mehreren Belastungen ausgesetzt sind, tragen ein besonders hohes Risiko, unter Druck zu geraten.

Wie Eltern und Lehrkräfte unterstützen können

Der Eindruck, allein zu sein mit dem Druck, darf möglichst gar nicht entstehen. Prävention und Unterstützung sind zentral und wirksam:

  1. Offene Kommunikation
    Kinder und Jugendliche müssen wissen, dass Belastung und Stress ernst genommen werden. Ein vertrauliches Gespräch, in dem ohne Urteil zugehört wird, kann Entlastung bringen.
  2. Strukturierter Alltag mit Ruhepausen
    Gleichgewicht zwischen Schulzeit, Freizeit, Erholung und Schlaf ist essenziell. Regelmäßige Pausen und feste Rituale wirken stabilisierend.
  3. Bewegung und kreative Aktivitäten
    Sport, Musik, Kunst oder Handwerk bieten emotionalen Ausgleich, fördern das Wohlbefinden und lenken ab vom ständigen Druck.
  4. Förderung von Selbstwirksamkeit
    Kinder sollten erleben, dass sie Einfluss auf ihre Situation haben. Kleine Entscheidungen und das Erlernen von Problemlösestrategien stärken das Gefühl von Kontrolle.

Ein starkes Fundament für psychische Gesundheit

Schulstress lässt sich weder vollständig vermeiden noch darf er verharmlost werden. Doch der Umgang mit Druck, Anforderungen und Erwartungen ist lernbar. Wenn Kinder früh lernen, eigene Belastungsgrenzen zu spüren, mit ihnen zu kommunizieren und Selbstfürsorge aufzubauen, wächst ihre Stressresistenz und so ihre Resilienz.

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Das Sicher-Stark-Team ist seit über 25 Jahren im Bereich Gewaltprävention tätig. Es führt deutschlandweit Schulungen, Kurse und Webinare für Kinder, Eltern und Fachkräfte durch. Ziel ist es, Kinder frühzeitig zu stärken – emotional, sozial und in ihrem Sicherheitsbewusstsein – und gleichzeitig Erwachsene dafür zu sensibilisieren, wie sie Kinder wirksam unterstützen können.

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Quellen:
https://www.praeventionstag.de/nano.cms/news/details/9290?utm_source=chatgpt.com

https://www.rki.de/DE/Themen/Nichtuebertragbare-Krankheiten/Studien-und-Surveillance/Studien/Adipositas-Monitoring/Psychosoziales/HTML_Themenblatt_Stressbelastung.html?utm_source=chatgpt.com

https://www.uke.de/kliniken-institute/kliniken/kinder-und-jugendpsychiatrie-psychotherapie-und-psychosomatik/forschung/arbeitsgruppen/child-public-health/forschung/copsy-studie.html?utm_source=chatgpt.com